(ots) - Die Menschen in Somalia erleben die
schlimmste Dürre seit mehr als einem halben Jahrhundert. Die UNO
spricht von einer akuten Hungersnot in Teilen Somalias. Mehrere
Millionen Somalier sind den Angaben zufolge von der Hungersnot
bedroht. Ahmed Mohamed Ibrahim ist Nationaler Direktor der
SOS-Kinderdörfer in Somalia. Im Interview spricht er über die Lage in
Mogadischu, die Situation im SOS-Kinderdorf vor Ort und die Pläne der
Hilfsorganisation, der Hungersnot zu begegnen.
Herr Ibrahim, was können Sie uns über die momentane Situation
berichten?
Im Moment strömen sehr viele Menschen nach Mogadischu. Sie kommen
aus Regionen Somalias, die sie wegen der anhaltenden Dürre verlassen
mussten. Etwas außerhalb von Mogadischu gibt es Flüchtlingscamps.
Viele der hungerleidenden Familien suchen dort Zuflucht.
Wie ist die Lage in den Flüchtlingscamps?
Ich war mit einem SOS-Team im Darkenley-Camp nahe Mogadischu. Die
meisten Kinder und älteren Menschen dort sind unterernährt. An den
Essenausgabestellen gibt es nur Trockennahrung, lediglich an einer
Stelle bekommen die Menschen Reis. Die kleine medizinische Station im
Camp hat kaum Medikamente. Kranke Kinder müssen abgewiesen werden.
Was wird in Somalia momentan am meisten gebraucht?
Es gibt wirklich so vieles, was jetzt wichtig ist. Die Not der
hungernden Menschen ist tatsächlich grenzenlos. Was umgehend
gebraucht wird, sind Nahrung, sauberes Wasser, Unterkünfte und
Medikamente. Die Vereinten Nationen haben die Situation der Menschen
in Teilen Somalias zur Hungersnot erklärt. Das ist für Somalia die
schlimmste Dürre seit mehr als einem halben Jahrhundert. Es bedarf
jetzt verstärkten Einsatzes an Nothilfe und Unterstützung, um so
viele Leben wie möglich zu retten und, um Existenzgrundlagen zu
sichern.
Wie sieht es im SOS-Kinderdorf in Mogadischu aus? Sind Kinder und
Mitarbeiter gut versorgt?
Ja, uns geht es den Umständen entsprechend gut. Wir und die Kinder
haben momentan genug zu essen. Man kann auf den Märkten in der Stadt
noch Essen kaufen, allerdings zu höheren Preisen und das können sich
nicht alle leisten. Viele Menschen haben durch die Dürre ihre Ernte
und ihr Vieh verloren haben. Sie stehen vor dem Nichts und können die
Nahrung einfach nicht bezahlen.
Wie gefährlich ist die Situation im SOS-Kinderdorf im Moment? Das
Kinderdorf musste in der Vergangenheit aufgrund des Bürgerkriegs
schon mehrmals evakuiert werden.
Im Moment ist die Situation ruhig. Die Gebiete, in denen gekämpft
wird, sind von unserem Standpunkt aus weit entfernt. Dennoch
beobachten wir natürlich immer die Bewegungen bewaffneter Einheiten.
Wir analysieren genau, was vor sich geht und richten danach unsere
Pläne für den Ernstfall aus. Im Notfall sind wir auf eine mögliche
Evakuierung vorbereitet.
Wie gehen die SOS-Kinderdörfer mit der Situation um? Welche
Hilfsmaßnahmen sind geplant?
Um den hungernden Menschen zu helfen, gibt es unter anderem Pläne
medizinische Hilfe im größten Flüchtlingscamp Mogadischus sowie in
der Stadt Baidoa bereitzustellen. Außerdem wollen wir mit zwei neuen
Zentren unsere Ernährungsprogramme für Kinder, die jünger als fünf
Jahre sind, ausbauen. Zudem sollen bedürftige Familien mit Essen
versorgt werden. Die SOS-Kinderdörfer sind ja bereits seit 1985 in
Somalia aktiv. Als im Jahr 1991 der Bürgerkrieg ausbrach, haben wir
schon einmal ein großes Nothilfeprogramm gestartet. Wir konnten
damals Tausende von Bedürftigen mit Essen und Medikamenten versorgen.
Die Arbeit unserer medizinischen Einrichtungen in Somalia kommt
jährlich mehr als 170.000 Menschen zugute, vor allem Kinder und
Frauen. Bei unseren Gesundheits- und Ernährungsprogrammen arbeiten
wir bereits seit rund 20 Jahren mit UNICEF und der
Weltgesundheitsorganisation (WHO) zusammen. Wir beraten auch jetzt
gemeinsam, wie wir den notleidenden Kindern und Frauen am besten
helfen können.
Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit in Somalia und nehmen Sie die
Kontonummer der SOS-Kinderdörfer in Ihre Spendeninformationen auf.
Die Finanzierung der geplanten zusätzlichen Aufwendungen liegt
vorerst bei rund einer Million Euro.
SOS-Kinderdörfer weltweit
Kontonummer: 111 111 1 (siebenmal die 1)
BLZ: 700 700 10
Deutsche Bank München
Stichwort: SOS-Nothilfe
Hörfunk: Ein sendefertiges Interview mit Louay Yassin,
Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer weltweit zum Thema können
Radiosender auf der Website von Medienkontor downloaden unter
http://audio.medienkontor.de/beitraege/sos-kinderdoerfer
Kostenloses Bildmaterial und weitere Informationen finden sie
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Pressekontakt:
Ingrid Famula
Pressesprecherin
SOS-Kinderdörfer weltweit
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