(ots) - 650 Millionen Euro zahlte Google in 2010 an seine
deutschen Werbepartner aus. Wofür genau war unklar. Man mußte Google
halt vertrauen. Seit Donnerstag aber durchleuchtet ein deutsches
Onlineprojekt Googles Preispolitik und legt damit die Werbeerlöse für
10 Millionen Internetseiten offen.
In der direkten Wahrnehmung ist Google eine Suchmaschine. Das
dahinter stehende Geschäftsmodell basiert aber fast ausschließlich
auf der Vermittlung von Onlinewerbung.
Diese wird zum einen Teil direkt neben oder über den Ergebnissen
Suchanfrage eingeblendet. Ein Großteil der Onlinewerbung wird aber
nicht auf den Googleseiten eingeblendet, sondern auf Webseiten, die
an Googles "Adsense"-Programm teilnehmen. Dabei wird automatisiert
Werbung auf der teilnehmenden Website passend zur Thematik
eingeblendet. Der Betreiber der Seite verdient immer dann, wenn ein
Besucher auf eine der Werbeeinblendungen klickt. Die Preisspanne
reicht dabei von 3 Cent bis über 2 Euro pro Klick.
Welche Werbung wieviel pro Klick abwirft ist eine eminent wichtige
Information für jeden der 10 Millionen Webmaster weltweit, die am
Adsense-Programm teilnehmen, doch Google hütet dieses Geheimnis aus
Angst vor Manipulationsversuchen streng. Lediglich die Gesamtsumme
der erzielten Umsätze gibt Google preis. Diese Geheimhaltung dient
der Gewinnmaximierung Googles, geht aber zu Lasten der
Adsense-Teilnehmer.
Das Onlineprojekt "Klickpreisdetektor" machte sich im Juli 2010
zum Ziel, Googles Preisberechnungsalgorithmen für die Onlinewerbung
zu verstehen und nachzubauen. Projektentwickler Marc Wäsche (42):
"Leicht war es nicht. Der Algorithmus umfasst 20 Berechnungsschritte.
Einige Informationen zu jeder Klickpreisberechnung kann man von
Google direkt abfragen. Aber das reicht eben nicht aus.
Glücklicherweise kann sich auch Google nicht über die klassischen
Marktgesetze von Angebot und Nachfrage hinwegsetzen, so dass die
fehlenden Informationen mit einigen mathematischen Berechnungen
rekonstruiert werden können." Nach 10 Monaten Enwicklung und einer
geschätzten Genauigkeit von +/- 7% ist der Klickpreisdetektors seit
Donnerstag unter www.klickpreisdetektor.de im Einsatz.
Die Nutzung ist kostenlos und denkbar einfach. Nach Eingabe einer
Internetadresse analysiert der Klickpreisdetektor die Seite nebst
Werbeeinblendungen und gibt die Seite dann wie gewohnt aus, aber
ergänzt um die Werbeklickpreise und um den beworbenen Begriff, für
den der Werbetreibende überhaupt bereit ist, Geld zu bezahlen. Auch
das war ein streng gehütetes Geheimnis. Bis jetzt.
Pressekontakt:
Marc Waesche (Projektentwickler)
Mail: marc(at)waesche.org
Tel. 0177 7 000 001