Potsdamer Köpfe nachtboulevard am 05. Mai 2011, 19.30 Uhr in der Reithalle im Hans-Otto-Theater in der Schiffbauergasse 11, 14467 Potsdam
Dr. Jens Gieseke: Die Stasi – ein ganz normaler Geheimdienst? Ein Rückblick sechzig Jahre nach der Gründung des MfS
(firmenpresse) - Der Umgang mit dem Erbe der Staatssicherheit ist noch immer in aller Munde. Doch was wissen wir heute über diesen Apparat? Handelte es sich dabei um einen „ganz normalen Geheimdienst“, wie die Verteidiger des SED-Staates heute gerne behaupten? Jens Gieseke untersucht in seinem Vortrag die zentralen Mythen über die „Stasi“ – vor und nach 1989 – und konfrontiert sie mit den Ergebnissen von fast zwanzig Jahren aktengestützter Forschung.
Im Zentrum seiner Analyse steht die Frage nach den Triebkräften und Folgen der fast schrankenlosen Expansion des Stasi-Apparates: Warum wurde das Ministerium 1950 gegründet? Welche Rolle spielten „normale“ nachrichtendienstliche Aufgaben tatsächlich? Wo benutzte die Staatssicherheit die Suche nach Spionen und Agenten als Vorwand für die massenhafte Überwachung der eigenen Bevölkerung? Und wie beeinflusste sie die westdeutsche Politik?
Dr. Jens Gieseke, Abteilungsleiter Kommunismus und Gesellschaft am Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam, war langjähriger Mitarbeiter der Forschungsabteilung der Birthler-Behörde. Er ist Autor des Standardwerks „Die Stasi 1945-1990“, neueste Auflage München 2011).