NABU: Endlich wieder eine erfreulich hohe Apfelernte in diesem Jahr
(pressrelations) - treuobstbewirtschaftung bleibt schwierig ? Bundesweites Monitoring fehlt
Berlin ? Nach SchĂ€tzungen des NABU-Bundesfachausschusses Streuobst wird die deutsche Apfelernte im Streuobstbau in diesem Jahr zwischen 900.000 und einer Million Tonnen liegen. "Wir haben eine richtige Massenernte ? die BĂ€ume hĂ€ngen in vielen Regionen noch brechend voll", sagt Markus Rösler, Sprecher des NABU-BFA Streuobst. Damit liegt die Ernte ĂŒber dem Durchschnitt der Jahre 2000 bis 2010 (knapp 800.000 Tonnen). Dennoch sieht der NABU die Streuobstbewirtschaftung in einer schwierigen ökonomischen Situation, die zu dem anhaltenden RĂŒckgang der ökologisch wichtigen Streuobstwiesen beitrĂ€gt. So fordert der NABU ein bundesweites Monitoring fĂŒr den Streuobstanbau, der nicht nur ein Wirtschaftszweig mit QualitĂ€tsprodukten fĂŒr die Konsumenten ist, sondern auch eine herausragende Bedeutung fĂŒr die biologische Vielfalt hat.
"Die Apfelernte im Streuobstbau fĂ€llt 2011 nahezu ĂŒberall sehr hoch aus. Es gab dieses Jahr fast keine HagelschĂ€den und der eher feuchte Sommer verhindert einen Ernteverlust durch Trockenheit, wie in den vergangenen Jahren", erklĂ€rt Rösler. Nach der sehr geringen Apfelernte von rund 500.000 Tonnen im Jahr 2010 warten die Tanklager der Keltereien nun auf Nachschub. Zugleich ruft der NABU die Keltereien auf, besonders auf gute QualitĂ€t zu achten und möglichst erst Mitte September mit der Obstannahme zu beginnen, da die Oechslewerte und damit die QualitĂ€t des Obstes im Verlauf des Herbstes steigen. Daher sei es auch sinnvoll, wenn die Preise fĂŒr das Streuobst im Verlauf der Ernte ebenfalls steigen. "Rentabel sind fĂŒr die Streuobst-Bewirtschafter nach Kalkulationen des NABU 20 Euro je Doppelzentner", erklĂ€rt Rösler.
Der NABU kritisiert, dass es generell keine verlĂ€ssliche Daten fĂŒr diesen Wirtschaftszweig mit Milliarden-UmsĂ€tzen und seiner herausragenden Bedeutung fĂŒr die biologische Vielfalt gibt: Die letzte bundesweite Erhebung des Streuobstanbaus fand in der Bundesrepublik 1965 und auf dem Gebiet der neuen LĂ€nder 1938 statt. So fordert der NABU Bundesagrarministerin Ilse Aigner und Bundesumweltminister Norbert Röttgen auf, sich fĂŒr eine bundesweite FlĂ€chenerhebung des Streuobstanbaus einzusetzen.
Die Streuobstwiesen in Deutschland sind mit ĂŒber 5.000 Tier- und Pflanzenarten sowie rund 3.000 Obstsorten ein "Hot Spot" der biologischen Vielfalt und zugleich ein wirtschaftliches Standbein fĂŒr Obstbauern und Keltereien. Nach SchĂ€tzungen des NABU gibt es in Deutschland noch etwas mehr als 300.000 Hektar StreuobstbestĂ€nde. In mehr als 120 Regionen Deutschlands kooperieren Naturschutz, Keltereien und Landwirte in der so genannten Streuobst-Aufpreisvermarktung. Sie erzeugen auf der Basis fairer Preise rund acht Millionen Liter GetrĂ€nke mit einem Marktwert von weit ĂŒber 20 Millionen Euro.
Die Verwertung der Ăpfel im Streuobstbau erfolgt regional sehr unterschiedlich. Rund 40 Prozent der StreuobstĂ€pfel bundesweit werden durch Keltereien erfasst und zu GetrĂ€nken verarbeitet. Das ergibt rund 240 bis 300 Millionen Liter im Jahr. 30 bis 40 Prozent der Streuobst-Ăpfel gehen in die Eigenverwertung von Privathaushalten. Rund zehn Prozent werden als Tafelobst vermarktet, je fĂŒnf Prozent werden zu ObstbrĂ€nden beziehungsweise zu Sonderprodukten wie Mus und Dörrobst verarbeitet. Bei starken Ernten und niedrigen Preisen werden oft mehr als zehn Prozent gar nicht abgeerntet.
FĂŒr RĂŒckfragen:
Dr. Markus Rösler, NABU-Bundesfachausschuss Streuobst, Tel.: 0151-53755861
Im Internet zu finden unter www.NABU.de und www.Streuobst.de