(firmenpresse) - Sowohl der Verbund Service und Fahrrad e.V. (VSF) als auch der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) haben in diesen Tagen aktuelle Zahlen zum Fahrradmarkt in Deutschland veröffentlicht. Der ZIV lieferte gar auf seiner Wirtschaftspressekonferenz im Rahmen des Metromobile Kongresses, der den Auftakt zur Besuchermesse VELOBerlin (26.-27. MĂ€rz) bildete, eine ganze Zahlenflut zum Thema Fahrrad- und E-Bike-Markt in Deutschland und Europa. Der pressedienst-fahrrad hat die wichtigsten Fakten fĂŒr Sie zusammengestellt.
2010 wurden 33 Prozent mehr E-Bikes verkauft als im Vorjahr
[pd-f / cp] Rund 200.000 E-Bikes wurden laut ZIV (www.ziv-zweirad.de) und VSF (www.vsf.de) im Jahr 2010 verkauft. Das entspricht einer Verkaufssteigerung um 33,3 Prozent zum Vorjahr 2009, in dem rund 150.000 dieser elektrisch unterstĂŒtzten FahrrĂ€der in Umlauf gebracht wurden. Damit hat sich die Zahl der verkauften E-Bikes in den letzten vier Jahren nahezu verdreifacht. Die E-Bike-Marktentwicklung in Europa ist laut ZIV im vergangenen Jahr sogar um 40 Prozent gestiegen und erreichte die 700.000 StĂŒck-Marke. AbsatzstĂ€rkste MĂ€rkte sind hierbei Deutschland und die Niederlande. Sie "sind mit einem Anteil von 50 Prozent mit Abstand die gröĂten MĂ€rkte fĂŒr E-Bikes in Europa".
Als Grund fĂŒr dieses rasante Wachstum sieht der ZIV die "sich stĂ€ndig weiterentwickelnde Technik, das neue Design und die ErschlieĂung neuer Zielgruppen". Mittlerweile gibt es fĂŒr nahezu jeden Radtyp auch mindestens ein E-Bike-Modell. Selbst das Mountainbike gibt es seit neuestem mit elektrischer TretunterstĂŒtzung. "Ergebnis ist, dass die E-Bikes mittlerweile einen Anteil von 5 Prozent am deutschen Fahrradmarkt haben - Tendenz steigend", heiĂt es beim ZIV. Gunnar Fehlau, Leiter des pressedienst-fahrrad, meint jedoch dazu, dass diese relativ niedrige Zahl nicht zu Fehlannahmen verleiten dĂŒrfe: "Die StĂŒckzahlen und UmsĂ€tze des Pedelecs mĂŒssen in Bezug auf den Markt solider AlltagsrĂ€der gesehen werden; die Anteile der SportgerĂ€te und KinderrĂ€der spielen keine Rolle", erklĂ€rt Fehlau und ist der Meinung, dass 2011 bereits "knapp 10 Prozent aller ernsthaft genutzten AlltagsrĂ€der solider QualitĂ€t als Pedelec gekauft werden." Doch auch der ZIV ist sehr optimistisch, was die Marktentwicklung des E-Bikes betrifft: "Mittelfristig kann der Anteil der E-Bikes am Gesamtfahrradmarkt in Deutschland zwischen 10 und 15 Prozent liegen, dies entspricht einer StĂŒckzahl von 400.000 bis 600.000 Fahrzeugen", so Siegfried Neuberger GeschĂ€ftsfĂŒhrer des ZIV.
FĂŒr ein Pedelec gaben KĂ€ufer 2010 im deutschen Premium-Fachhandel nach Datenlage des VSF im Schnitt 2.404 Euro aus.
RĂŒcklĂ€ufige Verkaufszahlen, steigender Umsatz
Dank der positiven Verkaufszahlenentwicklung im E-Bike-Segment konnte der Gesamtumsatz mit FahrrĂ€dern 2010 um 1,7 Prozent auf 1,84 Milliarden Euro gesteigert werden, auch wenn sich die StĂŒckzahl der verkauften RĂ€der in Deutschland mit 1,1 Prozent rĂŒcklĂ€ufig zeigt. Demnach wurden laut ZIV im Jahr 2010 insgesamt 4,01 Millionen FahrrĂ€der an den Mann oder die Frau gebracht. Damit belaufe sich der Fahrradbestand in deutschen Haushalten auf rund 69 Millionen StĂŒck.
Der durchschnittliche Verkaufspreis fĂŒr FahrrĂ€der liegt laut ZIV bei rund 460 Euro pro StĂŒck. Allerdings hĂ€lt Albert Herresthal, GeschĂ€ftsfĂŒhrer des VSF, diese Zahl fĂŒr wenig aussagekrĂ€ftig in Bezug auf die Frage, was ein gutes Fahrrad koste. Die Zahl beziehe sich auf alle VertriebskanĂ€le und Radtypen. FĂŒr eine realistische Betrachtung mĂŒssten jedoch erst einmal alle Kinderfahrzeuge und "fabrikneuer SperrmĂŒll" aus den Bau- und SupermĂ€rkten aus der Erhebung herausgenommen werden. So hat der VSF aus den Daten des Fachmediums SAZbike ermittelt, dass fĂŒr City- und TrekkingrĂ€der im Standard-Fahrradfachhandel durchschnittlich 624 Euro bezahlt werden. Dies deckt sich mit der Aussage Fehlaus: "Unter 500 Euro gibt es nur Spielzeuge fĂŒr groĂe oder kleine Kinder, aber keine soliden RĂ€der fĂŒr den Alltagsbetrieb." Der VSF hat fĂŒr das Jahr 2010 im Premium- Fachhandel, also fĂŒr die versierten RadlĂ€den in denen aktive Touren und Alltagsradler einkaufen, einen durchschnittlichen Fahrradpreis von 1.057 Euro erhoben.
Auch 2010 liegt der Hauptanteil der verkauften RÀder bei TrekkingrÀdern (35 Prozent, 2009: 34 Prozent) beziehungsweise City- und Urbanbikes (25 Prozent, 2009: 24,5 Prozent). An dritter Stelle folgen Mountainbikes mit 11 Prozent (2009: 11 Prozent). 8 Prozent Marktanteil haben die sogenannten ATBs ("All Terrain Bike", 2009: 9 Prozent), es folgen Renn-, Fitness- und Crossbikes mit zusammen 6 Prozent (2009: 7 Prozent) und die E-Bikes mit 5 Prozent (2009: 4 Prozent). JugendrÀder hatten 2010 einen Marktanteil von 3,5 Prozent (2009: 4 Prozent), Holland- und TourenrÀder 3 Prozent (2009: 2,5 Prozent) und KinderrÀder 2,5 Prozent (2009: 3 Prozent).
Mehrwert QualitÀt
"Den Deutschen ist ein gutes Fahrrad wichtig und sie entwickeln einen immer ausgeprĂ€gteren Sinn fĂŒr QualitĂ€t", erklĂ€rt Herresthal. Dass diese QualitĂ€t vor allem im Fachhandel gesucht und gefunden wird, zeige der stetig steigende Fachhandelsanteil im Fahrradverkauf. Laut ZIV wurden 2010 69 Prozent aller gekauften RĂ€der im Fachhandel erworben. "Ein Wert, der verdeutlicht, dass es der Fahrrad-Fachhandel geschafft hat, in einem schwierigen Umfeld mit QualitĂ€ts-und Service-Angeboten weiter zu punkten", heiĂt es auch beim ZIV.
Beide VerbĂ€nde blicken optimistisch in die Fahrrad-Zukunft: Rund 80 Prozent aller im Jahr 2010 verkauften FahrrĂ€der waren gemÀà der StVZO ausgestattet. Das zeige laut ZIV, dass die Rolle des Fahrrades als Grundlage fĂŒr eine umweltfreundliche, gesunde und individuelle MobilitĂ€t in der Bevölkerung angekommen ist. Ob in der Freizeit, im Alltagsverkehr oder auf dem Weg zur Arbeit - die Fahrradnutzung steigt kontinuierlich. Daher geht der ZIV davon aus, dass sich der deutsche Fahrrad-, Fahrradteile-und -komponenten Markt auch im Jahr 2011 positiv entwickeln wird. Auch Herresthal sieht das Wachstumspotenzial vor allem im alltĂ€glichen Gebrauch des Fahrrads: GroĂstĂ€dte wie Berlin, MĂŒnchen und Hamburg setzen spezifische Radverkehrsstrategien erfolgreich um und erreichen aktuell Radverkehrsanteile zwischen 13 Prozent (Hamburg und Berlin) und 14 Prozent in MĂŒnchen. Tendenz: deutlich steigend. "Das sind Millionen Neuradler, die die Krankenkassen und Kommunen entlasten, wenn sie in moderne RĂ€der investieren. Von der gesteigerten Lebensfreude möchte ich hier gar nicht sprechen ... das muss jeder selbst erFAHREN!", freut sich Branchenkenner Herresthal.
Der pressedienst-fahrrad hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem guten Fahrrad und dessen Anwendung mehr Ăffentlichkeit zu verschaffen. Denn wir sind der Meinung, dass Radfahren nicht nur SpaĂ macht und fit hĂ€lt, sondern noch mehr ist: Radfahren ist aktive, lustvolle MobilitĂ€t fĂŒr Körper und Geist. Kurz: Radfahren ist LebensqualitĂ€t, Radfahren ist clever und Radfahren macht Lust auf mehr...
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