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NABU: Alarmierende Messungen von Pflanzengiftspuren in Tiernahrung

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NABU: Alarmierende Messungen von Pflanzengiftspuren in Tiernahrung

(pressrelations) - Tschimpke: LĂ€nder mĂŒssen endlich Glyphosat-RĂŒckstĂ€nde in Nahrungskette prĂŒfen

Berlin ? Der NABU fordert Bund und LĂ€nder auf, den Pestizid-Wirkstoff Glyphosat einer kritischen Neubewertung zu unterziehen. "Angesichts neuer Erkenntnisse ĂŒber Glyphosat-RĂŒckstĂ€nde in Futtermitteln und Tierausscheidungen halten wir systematische PrĂŒfungen entlang der Nahrungskette fĂŒr dringend erforderlich", erklĂ€rt NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke. Die RĂŒckstandsanalysen der veterinĂ€rmedizinischen FakultĂ€t Leipzig seien alarmierend, ein daraus resultierendes Risiko fĂŒr die Gesundheit der Menschen mĂŒsse unbedingt ausgeschlossen werden, unterstreicht der NABU.

Glyphosat ist das weltweit am meisten eingesetzte Herbizid. Unter dem Handelsnamen "Roundup" wird es auch von deutschen KleingĂ€rtnern versprĂŒht und im kommerziellen Getreide- und Obstanbau großflĂ€chig eingesetzt. In der kĂŒrzlich veröffentlichten Studie "Glyphosat und Agrogentechnik" warnt der NABU-Bundesverband vor den Gefahren des Unkrautkillers fĂŒr die Natur und den Menschen. Die Risiken sind auch dem Bundesamt fĂŒr Verbraucherschutz und Landwirtschaft (BVL) bekannt: In einer Verordnung verbot das BVL im vergangenen Jahr die VerfĂŒtterung der mit Glyphosat und dem Hilfsstoff Tallowamin behandelten Ernteprodukte an Tiere. "FĂŒr den menschlichen Verzehr gibt es aber bislang keine Warnung oder EinschrĂ€nkung", kritisiert Tschimpke. "Um eine angemessene Vorsorge zu treffen und Risiken fĂŒr die menschliche Gesundheit zu minimieren, halten wir ein Screeing auf RĂŒckstĂ€nde an Glyphosat, AMPA und Tallowamin in Fleisch, Milchprodukten, Eiern, aber auch Futtermittelimporten fĂŒr erforderlich", heißt es in einem Brief des NABU-PrĂ€sidenten an Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner, das BVL und die agrarpolitischen Sprecher der Bundestagsfraktionen.

Die Uni Leipzig hatte Futtermittel fĂŒr Nutz- und Haustiere sowie tierische Ausscheidungen untersucht, weil es zahlreiche Berichte ĂŒber besorgniserregende Krankheitssymptome bei Nutztieren gibt. Die Tiere werden hĂ€ufig mit gentechnisch verĂ€nderten Futtermitteln gefĂŒttert, etwa mit herbizidresistentem Soja. Dieser Sojaanbau wird in den USA und Lateinamerika großflĂ€chig mit Glyphosat besprĂŒht. Ein NABU-Film (siehe Link) dokumentiert die schrecklichen Folgen fĂŒr die Umwelt und die Bevölkerung in den betroffenen Regionen, die deutlich vermehrt an Fehlgeburten und Krebserkrankungen leidet.





"Angesichts der FĂŒlle von besorgniserregenden Hinweisen ist es unverantwortlich, dass die deutschen Futtermittelimporte nicht regelmĂ€ĂŸig getestet werden und unsere Behörden bis heute nicht ĂŒberprĂŒfen, welche Mengen an Glyphosat, AMPA und Tallowamin die deutschen Verbraucher ĂŒber die unterschiedlichen Pfade der Nahrungskette konsumieren", erklĂ€rtTschimpke. Der NABU-Brief appelliert an die Verantwortung der deutschen Behörden und erwartet eine Stellungnahme der Politik.


FĂŒr RĂŒckfragen:
Dr. Steffi Ober, NABU-Expertin fĂŒr Agrogentechnik, Tel. 0172-52 54 198
Im Internet zu finden unter www.NABU.de

NABU-Dokumentarfilm "Krankheiten, Unfruchtbarkeit, Tod" ĂŒber Gen-Soja Anbau: http://www.nabu.de/themen/gentechnik/anbauundfreisetzung/sonstigenutzpflanzen/13327.html

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Datum: 13.06.2011 - 10:15 Uhr
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