Leipzig, 14. Juni 2012 â Alkohol und Drogen, aber auch exzessives Tanzen und emotionale Erregungen können Menschen mit einem Hirnaneurysma zum VerhĂ€ngnis werden. Die Fehlbildungen an den BlutgefĂ€Ăen platzen vor allem nach AktivitĂ€ten, die den Blutdruck kurzzeitig stark ansteigen lassen, warnen Experten anlĂ€sslich der 63. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Neurochirurgie im Juni in Leipzig.
(firmenpresse) - Aneurysmen sind kleine Aussackungen von Arterien, die im Verlauf des Lebens gröĂer werden, wodurch ihre Wand dĂŒnner wird und die Gefahr einer Ruptur, also eines Risses, steigt. Zwischen ein und fĂŒnf Prozent der Bevölkerung haben eine solche Schwachstelle im Gehirn. Wenn sie platzt, kommt es zu einer lebensge-fĂ€hrlichen Blutung in das Hirnwasser. Mediziner sprechen von einer Subarach-noidalblutung. Sie ist fĂŒr etwa 15 Prozent aller SchlaganfĂ€lle verantwortlich. Meist sind Patienten mit ĂŒber 50 Jahren davon betroffen. Nicht selten endet eine Hirnblutung tödlich.
Beim Hirnaneurysma unterscheiden Neurochirurgen zwischen langfristigen Risikofaktoren und kurzfristigen Triggern. âZu den Risikofaktoren gehören vor allem ein höheres Alter, Rauchen und Bluthochdruck, die langfristig die Verkalkung der Arterien fördernâ, sagt Professor Dr. med. JĂŒrgen Meixensberger, 1. Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Neurochirurgie (DGNC) und Direktor der Klinik und Poliklinik fĂŒr Neurochirurgie, UniversitĂ€tsklinikum Leipzig.
Aber auch Alkohol und Drogen, Kopfverletzungen und bestimmte Infektionen begĂŒnstigen die Entwicklung der Aneurysmen. âHaben diese eine bestimmte GröĂe erreicht, genĂŒgt ein kurzer Blutdruckanstieg um eine lebensgefĂ€hrliche Blutung auszulösenâ, so Meixensberger. Eine Studie hat jĂŒngst acht derartige âTriggerâ ermittelt: Kaffee, Cola, Wut, Schreckerlebnisse, sexuelle AktivitĂ€t, ein harter Stuhlgang, heftiges Nasenblasen und körperliche Anstrengungen gehen oft der Ruptur voraus. Wenn mehrere Trigger zusammenkommen, kann es auch jĂŒngere Menschen treffen, auch wenn dies, nach EinschĂ€tzung der Fachgesellschaft sehr selten und ungewöhnlich ist.
Terminhinweis:
Subarachnoidalblutung im Jugendalter â Party, Drugs und Rockânâroll
Subarachnoid hemorrhage in a teenager â party, drugs and rockânâroll
(Markus Holling, Bernhard R. Fischer, Thomas-Ulrich Niederstadt, Christoph Schmidt,
Walter Stummer (MĂŒnster))
Termin: Freitag, den 15. Juni 2012, von 16.00 bis 16.45 Uhr
Ort: Congress Center Leipzig (CCL)
Die Gesellschaft ist eine Vereinigung von Ărzten und Wissenschaftlern, die auf dem Gebiet der Neurochirurgie tĂ€tig sind oder an dem Fachgebiet Interesse haben. Zweck der Gesellschaft ist die Förderung von Wissenschaft und Forschung und der praktischen TĂ€tigkeit auf dem Gebiet der Neurochirurgie. Durch Austausch wissenschaftlicher Erkenntnisse und praktischer Erfahrung und durch Anregung zu wissenschaftlicher TĂ€tigkeit will die Gesellschaft die Verbindung der deutschen Neurochirurgen untereinander und die Zusammenarbeit mit in- und auslĂ€ndischen Ărzten und Wissenschaftlern und neurochirurgischen Gesellschaften fördern. Die Gesellschaft nimmt die Belange des Faches in Berufsausbildung, Weiterbildung und Fortbildung wahr und sichert den fachlichen Standard. Sie vertritt das Fach Neurochirurgie in ihrer ZustĂ€ndigkeit auf nationaler und internationaler Ebene.
Silke Jakobi
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