"Musikalischer Helfer" von Charlie Chaplin
(pressrelations) - Kreisler blickt in hr2-kultur auf seine Karriere zurück
Kurz nach seinem Bühnenabschied als Wiener Chansonnier und mit fast 89 Jahren erinnert sich Georg Kreisler, der Großmeister des schwarzen Humors, in hr2-kultur an sein bewegtes Leben. Auf der Flucht vor dem Faschismus hat es ihn unter anderem als "musikalischen Helfer" nach Hollywood geführt. In dem Film ?Monsieur Verdoux ? Der Frauenmörder von Paris? spielt Charlie Chaplin in mehreren Szenen Klavier: "Natürlich kann Chaplin nicht Klavier spielen, das war ich! Man hat das damals so gemacht, dass er gespielt hat, und ich hab mich nach seinen Bewegungen gerichtet", erzählt der Chansonnier. "Eigentlich hat Chaplin zu den meisten seiner Filme auch die Musik geschrieben. Weil er aber keine Noten konnte, hat er mir", so Kreisler weiter, "die Melodien vorgepfiffen, und ich hab sie aufgeschrieben. Dann bin ich zwei Stunden zu Hanns Eisler gefahren, der in Malibu Beach wohnte, und der hat das dann instrumentiert."
Sein berühmtestes Lied "Taubenvergiften im Park" hat dem Ruf des genialen Multitalents aus seiner Sicht eher geschadet: "Grundsätzlich mag ich keine Schubladen. Und das ist natürlich eine, in die man gesteckt wird. Jemand der ?Tauben vergiften im Park? geschrieben hat, kann keine Oper schreiben, jemand, der ?Taubenvergiften im Park? geschrieben hat, kann keinen Roman schreiben. Das ist ausgeschlossen!"
Georg Kreisler, 1922 in Wien geboren, musste wegen seiner jüdischen Herkunft aus Österreich fliehen. Nach seiner Rückkehr aus den USA wurde der Pianist, Liedautor und Komponist vor allem mit seinen sarkastischen Liedern berühmt.
Zitate aus der Meldung frei bei Nennung von hr2-kultur. Die Sendung "Mikado im Gespräch" ist morgen, 7. Juni, um 17.05 Uhr zu hören, oder als Podcast abrufbar. Rückfragen an hr2-kultur, Telefon: 069/155-2385
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