Minister Niebel richtet Task Force für ErnährungsÂsicherung ein
(pressrelations) - Um die entwicklungsÂpolitischen Kräfte in der BundesÂregierung noch zielÂgerichteter und effiÂzienter auf die Bekämpfung des weltÂweiten Hungers auszuÂrichten, hat BundesÂminister Dirk Niebel eine Task Force eingeÂrichtet. "Die HungersÂnot am Horn von Afrika legt schonungsÂlos das langÂjährige Versagen vieler Länder des Südens und der interÂnationalen GemeinÂschaft offen. Wir müssen jetzt alle Ressourcen konÂzenÂtrieren, um das Ruder herumÂzuÂreißen. Jetzt heißt es: Wissen und Erfahrung bündeln, kreative Ideen entwickeln und unbüroÂkratisch handeln", sagte der Minister.
In der Task Force werden alle entwicklungsÂpolischen Aufgaben zur ländÂlichen EntÂwickÂlung und ErnährungsÂsicherung zusammenÂgefasst und noch schlagÂkräftiger gemacht. Das reicht von der konseÂquenten Steuerung aller HilfsÂkräfte vor Ort über die SicherÂstellung, dass alle mitÂbetroffenen Ministerien in die gleiche Richtung arbeiten, bis hin zu einem abgeÂstimmten Handeln der BundesÂregierung mit allen anderen Gebern. Die Task Force, unter Leitung von Dr. Stefan Schmitz, wird auch die ZusammenÂarbeit mit den für HungerÂbekämpfung zuständigen interÂnationalen OrganiÂsaÂtionen nutzen und verbessern.
Vordringliche Aufgabe der Task Force wird laut StaatsÂsekretär Hans-Jürgen Beerfeltz die Bekämpfung des Hungers im Osten Afrikas sein, beispielsÂweise die bessere Verbindung zwischen kurzÂfristiger Nothilfe und langÂfristig wirksamer Hilfe zur SelbstÂhilfe. "Die Situation dort ist erschütternd. Im AugenÂblick ist Nothilfe erst einmal das Wichtigste, um MenschenÂleben zu retten. Diese NotÂhilfe darf aber nicht die möglichen EigenÂanstrengungen zerstören. Und dann brauchen wir rasch politische Lösungen zur StabiÂliÂsierung Somalias. Aber gleichÂzeitig brauchen wir jetzt schon längerÂfristig wirkÂsame Strategien für die ganze Region und für den ganzen afrikaÂnischen KontiÂnent. Es ist doch nicht hinÂnehmÂbar, dass Menschen am Horn von Afrika verÂhungern, während gar nicht so weit entfernt am Mount Kenya gute Ernten eingeÂfahren werden. BeispielsÂweise sind innerÂafrikanische HandelsÂbezieÂhungen viel zu schwach und die StraßenÂverbindungen viel zu schlecht. Hier werden wir mit vereinten Kräften ansetzen, um dauerÂhaft etwas zu ändern."
Beerfeltz ist überzeugt, dass der gebündelte Einsatz lohnt: "Eine Dürre muss nicht zwangsÂläufig zu einer HungerÂkatastrophe führen. Dürren sind NaturÂereignisse, aber Dürren sind kein Schicksal. Wenn alle VerantÂwortÂlichen in den betroffenen Ländern das Richtige tun ? etwa den ernsten Willen zu Frieden und SicherÂheit zeigen, LandÂwirtÂschaft fördern, eine falsche BodenÂnutzung verhindern und vernünftiges WasserÂmanagement betreiben ? dann müssen die Menschen auch dann nicht hungern, wenn es längere Zeit nicht regnet. Hierbei werden wir tatkräftig unterstützen."
Gleichzeitig betonte Minister Dirk Niebel erneut, dass die Tragödie am Horn von Afrika lediglich die Spitze des Eisberges eines weltÂweiten HungerÂproblems ist, dem sich die Task Force widmen wird: "Die Anzahl der Hungernden auf der Welt ist von 817 Millionen im Jahr 1990 auf 925 Millionen im letzten Jahr gestiegen. Die allerÂmeisten von ihnen leben im ländÂlichen Raum. JahrÂzehnteÂlang wurde der ländÂliche Raum ignoriert. Aber der ländliche Raum ist keine Last, die man am besten ignoriert, sondern eine echte Chance für Entwicklung."
Mit Beginn der LegislaturÂperiode vor knapp zwei Jahren hat der Minister ländÂliche EntwickÂlung und ErnährungsÂsicherung zu einem politischen SchwerÂpunkt der Arbeit des BMZ ausgebaut. Auch wurde das finanzielle EngageÂment in diesem Bereich beträchtÂlich erweitert. 700 Millionen Euro sind es jetzt jährlich, die in ländÂliche EntÂwickÂlung und ErnährungsÂsicherung fließen. Das sind fast elf Prozent des gesamten BMZ-Haushaltes und etwa doppelt so viel wie noch vor fünf Jahren.
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