Die Einführung des Mindestlohnes für die Entsorgungswirtschaft soll als Instrument zur Verdrängung des Mittelstandes missbraucht werden, davor warnt der bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V..
(firmenpresse) - Bonn. "Wir halten die Einführung von Mindestlöhnen nicht für den richtigen Weg, Arbeit und Wohlstand in Deutschland zu sichern", betonte der Präsident des bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V, Burkhard Landers. Auch die vorgelegten Gesetzesentwürfe der Bundesregierung sind nach Auffassung des bvse nicht geeignet, die Wirtschaft voranzubringen.
"Die staatliche Lohnfestsetzung ist eine gefährliche Sackgasse", erklärte Landers. Für die Entsorgungsbranche mit ihren ca. 250.000 Beschäftigten, befürchte er, dass eine "unheilige Allianz" aus „Öffentlichen Unternehmen“ und Konzernen über das Instrument der Mindestlohnfestsetzung mittelständische Unternehmen aus der Branche verdrängen wollen.
Landers wies zudem auf die "reale Gefahr" hin, dass insbesondere geringfügig Beschäftigte und schlecht qualifizierte Arbeitnehmer um ihren Arbeitsplatz fürchten müssten. Wieder einmal würden die getroffen, die sich am wenigsten wehren könnten.
Der bvse-Präsident führte zum Beleg die jüngste Veröffentlichung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) an. Hier werde festgestellt, dass durch die Einführung eines Mindestlohnes die Nachfrage nach geringfügig Beschäftigten stark verringert werde und so direkt Arbeitsplätze koste. Der DIW machte in seinem aktuellen Wochenbericht auch deutlich, dass selbst wenn es den Unternehmern gelänge, die höheren Arbeitskosten auf die Preise umzulegen, indirekt Arbeitsplätze aufgrund der dann sinkenden Nachfrage gefährdet würden. In diesem Fall würde auch der Arbeitsmarkt für Vollzeitbeschäftigte mit mittlerer Qualifikation relativ stark in Mitleidenschaft gezogen. Davon wären in den alten Bundesländern überwiegend Frauen, in den neuen Bundesländern Männer und Frauen betroffen.
Burkhard Landers: "Unser Fazit: Hände weg von der Einführung des Mindestlohnes für die Entsorgungswirtschaft!"
Hintergrund:
Nachdem der konzernbestimmte Bundesverband der Deutschen Entsorgungswirt-schaft (BDE) die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) aufgefordert hat, sich an der Einführung eines Mindestlohnes für die Entsorgungswirtschaft zu beteiligen, hat die VKA gemeinsam mit Verdi einen Antrag auf Aufnahme in das Entsendegesetz gestellt. Gegen diese Koalition aus Unternehmen der öffentlichen Hand und milliardenschweren Konzernen muss sich der Mittelstand in der Entsorgungswirtschaft behaupten. Der Mindestlohn wird als Instrument missbraucht, mittelständische Unternehmen aus dem Markt zu verdrängen.
Der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. (bvse) vertritt mehr als 600 meist mittelständische Mitgliedsfirmen mit insgesamt rund 50.000 Beschäftigten und einem Gesamtumsatz von über 10 Milliarden EURO.
bvse-Bundesverbande Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.
Jörg Lacher
Leiter Politik und
Kommunikation
Telefon 0228/98849-27
Fax 0228/98849-99
Mobil 0177/8884927
Email: lacher(at)bvse.de
Internet: www.bvse.de