Würde und Rechte im urbanen Raum: WegÂweiÂsenÂde StädteÂplanung im Mittleren Osten
(pressrelations) -
Berlin/Jerusalem: Ab heute ist im Deutschen ArÂchiÂtekÂtur Zentrum (DAZ) in Berlin die AusÂstelÂlung "Space, Time, Dignity, Rights: PartiÂziÂpaÂtive PlanungsÂstraÂteÂgien für paÂläsÂtiÂnenÂsische FlüchtlingsÂlager" zu sehen. Sie zeigt inÂnoÂvaÂtive parÂtiÂziÂpaÂtive PlanungsÂanÂsätze zur VerÂbesÂseÂrung der LebensÂumÂstände in paÂläsÂtiÂnenÂsiÂschen FlüchtÂlingsÂcamps.
Wegbereiter der Initiative ist das Hilfswerk der VerÂeinten Nationen für palästinensische Flüchtlinge im Nahen Osten (United Nations Relief and Works Agency for Palestine Refugees in the Near East, UNRWA), das in 58 Flüchtlingscamps arbeitet und vom BunÂdesÂmiÂnisÂteÂriÂum für wirtÂschaftÂliche ZuÂsamÂmenÂarÂbeit und EntÂwickÂlung (BMZ) unterstützt wird.
Dirk Niebel, BunÂdesÂmiÂnisÂter für wirtÂschaftÂliche ZuÂsamÂmenÂarÂbeit und EntÂwickÂlung bei der AusÂstellungsÂerÂöffnung: "Eine der vielen Lehren des letzten Jahres und des Arabischen Frühlings ist, dass die Menschen in die Gestaltung ihrer Zukunft eingebunden werden müssen. Eine Schlüsselrolle kann dabei die MitÂwirÂkung an der Planung der städtischen Räume, in denen sie leben, einÂnehmen ? besonders in den FlüchtÂlingsÂcamps, in denen die UNRWA arbeitet; in Gaza, JorÂdanien, im Libanon, in Syrien und im WestÂjordanÂland."
Der Minister lobte die Arbeit von UNRWAs "Camp ImÂproveÂment Programme", die er als "wegbereitend für neue Standards für die Einbindung der Bevölkerung bei Entwurf, Planung und VerÂbesÂseÂrung ihrer LebensÂräume" beschrieb.
UNRWA-Generalkommissar Filippo Grandi betonte in seiner ErÂöffnungsÂrede: "Stadtentwicklung gemeinsam mit den Menschen vor Ort ist ein sehr sensibler ProÂzess. Die eigene Umgebung zu planen und zu geÂstalten bedeutet für die palästinensischen FlüchtÂlinge ihre Würde und ihren Optimismus zu stärken ? ein unschätzbarer Wert und nachhaltiger Beitrag für jede Gesellschaft. Wir sind der deutschen BunÂdesÂreÂgieÂrung für die UnÂterÂstütÂzung unseres Camp Improvement Programme sehr dankbar."
Die Ausstellung zeigt die Arbeit der UNRWA, die von DeutschÂland unterstützt wird, in ihrem geographischen und historischen Kontext. Sie gewährt Einblicke in die Realität in den Camps, die 1,5 Millionen von insgesamt 5 Millionen palästinensischen Flüchtlingen ein ZuÂhause bieten. Die Ausstellung ist dem Camp ImÂproveÂment Programme von UNRWA, das vom BMZ unterÂstützt wird, gewidmet ? einem neuen und innovativen Ansatz zur Verbesserung der LebensÂbeÂdingungen in paÂläsÂtiÂnenÂsischen FlüchtlingsÂcamps, die sich in den letzten 60 Jahren von Zeltstädten zu komÂplexen und vielÂschichtigen LebensÂräumen entÂwickelt haben. Während Flüchtlingscamps in isolierter Lage immer noch wenig entwickelt sind und die Flüchtlinge in Wellblechhütten und provisorischen Behausungen leben, sind andere Camps mittlerweile extrem dicht besiedelte, von Armut gekennzeichnete BallungsÂgebiete mit Hochhäusern.
"Space, Time, Dignity, Rights" präsentiert Arbeiten und Entwürfe, die in ZuÂsamÂmenÂarÂbeit von lokalen und internationalen Architekten, Stadtplanern und Künstlern mit den Menschen vor Ort in den Flüchtlingscamps und mit UNRWA entstanden sind. Durch Audio- und ViÂdeoÂbeiträge, Dokumente, Zeichnungen, Skizzen und Beiträge von Zeitzeugen gewinnt der Besucher einen lebhaften Einblick in den Planungsvorgang ? wie Ideen entÂstanÂden, Entscheidungen getroffen und Projekte umgesetzt wurden. Die Bandbreite der Resultate ist beeindruckend: sie reicht von großen InfraÂstrukÂturÂproÂjekten bis zu urbanen EinzelÂprojekten wie Spielplätzen, Graffiti-Kunst oder der EntÂwickÂlung eines KulturÂzenÂtrums mit einer Filmschule für die Jugendlichen in den Camps.
Die Ausstellung wurde kuratiert vom Lehrstuhl InterÂnationaler Städtebau der Universität Stuttgart (Prof. Dr. Phillipp Misselwitz) in ZuÂsamÂmenÂarÂbeit mit dem "Infrastructure and Camp ImÂproveÂment Programme" (ICIP) der UNRWA. Ermöglicht wurde die Veranstaltung durch UNRWA in ZuÂsamÂmenÂarÂbeit mit dem BMZ, umgesetzt durch die Deutsche Gesellschaft für InÂterÂnaÂtiÂoÂnale ZuÂsamÂmenÂarÂbeit (GIZ) GmbH, in PartnerÂschaft mit dem Deutschen Architektur Zentrum DAZ in Berlin.
Am 9. Mai 2012 wird das Thema in einer ganztägigen FachÂkonÂfeÂrenz vertieft, die ebenfalls in ZuÂsamÂmenÂarÂbeit mit der Universität Stuttgart organisiert wurde. UNRWA bietet UnÂterÂstütÂzung und Protektion durch eine Reihe von EntÂwickÂlungsÂproÂgrammen und leistet, wenn erforderlich, auch humanitäre Hilfe. Durch UNRWA unterstützt die inÂterÂnaÂtiÂoÂnale Gemeinschaft die paÂläsÂtiÂnenÂsischen FlüchtÂlinge so lange, bis ihre NotÂlage gerecht und nachÂhalÂtig entÂsprechend den UN-ReÂsoÂluÂtioÂnen gelöst ist. Sie bietet Bildung, GeÂsundÂheit, finanzielle UnÂterÂstütÂzung, SozialÂleistungen, InfraÂstrukÂtur und VerÂbesÂseÂrungsÂmaßÂnahmen für die FlüchtlingsÂcamps sowie MikroÂkredite für bis zu 5 Millionen Flüchtlinge im Nahen Osten.
Die BunÂdesÂreÂgieÂrung ist ein starker Partner und einer von UNWRAs größten Unterstützern. Das EnÂgageÂment wird im Rahmen des deutschen EntÂwickÂlungsÂproÂgramms zur UnÂterÂstütÂzung palästinensischer Flüchtlinge in den nächsten Jahren weiter fortgesetzt. Ziel ist es, die LebensÂbeÂdingungen palästinensischer Flüchtlinge in der Region weiter zu verbessern. DeutschÂland hat hierfür den Regionalen Sozial- und Kulturfonds für paÂläsÂtiÂnenÂsiÂsche Flüchtlinge und die Bevölkerung in Gaza gegründet. Dieser hilft den palästinensischen Flüchtlingen, besser mit der weiterhin bestehenden Konfliktsituation umzugehen und Perspektiven für sich und ihre Gemeinschaft zu entwickeln. Positive wirtÂschaftÂliche und soziale Entwicklungen, die greifbare Fortschritte für die palästinensische Bevölkerung bringen, sind von zentraler Bedeutung für einen nachhaltigen Frieden.
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