Öl & Fett - so läuft das Rad wie geschmiert

"Viel hilft viel" ist ein klassischer Tip bei der Fahrradpflege. Doch viel wo von eigentlich? Der pressedienst-fahrrad zeigt, wo das Fahrrad Fett und Öl braucht und welche Tabuzonen es gibt.

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(pressekat) - Lager bekommen Fett.
Kugel- und Nadellager finden sich beim Fahrrad an den Pedalen, Radnaben, Tretlager und Steuersatz. Diese benötigen Lagerfett. Die Lagerschalen von Steuersatz - er hält die Gabel im Rahmen - und Tretlager sollten mit Montagepaste montiert werden.

Gerade bei Kugellagern hat die Fettpackung zusätzlich die Funktion, Schmutz und Feuchtigkeit vom Lager fernzuhalten. Denn jedes Sandkorn, das zwischen Kugeln und Laufbahn gerät, trägt zur allmählichen Zerstörung der glatten Oberflächen bei. Übrigens gehen immer mehr Komponentenhersteller dazu über, die Konuskugellager an Tretlager, Naben und Pedalen gegen wartungsfreie, sogenannte Industriekugellager auszutauschen. "Gerade Vielfahrer profitieren von den modernen Industriekugellagern, die durch gute Dichtungen wartungsfrei sind und praktisch ewig halten", weiß Mario Moeschler vom Trekkingbike-Hersteller Winora (www.winora.de).
Stefan Scheitz, Produktmanager beim Rennrad-Spezialisten Felt (www.felt.de), hält dagegen, dass kein Industrielager so weich und reibungsarm läuft wie ein perfekt justiertes Konuslager.

Gleitende Verbindungen brauchen Öl.
Gleitendgelagerte Verbindungen finden sich beim Fahrrad an den Bremssockeln der V-Bremsen, an der Mechanik der Schaltung und den Bremshebeln. Diese Verbindungen sollten regelmäßig mit einem dünnflüssigen Öl geschmiert werden", empfiehlt Bodo Franz von Pflegemittelhersteller Rema Tip Top (www.tiptop.de).
Beim Ölen oft vergessen werden Schalt- und Bremszüge, was im Winter gefährliche Folgen haben kann: "Vor allem bei Rädern mit tiefem Durchstieg kommt es vor, dass sich Feuchtigkeit im Bogen des Bremszuges sammelt. Bei einer frostigen Nacht kann so der Zug einfrieren, und morgens merkt man, dass man keine Bremswirkung hat", beschreibt Tobias Erhard vom Komponentenhersteller SRAM (www.sram.com) die Gefahren fettfrei montierter Züge. Immerhin: "Vielfach werden ja inzwischen vorgeschmierte Zugsets montiert", gibt Erhard Entwarnung. Dennoch - bei der Montage eines neuen Zuges gehört ein dünner Öl-Film drauf. [Link: Schaltungstrends]



Sonderfall: Kette.
An anderer Stelle wirkt sich die Schmierung allerdings schmutzanziehend statt -abstoßend aus: die Kette! Der mehr oder weniger offenliegende Gliederstrang sammelt permanent allerlei Staub- und Schmutzteilchen auf, die an seiner öligen Oberfläche kleben bleiben. Diese müssen regelmäßig abgewischt und die Kette neu geölt werden. Dennoch lässt sich nicht vermeiden, dass das Organ der Kraftübertragung über seine Lebensdauer immer dreckiger wird. Doch die Schmiermittelindustrie macht stetige Fortschritte: Wer es qualitativ hochwertig mag, greift zum Nano-Diamant-Kettenspray oder -Kettenöl. Dieses Produkt ist ein Langzeit-Schmierstoff mit hervorragenden Hafteigenschaften. "Zudem wird aber durch die Nanotechnologie die Oberfläche geschlossen und somit die Reibung verringert und der Verschleiß reduziert", beschreibt Bodo Franz von Rema Tip Top (www.tiptop.de) die Wirkweise dieser neuen Schmierstoffe.

Saubere Sache: Gekapselte Kette.
Radfahrer, die auf eine Nabenschaltung vertrauen, sollten ohnehin darüber nachdenken, ihren Drahtesel mit einem geschlossenen Kettenkasten auszustatten. Heiko Müller von Riese und Müller (www.r-m.de) hat den gekapselten Antrieb sogar fest in die Rahmenkonstruktion integriert (Modelle Avenue und Culture). Mit besten Erfahrungen! "Wir bekommen von Vielfahrern die Rückmeldung, dass auch an älteren Modellen mit der Kettenführung im Rahmen die Ketten noch wie am ersten Tag laufen."

Fett ist Pflicht bei der Erstmontage.
Reibungsminderung ist nur eine Aufgabe der Schmierstoffe - mindestens ebenso wichtig ist die Verhinderung von Korrosion. Wo unterschiedliche Metalle aufeinanderstoßen, droht Kontaktkorrosion, zumal, wenn Feuchtigkeit im Spiel ist. Wilhelm Humpert, Geschäftsführer des gleichnamigen Lenkerherstellers (www.humpert.com), schildert einen typischen Fall: "Auch beste Materialgüte ist auf Montagepaste angewiesen. "festgefressene" Stützen lassen sich auch vom Profi kaum zerstörungsfrei demontieren." Humpert kennt noch eine Gefahr: "Wenn Sie die Gewinde der Klemmschrauben an Sattelstütze und Vorbau nicht fetten, erreichen Sie nicht das nötige Anzugsmoment - dann kann beispielsweise der Sattel verrutschen."

Unbedingt mit Montagepaste behandelt werden sollten neben der Sattelstütze auch der Vorbauschaft, die Gabel- und Lenkerklemmung des Vorbaus sowie die Flächen der Sattelklemmung, die Sockel der V-Bremsen und die Achsen der Schnellspanner. Selbstverständlich (und dennoch hier erwähnt) müssen sämtliche Verschraubungen am Fahrrad, von den Pedalen bis hin zu Kleinigkeiten wie den Flaschenhalterschrauben, bei der Erstmontage gefettet werden.

Tabuzone Bremse.
Und wo darf Fett, Öl und Montagepaste auf keinen Fall hin gelangen? "Sensible Bereiche sind Scheibenbremsen, insbesondere ihre Beläge, sowie natürlich die Bremsflächen und -beläge der Felgenbremsen", erklärt Christian Malik vom Mountainbike-Hersteller HaiBike (www.haibike.de). "Vorsicht ist geboten, wenn man mit Sprühöl hinten am Zahnkranz oder der Kette hantiert - da geht schnell mal etwas daneben und auf die nahegelegene Bremsscheibe", so Malik weiter. Auch bei widerspenstigen Reifen, deren Montage auf die Felge sich schwierig gestaltet, könnte man auf die Idee kommen, mit fetten Mittelchen nachzuhelfen. "Öl oder Fett ist hier tabu, denn sonst kann der Reifen bei der Fahrt von der Felge heruntergleiten", warnt Carsten Zahn, Produktmanager bei der Reifenfirma Schwalbe (www.schwalbe.de), und nennt sofort eine Lösung: "Unser Montagefluid Easy Fit ist extra dafür entwickelt, es vereinfacht die Montage und verdunstet nach wenigen Minuten rückstandsfrei. So sitzt der Reifen anschließend sicher und fest auf der Felge."

Federungen wünschen sich dünnflüssiges Öl.
Auch bei modernen Fahrradfederungen kann Reibung durchaus zum Problem werden. Moderne Öl-Luft-Federgabeln sind auf perfekt sitzende Dichtungen angewiesen, allerdings auch darauf, dass die Dichtungen möglichst wenig Reibung bieten, damit die Federung leicht ansprechen kann. "Wir empfehlen, die Tauchrohre der Federgabeln von Zeit zu Zeit abzuwischen und mit Sprühöl zu behandeln", erklärt Dirk Belling vom Federungshersteller RockShox (www.rockshox.com) und warnt: "Aber bitte darauf achten, dass das Öl nicht die Dichtungen angreift".

Carbon: Fett kann gefährlich werden.
Einen Sonderfall sind Bauteile aus Kohlefasermaterial. Die Leichtbau-Komponenten sind oftmals sehr empfindlich, weswegen man die Klemmkraft etwa einer Sattelstützenschelle am Rahmen mit dem Drehmomentschlüssel dosieren muss. Statt herkömmlichem Fett empfiehlt Rennradexperte Scheitz eine spezielle Montagepaste für Carbon-Bauteile. Diese gibt auch glatt lackierten Carbonstützen bei maximal zulässigem Drehmoment sicheren Halt. Ähnlich sieht es etwa bei der Klemmung eines Carbonlenkers im Vorbau aus. "Trocken montieren ist nicht optimal", warnt jedoch Rennrad-Experte Scheitz. "Carbon kann zwar nicht korrodieren, aber die Montage kann schwierig werden und es kommt oft zu Geräuschbildung." Deswegen schwört Scheitz auf die Spezialpaste: "Damit können sogar die Anzugdrehmomente deutlich reduziert werden."

Nicht vergessen: Kontaktspray für die Lichtanlage.
Sicherheitsrelevant ist eine Portion Schmiermittel auch an einer gänzlich unerwarteten Stelle: Die kleinen Steckkontakte der Lichtanlage können durchaus einmal korrodieren, weshalb eine prophylaktische Behandlung mit Kontaktspray angeraten ist. Guido Müller, Geschäftsführer des Beleuchtungsspezialisten Busch und Müller (www.bumm.de), mag kein Produkt besonders empfehlen, gibt aber einen entscheidenden Hinweis: "Das Wichtige ist, ein Sprühöl zu nehmen, das leitet."



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Datum: 28.06.2007 - 09:07
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