(ots) - Jeder vierte gesetzlich Versicherte
bekommt mindestens einmal pro Jahr ein systemisch wirkendes
Antibiotikum verordnet. Für das Jahr 2009 waren das mehr als 18
Millionen Bundesbürger. Das wertete das Deutsche
Arzneiprüfungsinstitut e.V. (DAPI) anhand von Rezeptdaten der
Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) aus. Alle systemisch wirkenden
Antibiotika sind in Deutschland rezeptpflichtig. "Wer Antibiotika
verordnet bekommt, sollte diese unbedingt so lange einnehmen wie
vorgesehen", sagt Prof. Dr. Martin Schulz, Geschäftsführer Pharmazie
des DAPI. Ein Therapieabbruch kann dazu führen, dass längerfristig
die Wirkung eines Antibiotikums durch die Ausbildung einer Resistenz
abnimmt.
Im Durchschnitt wurden jedem mit Antibiotika behandeltem Patienten
im Verlauf des Jahres 2009 rund 2,5 Packungen verordnet. Das
summierte sich auf 45 Mio. Packungen im Jahr. Nicht berücksichtigt
wurden Antibiotika, die lokal angewendet werden. Auch
Sprechstundenbedarf oder Privatrezepte wurden nicht erfasst.
Unterschiede gab es bei den einzelnen Kassenarten. So zeigen die
DAPI-Daten, dass Versicherte der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK)
und der Betriebskrankenkassen (BKK) überdurchschnittlich viele
Antibiotika-Packungen pro Patient erhalten: 3,1 (AOK) bzw. 2,7 (BKK)
Packungen pro Patient und Jahr. Zum Vergleich: Die Patienten der
anderen Kassenarten werden im Jahresmittel mit 2,1
Antibiotika-Packungen behandelt. Die Gründe hierfür wurden nicht
untersucht.
Die Pressemitteilung und weitere Informationen unter www.abda.de
und www.dapi.de
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Dr. Ursula Sellerberg, MSc
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