Preisgrenzen fĂŒr Roaming sinken - ab 1. Juli maximal 46 Cent / Tipps fĂŒrs Telefonieren und Surfen im Urlaub
(PresseBox) - Viele Deutsche nehmen ihr Handy in den Urlaub mit. Die meisten Mobilfunk-Karten sind automatisch frei geschaltet fĂŒr GesprĂ€che im Ausland. Die Preise fĂŒr das "Roaming" - die Weiterleitung von Anrufen ins Ausland oder GesprĂ€che aus dem Ausland nach Deutschland - sind in den letzten Jahren weiter stark gesunken. Dazu haben spezielle Reiseangebote vieler Netzbetreiber und eine EU-Regelung beigetragen. Zurzeit dĂŒrfen abgehende Anrufe im Ausland höchstens 51 Cent pro Minute kosten, ankommende GesprĂ€che maximal 23 Cent (inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer). Ab dem 1. Juli 2010 gelten weiter abgesenkte Preisgrenzen: Dann dĂŒrfen abgehende Anrufe maximal 46 Cent kosten, ankommende GesprĂ€che bis zu 18 Cent inklusive Mehrwertsteuer. Eine weitere Preissenkung ist fĂŒr den Sommer 2011 vorgesehen.
Eine Obergrenze gilt auch fĂŒr SMS: Der Versand von Kurzmitteilungen aus dem Ausland kostet maximal 13 Cent inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer. Das ist weniger als der typische Inlandspreis von 19 Cent. Diese Regelung kritisiert der BITKOM. "Langfristig geht die Regulierungspolitik der EU auch am Interesse der Verbraucher vorbei", gibt BITKOM-PrĂ€sident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer zu bedenken. "Wenn die EU die Preise kĂŒnstlich niedrig hĂ€lt, fehlt den Unternehmen Geld fĂŒr Investitionen in Netzausbau und qualitĂ€t." Die Preisdiktate seien kontraproduktiv.
Die EU greift inzwischen auch beim Daten-Roaming ein, also der mobilen Internet-Nutzung mit dem Handy im Ausland. Hier gibt es keine festen Preis-Limits fĂŒr Endverbraucher. Reguliert werden die Entgelte, die sich die Netzbetreiber verschiedener LĂ€nder gegenseitig in Rechnung stellen. Bereits heute dĂŒrfen Anbieter untereinander nicht mehr als einen Euro pro Megabyte fĂŒr den Datentransfer berechnen. Diese Obergrenze wird schrittweise auf 80 Cent pro Megabyte im Jahr 2010 und 50 Cent pro Megabyte im Jahr 2011 abgesenkt.
Der BITKOM gibt Tipps, wie Handynutzer international preiswert telefonieren können und was sie auf Reisen beachten sollten:
1. Tarife und Handy-Einstellungen prĂŒfen
Bei den meisten Mobilfunk-Anbietern sind die Roaming-Konditionen recht ĂŒbersichtlich. Ăblich sind einheitliche Tarifmodelle fĂŒr ganze LĂ€ndergruppen. Die Kunden mĂŒssen sich also nicht bei jedem GrenzĂŒbertritt auf andere Minutenpreise einstellen. Dabei kooperieren viele Anbieter mit auslĂ€ndischen Partnernetzen, in denen die Tarife vergleichsweise niedrig sind. In diesem Fall lohnt es sich, die automatische Netzwahl im Handy abzuschalten und das Partnernetz per manueller Voreinstellung zu bestimmen. Innerhalb der EU gelten ohnehin die oben genannten Preisgrenzen fĂŒr abgehende und ankommende GesprĂ€che. Weitere Details können die Nutzer auf der Internet-Seite ihres Anbieters oder bei der Service-Hotline erfahren. Der Kundendienst kann auch prĂŒfen, ob die Mobilfunkkarte fĂŒr GesprĂ€che im Ausland frei geschaltet ist. Bei Prepaid-Karten von Discountern kann es EinschrĂ€nkungen geben.
2. Spezielle Auslands-Angebote nutzen
Immer mehr Anbieter haben spezielle Angebote oder Optionen fĂŒr das Telefonieren im Ausland. Je nach Tarifmodell sind diese fĂŒr GeschĂ€fts- und/oder Urlaubsreisende geeignet. Sie sind teils mit einer zusĂ€tzlichen GrundgebĂŒhr verbunden, bieten dafĂŒr aber besonders niedrige Minutenpreise. Das lohnt sich spĂ€testens dann, wenn man hĂ€ufiger zu Hause anruft oder geschĂ€ftlich erreichbar bleiben muss.
3. Ăber Datentarife informieren
Ein groĂer Teil der Nutzer surft in Deutschland bereits mit Flatrates oder Volumentarifen mobil im Internet. Diese Pauschalen gelten aber in der Regel nur im Inland. Damit das Abrufen von E-Mails oder das Surfen im Web nicht die Urlaubskasse sprengt, sollten sich Mobilfunk-Kunden vor Reisebeginn informieren. Auch fĂŒr das Daten-Roaming haben immer mehr Netzbetreiber und Provider gĂŒnstige Angebote, zum Beispiel in Form von Tages-Flatrates. Wer auf das mobile Surfen im Ausland verzichten will, sollte prĂŒfen, ob er das Daten-Roaming am Handy abstellen kann. So lassen sich unliebsame Ăberraschungen, etwa durch eine automatischen Abruf von E-Mails, vermeiden.
4. Alternativen abwÀgen
Eine Alternative fĂŒr Langzeit-Urlauber können auslĂ€ndische Prepaid-Karten sein - oder Mobilfunkkarten spezieller Reise-Discount-Anbieter. Nachteil: Bei diesen Karten bekommt man eine neue Nummer, die man Freunden und Bekannten erst mitteilen muss. Auch sind manche deutsche Prepaid-Handys fĂŒr Karten anderer Anbieter gesperrt. Weniger komfortabel als das eigene Handy, aber gĂŒnstig sind auch so genannte Calling Cards. Dabei kaufen Reisende ein Guthaben, das sie etwa von öffentlichen Telefonzellen aus nutzen können. Wer im Hotel einen drahtlosen Internet-Zugang hat, kann damit eventuell gĂŒnstig oder gratis im Web surfen oder E-Mails abrufen und ĂŒber einen Laptop oder ein WLANfĂ€higes Handy telefonieren, wenn das GerĂ€t GesprĂ€che per Internet unterstĂŒtzt. Die nötigen Programme sind fĂŒr die meisten Laptops und immer mehr Smartphones verfĂŒgbar.
5. Technische Voraussetzungen klÀren
In 220 LĂ€ndern gibt es Mobilfunknetze nach dem europĂ€ischen GSM-Standard. Die hier verbreiteten Dualband-Handys funktionieren daher vielerorts in Asien, Afrika, Australien und auf den pazifischen Inseln. EinschrĂ€nkungen gibt es in Japan, SĂŒdkorea, Nord- und SĂŒdamerika sowie auf einigen Karibik-Inseln. Dort gibt es teils andere Frequenzen oder Mobilfunk-Standards. Am besten die Hotline fragen, ob sich das eigene Handy am Reiseziel ins Netz einbucht. Falls nicht: Manche Anbieter vermieten geeignete Telefone fĂŒr Urlaub oder GeschĂ€ftsreise. Falls ohnehin ein Handy-Kauf ansteht, ist fĂŒr Amerika-Reisende ein Tri- oder Quadband-GerĂ€t erste Wahl. Das funktioniert in den USA und Kanada - zumindest dort, wo ein GSM-Netz vorhanden ist. Mit modernen UMTS-Handys lĂ€sst sich zusĂ€tzlich auch in Japan und Korea telefonieren. Informationen zur Netzabdeckung und auslĂ€ndischen Anbietern gibt es unter: www.gsmworld.com/roaming/gsminfo (englisch).
6. Nummern im internationalen Format speichern
Im Handy-Adressbuch werden Telefonnummern am besten im internationalen Format gespeichert. Das "+" ersetzt dabei die aus dem Festnetz gewohnte 00 fĂŒr AuslandsgesprĂ€che. Es lĂ€sst sich bei allen Mobiltelefonen durch lĂ€ngeres DrĂŒcken der '0' eingeben. Dann folgt der LĂ€nder-Code. Deutsche AnschlĂŒsse beginnen zum Beispiel mit +49. AnschlieĂend werden die Ortsvorwahl ohne 0 und die Rufnummer eingegeben. So lassen sich die Nummern auch vom Ausland aus problemlos anrufen. Im Ăbrigen: Der Notruf 112 funktioniert mit allen Handys innerhalb der EU und in der Schweiz.
Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. vertritt mehr als 1.300 Unternehmen, davon 950 Direktmitglieder mit etwa 135 Milliarden Euro Umsatz und 700.000 BeschĂ€ftigten. Hierzu zĂ€hlen Anbieter von Software, IT-Services und Telekommunikationsdiensten, Hersteller von Hardware und Consumer Electronics sowie Unternehmen der digitalen Medien. Der BITKOM setzt sich insbesondere fĂŒr bessere ordnungspolitische Rahmenbedingungen, eine Modernisierung des Bildungssystems und eine innovationsorientierte Wirtschaftspolitik ein.
Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. vertritt mehr als 1.300 Unternehmen, davon 950 Direktmitglieder mit etwa 135 Milliarden Euro Umsatz und 700.000 BeschĂ€ftigten. Hierzu zĂ€hlen Anbieter von Software, IT-Services und Telekommunikationsdiensten, Hersteller von Hardware und Consumer Electronics sowie Unternehmen der digitalen Medien. Der BITKOM setzt sich insbesondere fĂŒr bessere ordnungspolitische Rahmenbedingungen, eine Modernisierung des Bildungssystems und eine innovationsorientierte Wirtschaftspolitik ein.