(PresseBox) - Von vorösterlicher Zurückhaltung ist bei Phishern und Spammern keine Spur: Cyberkriminelle nutzten die weltweite Hilfsbereitschaft für die Opfer der Erdbebenkatastrophe in Japan aus und fälschten eine Spendenseite nach dem Vorbild der Website des amerikanischen Roten Kreuz. Mit einem kleinen Spendenbeitrag von nur einem Euro entlockten die kriminellen Handlanger im Cyberspace den Wohltätern ihre persönlichen Daten. Generell ist es im Phishing- und Spam-Umfeld ein anhaltender Trend, Spender abzuzocken. Dies zeigte auch das Erdbeben in Neuseeland Anfang des Jahres. Besonders perfide bei diesem Beispiel: Die Betrüger gaben als Gegenzug für die Hilfsbereitschaft sogar noch Tipps für sichere Online-Überweisungen, bevor sie persönliche Daten ausspähten.
Auch wenn Cyberkriminelle das Erdbeben in Japan gut für sich zu nutzen wussten, sank das Phishing- und Spam-Aufkommen allgemein. Dies ist auf die Abschaltung des Botnets Rustock zurückzuführen. Phishing-Angriffe fielen um über 20 Prozent. Die Anzahl der Phishig-Websites, die mit automatischen Toolkits erstellt werden, sank um über 40 Prozent. Ähnlich sieht es bei Spam aus: Auch wenn dieser immer noch gut 74 Prozent aller E-Mails ausmachte, ging die Anzahl von Spam-Nachrichten im Vergleich zum Vormonat um knapp sechs Prozent zurück. Bei den Betreffzeilen der Spamnachrichten gehörten Angebote für Medikamente, gefälschte Software und Dating Services zu den Top Ten der beliebtesten Themen.