Steinbrand in Weizen: Befall auch über Boden möglich
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(aid) - Im ökologischen Weizenanbau gehört Steinbrand (Tilletia caries) zu den häufigsten samenbürtigen Krankheiten. Die wegen des entstehenden fischartigen Geruchs auch als Stinkbrand bezeichnete Pilzerkrankung führt zu hohen Ertragsausfällen und kann je nach Befallstärke die Qualität des Erntegutes stark beeinträchtigen.
Im Rahmen einer Studie des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) haben Wissenschaftler der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft die Vermutung bestätigen können, dass ein Befall auch über den Boden möglich ist. Insbesondere in trockenen Jahren besteht ein erhöhtes Risiko für diesen Infektionsweg. Für Biolandwirte ergibt sich daraus die klare Empfehlung, sich beim Schutz vor Steinbrand nicht nur auf zertifiziertes Saatgut zu verlassen, das auf den Besatz mit Steinbrandsporen geprüft ist. Stattdessen sollten Praktiker andere vorbeugende Maßnahmen ergreifen. Dazu gehören zum Beispiel eine möglichst geringe Saattiefe und die Wahl eines optimalen Aussaattermins. Darüber hinaus ergab die Studie, dass die verfügbaren Sorten große Unterschiede bei der Anfälligkeit für Steinbrand aufweisen.
Endgültige Empfehlungen zur Sortenwahl wollen die Forscher nach der Auswertung des dritten Versuchsjahres geben. Der bestehende Grenzwert von 20 Pilzsporen pro Saatkorn hat sich in der Untersuchung bestätigt und sollte nach Ansicht der Wissenschaftler beibehalten werden.
Jürgen Beckhoff, www.aid.de
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www.lfl.bayern.de/arbeitsschwerpunkte/oekolandbau/
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