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Innovativer Ideengeber

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Kongress cie-mo 2011 erfolgreich zu Ende gegangen

(PresseBox) - 140 Fachbesucher kamen zum Kongress cie-mo 2011 - Nachhaltigkeit in der MobilitĂ€ts- und Stadtentwicklung, der heute in Erfurt erstmals stattfand. Ihnen war bewusst, dass nachhaltige MobilitĂ€t nicht nur die Automobilindustrie vor große Herausforderungen stellt. Auch StĂ€dte und Kommunen mĂŒssen in ihren Entwicklungen und Planungen den Faktor MobilitĂ€t integral mitdenken, will man den urbanen Verkehr fit machen fĂŒr die Zukunft.
"Die Impulsregion Erfurt-Weimar-Jena will sich im Dialog mit Politik, Wirtschaft und Wissenschaft als eine der ersten kommunalen Arbeitsgemeinschaften der Herausforderung ElektromobilitĂ€t stellen", sagte Stefan Wolf, OberbĂŒrgermeister der Stadt Weimar und Vorsitzender der Impulsregion in seiner Eröffnungsrede. "Der Kongress cie-mo soll dafĂŒr eine lebendige Diskussionsplattform und innovativer Ideengeber sein."
Prof. Rolf Kreibich, Wissenschaftlicher Direktor und GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Institutes fĂŒr Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT), forderte ein integriertes MobilitĂ€ts- und Verkehrsmanagement, um die dramatischen Verkehrsprobleme wirklich nachhaltig zu lösen. "Wenn wir hier nicht im System denken, das die verschiedenen VerkehrstrĂ€ger zusammenfĂŒhrt, werden wir aus dem Chaos nicht herauskommen", so seine eindringliche Forderung. Der Berliner Zukunftsforscher kritisierte dabei das Fehlen langfristiger Konzepte. "Wenn Unternehmen von Langzeit-Strategien sprechen, meinen sie die nĂ€chsten drei bis fĂŒnf Jahre. Und auf politischer Ebene wird nur in Legislaturperioden gedacht. Nachhaltige Verkehrskonzepte sind in diesen Zeitfenstern jedoch nicht möglich."
Dass ElektromobilitĂ€t gerade auf kommunaler Ebene völlig neue GeschĂ€ftsfelder eröffnet, zeigte Nicky Traue von der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers. Allerdings bedarf es dafĂŒr neuer Kooperationen, da sich fĂŒr Stadtwerke und Energieversorger nur der zusĂ€tzliche Stromverkauf fĂŒr die ElektromobilitĂ€t nicht rechnet. "E-MobilitĂ€t allein ist bislang kein attraktives GeschĂ€ftsfeld fĂŒr kommunale Versorger und Stadtwerke, aber sie kann als eine Art Hebel genutzt werden zur Förderung mittelstĂ€ndischer Unternehmen und zur Reduktion von LĂ€rm und Schadstoffemissionen."




Prof. Andreas Knie vom Innovationszentrum fĂŒr MobilitĂ€t und gesellschaftlichen Wandel (InnoZ), an dem auch die Deutsche Bahn beteiligt ist, sieht auf absehbare Zeit keinen Kaufmarkt fĂŒr ElektromobilitĂ€t. "Auf eine Kostendegression braucht man in den nĂ€chsten Jahren nicht zu warten. Woher sollte die kommen, wenn die entsprechenden StĂŒckzahlen nicht da sind?" Um E-Fahrzeuge trotzdem stĂ€rker in den Markt zu bringen, setzt man beim InnoZ auf neue Verbindungen von Individual- und öffentlichem Nahverkehr. "Die geringere Reichweite eines E-Autos ist kein Problem, wenn wir eine Infrastruktur haben werden, in der Bahn und ElektromobilitĂ€t aufeinander abgestimmt sind."
Dass ElektromobilitĂ€t die urbanen Zentren auch mit ganz praktischen Herausforderungen konfrontiert, zeigte Dr. Friedrich Blutner, einer der fĂŒhrenden Sound-Experten in Deutschland. "In Berlin klagen etwa 200.000 Menschen ĂŒber Schlafstörungen aufgrund von VerkehrslĂ€rm. Weil ElektromobilitĂ€t nahezu gerĂ€uschlos ist, bringt sie nicht nur mehr Klimaschutz sondern auch mehr LebensqualitĂ€t." Aber: wenn E-Mobile im Straßenverkehr von FußgĂ€ngern und Radfahrern nicht mehr gehört werden, stellt sich die Frage, ob die lautlosen Flitzer einen eigenen Sound brauchen. "Hier stehen wir noch ganz am Anfang der Forschung. Der aktuelle Vorschlag der EU, dass E-Autos so laut sein sollen wie konventionelle Fahrzeuge bei einer Geschwindigkeit von 25 Stundenkilometern, ist sicherlich noch nicht der Weisheit letzter Schluss."
Damit Kommunen wirklich klimafreundlicher werden, forderte Prof. Manfred Miosga von der Bayreuther KlimaKom einen verbindlichen Fahrplan fĂŒr die Bereiche Energieversorgung und MobilitĂ€t. Der Wissenschaftler untersucht seit Jahren Erfolgsfaktoren fĂŒr ein integriertes Klimaschutzmanagement.
Als ein innovatives Beispiel fĂŒr nachhaltiges Wohnen und MobilitĂ€t prĂ€sentierte Dr. Heide Schuster das Plus-Energie-Haus mit ElektromobilitĂ€t, das derzeit mitten im Berliner Zentrum gebaut wird. Das vom Stuttgarter IngenieurbĂŒro Werner Sobek entworfene Haus erzeugt doppelt so viel Strom wie es verbraucht. Genug, um zusĂ€tzlich ein Elektroauto vor der TĂŒr zu betanken. Mitte 2012 soll eine vierköpfige "Test-Familie" unter wissenschaftlicher Begleitung der Fraunhofer-Gesellschaft fĂŒr etwa ein Jahr in das Haus einziehen. "Unser Pilotprojekt soll Wohnen und ElektromobilitĂ€t optimal verknĂŒpfen: Das Haus erzeugt den Strom, den das Auto tankt", erklĂ€rte Heide Schuster. "Uns ist es gelungen, Fortschritte in der GebĂ€udetechnik und bei elektrischen Antriebstechnologien zu einem intelligenten Gesamtsystem zusammenzufĂŒgen."
Eine Ladestation bindet zudem das Elektrofahrzeug als Speicher und Verbraucher ein. Die Batterie des Fahrzeugs kann in Niedriglastzeiten ĂŒberschĂŒssigen Strom aufnehmen und diesen in Hochlastzeiten ins Netz zurĂŒckspeisen. So lassen sich Lastspitzen ausgleichen und regenerative Energien aus schwankenden Quellen in das Energiesystem stĂ€rker integrieren.
Initiator Kongresses cie-mo ist die Impulsregion Erfurt-Weimar-Jena und der Kreis Weimarer Land. Alle Informationen zum Kongress finden Sie online unter www.cie-mo.de

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Datum: 16.09.2011 - 18:03 Uhr
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