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DIN - Deutsches Institut für Normung e.V. /
ISO 26000 geht an den Start
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Erster internationaler Leitfaden zur gesellschaftlichen Verantwortung von
Organisationen
Die Globalisierung vernetzt Unternehmen, Organisationen, Menschen, Produkte und
Dienstleistungen immer enger. Welche Anforderungen stellt das an unser Handeln,
unser Verhalten? Können wir die Folgen unseres Tuns richtig abschätzen? Mit der
am 1. November von der internationalen Normungsorganisation ISO herausgebrachten
Norm ISO 26000 Leitfaden zur gesellschaftlichen Verantwortung liegt erstmalig
eine Anleitung vor, die es Organisationen weltweit ermöglicht, ihre
gesellschaftliche Verantwortung systematisch zu identifizieren und zu
priorisieren.
Der Leitfaden richtet sich an Unternehmen, aber auch an
Nichtregierungsorganisationen oder öffentliche Einrichtungen, die ein Interesse
daran haben, sich nach international breit akzeptierten Kriterien für
gesellschaftliche Verantwortung zu richten. Der Generalsekretär der ISO, Rob
Steele, kommentierte die Veröffentlichung: "ISO 26000 unterscheidet sich von
bereits bestehenden Initiativen zum Thema gesellschaftliche Verantwortung durch
den breiten internationalen Konsens, der erzielt wurde und in dem man sich auf
die zentralen Punkte geeinigt hat. So haben Vertreter von Entwicklungsländern,
Unternehmen, Regierungen, Verbraucher-, Arbeitsschutz- und
Nichtregierungsorganisationen mitgearbeitet." Von deutscher Seite aus haben
Vertreter der Wirtschaft, der öffentlichen Hand, der Verbraucherschaft, der
Nichtregierungsorganisationen, der Gewerkschaften sowie Ethikexperten aus
Beratung und Wissenschaft die nationalen Interessen beraten und auf
internationaler Ebene eingebracht. Zuletzt hatte sich Deutschland allerdings bei
der internationalen Schlussabstimmung enthalten, weil das deutsche
Spiegelgremium keinen Konsens zu dem Papier fand.
Hartmut Müller von der Robert Bosch GmbH und Obmann des deutschen
Spiegelgremiums zieht dennoch ein positives Fazit: "Mit der ISO 26000 ist es
gelungen zwischen den Anspruchsgruppen und den verschiedensten Ländern zu
gemeinsamen Standpunkten zu kommen und eine Basis zu schaffen für das, was mit
gesellschaftlicher Verantwortung gemeint ist und was mindestens in der Praxis
umgesetzt werden soll." Dr. Michael Wimmer, Regierungsdirektor im Referat für
internationale Arbeits- und Sozialpolitik im Bundesministerium für Arbeit und
Soziales, knüpft hohe Erwartungen an das Dokument: "Mit diesem Leitfaden wird
ein überfälliger Standard gesetzt, von dessen ausgesprochen flexiblem Ansatz
sich jedoch niemand überfordert fühlen muss. Die ISO 26000 wird zu spürbar mehr
Nachhaltigkeit beitragen. Organisationen, die Verantwortung ernst nehmen, werden
den neuen Standard rasch schätzen lernen."
Inwieweit eine Organisation ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nachkommt,
kann laut ISO 26000 unter anderem folgende Aspekte beeinflussen:
* ihre Wettbewerbsfähigkeit;
* ihr Ansehen;
* ihre Fähigkeit, Erwerbstätige oder Mitglieder, Kunden, Auftraggeber oder
Nutzer zu gewinnen bzw. zu binden;