(ots) - Nachdem nun die abschließenden Sektionsergebnisse
von Knut vorliegen, fordert VIER PFOTEN erneut den Ausstieg aus der
Eisbärenzucht in Zoos. Auch wenn kein medizinischer Zusammenhang
zwischen Knuts Haltung, seinen genetischen Anlagen und seinem
plötzlichen Tod nachgewiesen werden kann, steht dennoch außer Frage,
dass die Haltung von Polarbären unter Zoobedingungen tierschutzwidrig
ist.
Knut hatte offensichtlich aufgrund einer tödlichen Hirnkrankheit
keine Überlebenschance. Doch auch wenn er überlebt hätte - in seinem
winzigen Betongehege hätte er auf engstem Raum mit Artgenossen nicht
artgemäß leben können. Nicht viel anders ergeht es Polarbären in
anderen zoologischen Einrichtungen. "Woran auch immer Knut gestorben
ist, die miserable Haltung der Eisbären im Berliner Zoo und anderswo
darf nicht länger toleriert werden", erklärt VIER PFOTEN
Wildtierexperte Thomas Pietsch.
Es ist unmöglich, den Lebensraum eines Eisbären in einem
Tiergarten nachzubilden. Alle Zoos scheitern dabei an den
Gehegegrößen, deren Gestaltung und nicht zuletzt an den klimatischen
Bedingungen. Die hoch spezialisierten Langstreckenläufer können ihr
natürliches Verhaltensrepertoire nicht ausleben, und ein erschreckend
hohes Maß der Eisbären in Gefangenschaft zeigt Stereotypien. "Alles
spricht dafür, sich mit Knut auch von allen anderen Zooeisbären auf
lange Sicht zu verabschieden. Der Erhalt der natürlichen Lebensräume
und der wildlebenden Tiere sollte Priorität haben" sagt Pietsch. Ein
Auslaufen der Zoohaltung schafft Platz für weniger problematische
Zootierarten und setzt vor allem dringend benötigte Mittel für
sinnvolle Artenschutzmaßnahmen frei. VIER PFOTEN fordert daher den
Berliner Zoo auf, weitere Zuchtbemühungen mit den verbliebenen
Eisbären einzustellen.
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