(ots) - Beim Fußball kann es passieren, dass Fans ihren
Gefühlshaushalt nicht ganz im Griff haben. Wer aber glaubt, Ohrfeigen
austeilen zu müssen, leidet an einem Riss in der Denkschüssel.
Grundsätzlich. Und auf den speziellen Fall Manuel Neuer bezogen.
Idioten bleiben eben Idioten. Auch als Fußballidioten. Und selbst
dann, wenn sie im königsblauen Lebensraum zu Hause sind. Warum es den
Schalker Torhüter beim Festumzug nach dem Pokalsieg getroffen hat,
lässt sich natürlich schnell herleiten. Der 25-Jährige will
ausbrechen. Er will den Verein verlassen. Richtung FC Bayern. Das
jedoch ist nicht nur sein gutes Recht im Fußball unter
professionellen Bedingungen. Das ist auch verständlich. Schalke und
Neuer haben sich nämlich bereits voneinander entfernt. Schalke ist
nicht größer geworden. Neuer schon. Und deshalb kann der Klub dem
derzeit wahrscheinlich weltbesten Torhüter in naher Zukunft sportlich
einfach nicht genug bieten. Wenn ein Riss in der Denkschüssel klafft,
geht aber offensichtlich viel verloren. Einsicht. Respekt. Vor allem:
das menschliche Maß. Der Fußball erweckt allerdings nur immer öfter,
stärker und fatalerweise den Eindruck, dass es sich bei ihm um eine
virtuelle Spielewelt handelt. Das ist ein Problem des Fußballs, dem
diese Realität gegenüber steht: Wer zuschlägt, tut weh - und wird
hoffentlich erwischt und zur Verantwortung gezogen.
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