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Einheitliches Krankenversicherungssystem 2020 /
Gesundheitsexperte Spahn in ZDF-"Frontal 21": Private und gesetzliche Versicherung müssen zusammengeführt werden

ID: 501893

(ots) - Eine Trennung zwischen privater und gesetzlicher
Krankenversicherung wird es im Jahr 2020 nicht mehr geben. Diese
Ansicht vertritt Jens Spahn, gesundheitspolitischer Sprecher der
CDU/CSU-Bundstagsfraktion, in einem Interview gegenüber dem
ZDF-Magazin "Frontal 21" (Sendung am Dienstag, 18. Oktober 2011,
21.00 Uhr). Entweder gebe es dann eine Einheits-AOK für alle, die
Spahn allerdings nicht gutheißt, oder einen Wettbewerb in einem
einheitlichen System ohne Trennung der Beamten, Selbstständigen und
gut Verdienenden von anderen Versicherten.

Spahn stellt bei den privaten Krankenversicherungen "dramatische
Beitragssteigerungen" fest, weil "vieles zum drei-, vier-, fünffachen
Satz abgerechnet wird". Zudem werde die Versichertengemeinschaft
immer älter. Dies führe zu steigenden Ausgaben, ein Trend, der sich
nach Spahns Einschätzung weiter fortsetzt.

Die private Krankenversicherung habe zwar durchaus zukunftsfähige
Elemente, etwa bei der Zukunftsvorsorge oder durch die Möglichkeit,
den Tarif zu wechseln, so Spahn weiter. Doch angesichts der Kosten-
und Finanzierungsprobleme wird es nach seiner Einschätzung eine
Annäherung zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung
geben. Die Vorteile beider Systeme müssten zusammengeführt werden.

Auch Karl Lauterbach, gesundheitspolitischer Sprecher der
SPD-Bundestagsfraktion, sieht die privaten Krankenversicherer in der
Krise. Deren Kosten stiegen seit Jahren schon doppelt so schnell wie
in der gesetzlichen Krankenversicherung. Zudem bringe die
Kapitaldeckung immer weniger Geld, weil sich die Krise an den
Finanzmärkten deutlich bemerkbar mache. Als Folge beobachtet
Lauterbach vor allem bei älteren Patienten zunehmend eine
Rationierung von Leistungen in der privaten Krankenversicherung.

Der Verband der privaten Krankenversicherung wollte sich auf




Anfrage zu dem Thema nicht äußern. Das Bundesgesundheitsministerium
verwies zuständigkeitshalber auf das Bundesfinanzministerium. Aber
auch dort wollte man keine Stellung nehmen.

Rückfragen bitte an die ZDF-Redaktion "Frontal 21", Telefon:
030/2099-1254 (Michael Hölting)



Pressekontakt:
ZDF-Pressestelle
Telefon: +49-6131-70-12121
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Datum: 18.10.2011 - 13:56 Uhr
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