Europaweite Studie: Mit neuer TV-Ausrüstung ins Sportjahr 2010 ? und raus aus der Krise

Europaweite Studie: Mit neuer TV-Ausrüstung ins Sportjahr 2010 ? und raus aus der Krise

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- Krise sorgt 2009 europaweit für Umsatzrückgang von über sechs Prozent
- Deutschland 2009 auf Platz 3 bei den Ausgaben je Haushalt
- Kaufabsichten für 2010 durchweg gestiegen
- Flachbildschirme, Smartphones
Co. 2010 gefragt

München, 30. April 2010: Heftig hat die Wirtschaftskrise im vergangenen Jahr den europäischen Markt für TV und HiFi erschüttert. Das geht aus dem Europa Konsumbarometer 2010 hervor, einer Studie der Dresdner-Cetelem Kreditbank in ausgewählten europäischen Ländern. Rund sechs Prozent ihres Marktvolumens musste die Branche im Krisenjahr 2009 einbüßen. "Der deutsche Markt blieb im europäischen Vergleich verhältnismäßig unbeschadet. Verglichen mit den anderen Ländern haben die Deutschen im letzten Jahr das meiste Geld in Flachbildschirme und HiFi-Anlagen investiert", freut sich Dr. Anja Welsch, Bereichsleitung Sales Support
Marketing der Dresdner-Cetelem Kreditbank. "Wenn 2010 tatsächlich ein Viertel der Europäer seine Kaufabsichten verwirklicht, wird das laufende Jahr wieder erfolgreicher."

Was sich 2008 bereits angekündigt hatte, setzte sich im Krisenjahr fort: Die europäische TV- und HiFi-Branche erlitt 2009 Einbußen von rund sechs Prozent. In diesem Umfeld ist das deutsche Minus von knapp vier ein halb Prozent auf geschätzte 8,7 Milliarden Euro relativ harmlos. Nur in Italien fällt der Umsatzrückgang mit vier Prozent etwas geringer aus. Einen besonders drastischen Rückgang des Marktvolumens um fast 30 Prozent verzeichnete die Slowakei.

Ausgaben je Haushalt ? Deutschland auf Platz drei
Auch bei den durchschnittlichen Ausgaben je Haushalt für Geräte aus dem Bereich der Unterhaltungselektronik, rangiert Deutschland auf den vorderen Plätzen. Die Deutschen gaben 2009 im Schnitt 217 Euro pro Haushalt für TV und HiFi aus. Damit stehen sie europaweit an dritter Stelle hinter Frankreich (267 Euro) und Portugal (262 Euro). Bei vergleichbarem Einkommen wächst die Differenz und die beiden Spitzenreiter tauschen die Plätze: Mit 311 Euro hat Portugal hier ganze zehn Euro Vorsprung gegenüber den Franzosen. Deutschland bleibt mit 163 Euro Dritter.



Durchweg gestiegene Kaufabsichten für 2010
War 2009 schwierig, so besteht für das laufende Jahr aller Grund zur Zuversicht. Mehr als ein Viertel der Europäer bekundet für 2010 Kaufabsichten im Bereich TV und HiFi. Das entspricht einer Steigerung um zehn Prozentpunkte. Besonders auffällig: Die Kaufabsichten steigen in allen betrachteten Ländern. Noch im vergangenen Jahr war die Tendenz hier genau gegenteilig. Zum Ausdruck kommt hier vermutlich besonders das Bedürfnis der Verbraucher im Sportjahr 2010 für Winterolympiade und Fußball-WM medial gut gerüstet zu sein. Aber auch die Nachfrage nach den neuesten Errungenschaften aus dem Mobilfunkbereich scheint ungebremst zu sein. Da Service Provider und Mobilfunkbetreiber die Geräte in Kombination mit ihren Verträgen großzügig subventionieren, kostet der Griff in die Tasche für Handys nur wenig Überwindung.

Sicherheit in der Krise: die eigenen vier Wände
Die generell positiven Zahlen der Branche erklärt Professor Dr. Schröder der Universität Duisburg-Essen: "Es ist schon häufig zu beobachten gewesen, dass sich die Menschen in Krisensituationen mehr um ihr eigenes unmittelbares Umfeld kümmern. Es geht darum, sich nachhaltig etwas Gutes zu tun, etwas, woran man sich jeden Tag erfreut. Das kann der umgestaltete Garten sein, das neu eingerichtete Wohnzimmer oder der Freizeitsport, den man täglich ausübt."

Neue Distributionsformen: Internet und Gebraucht-Waren-Handel im Kommen
Trotz positiver Aussichten, muß sich der stationäre Handel künftig jedoch vorsehen. Konkurrenz droht aus dem Internet sowie vom Gebraucht-Waren-Markt: Hatte bisher nur fast jeder dritte Europäer graue Ware selbst verkauft, beabsichtigen dies 42 Prozent in der Zukunft. In Deutschland sind bereits deutlich mehr Verbraucher in die Rolle des Verkäufers geschlüpft. 42 Prozent haben bereits Unterhaltungselektronik privat verkauft, 59 Prozent wollen dies künftig tun. Auch auf der Abnehmerseite steigt das Interesse an gebrauchten Geräten: Europaweit haben 13 Prozent der Befragten bereits Fernseher, Computer, Handies und Zubehör gebraucht erworben. Knapp jeder Vierte kann sich vorstellen, dies auch in Zukunft zu tun. In Deutschland liegen die Werte bei 22 und 21 Prozent. Gleichzeitig wird das Internet immer attraktiver. Während nur rund jeder zweite befragte Europäer vor hat, die neueste Entertainment-Ausrüstung bequem von zu Hause zu bestellen, sind dies hierzulande 59 Prozent.

Konsum im Wandel ? Was kommt nach der Wirtschaftskrise?

Allgemeine Stimmung: Moderate Zuversicht
Die Bilanz aus dem Krisenjahr 2009 könnte vernichtender sein. Mit 4,2 von insgesamt zehn möglichen Punkten bewerteten die Europäer Ende 2009 die Gesamtsituation ihres Landes um nur 0,1 Prozent schlechter als im Vorjahr. Die Zukunftsaussichten legten im Vergleich zum letzten Jahr in allen Ländern sogar leicht zu. Doch spurlos hat Europa die Wirtschaftskrise dennoch nicht überstanden. Die Erfahrungen mit der Rezession schlagen sich in unterschiedlichen Bereichen des Konsum-Alltags nieder.

Ausgabeverhalten: Sparen hoch im Kurs
Das Ausgabeverhalten der Europäer steht weiterhin klar im Zeichen der Krise. Mehr als jeder dritte Befragte will in diesem Jahr seine Ersparnisse erhöhen. Gleichzeitig äußert mehr als jeder zweite Befragte die Absicht, seine Ausgaben in diesem Jahr nicht zu erhöhen. Trotzdem stehen für die Hälfte der Europäer auch 2010 wieder 'Freizeit und Reisen' auf Platz eins der Konsumpräferenzen. Auch Haushaltsgeräte, Möbel und High-Tech-Produkte fürs Wohnzimmer rangieren ganz oben auf der Konsumliste.

Umdenken nach der Krise: Der Verbraucher von morgen
Nach der Wirtschaftskrise orientieren sich die europäischen Verbraucher neu. Fast zwei Drittel der Teilnehmer gaben an, dass die wirtschaftliche Talfahrt der letzten Jahre ihr Konsumverhalten nachhaltig verändern wird. In Deutschland hat rund die Hälfte der Befragten vor ihr Kaufverhalten zu ändern, um Kosten zu sparen. Im Vordergrund steht die Rückbesinnung auf Preis (96 Prozent) und Qualität (87 Prozent). Viele Service- und Zusatzleistungen verlieren in diesem Zusammenhang an Bedeutung. Für niedrigere Preise würden 82 Prozent der Befragten Europäer eine einfachere Produktpräsentation in Kauf nehmen. Rund die Hälfte würde auf Kassierer und Verkäufer verzichten und sich mit einer eingeschränkten Markenauswahl arrangieren.

Handel: klassische Konzepte auf dem Prüfstand
Das Discountkonzept erobert weitere Produktmärkte und findet auch bei besser situierten Berufsgruppen Zuspruch. Einzelhandelsketten reagieren mit drastischen Preissenkungen und abgespecktem Leistungsangebot nach dem Vorbild der Discountmärkte. "Die tiefgreifenden Veränderungen im Kaufverhalten sind eine große Herausforderung für den Einzelhandel", so Dr. Anja Welsch, Bereichsleitung Sales Support
Marketing der Dresdner-Cetelem Kreditbank. "Traditionelle Handelskonzepte müssen vor diesem Hintergrund neu überdacht werden."

"Grüner Konsum": Das ökologische Gewissen kauft mit
Aus der Krise wächst offenbar auch ein neues Verantwortungsbewusstsein. Grüner Konsum und fair gehandelte Produkte sind gefragter denn je. Der europäische Konsument kauft verantwortungsvoll und vorausschauend, er achtet auf Umweltschutzkriterien, gesunde Erzeugnisse sowie einen gerechten Lohn. So geben knapp zwei Drittel aller befragten Europäer an, bewusst Recyclingpapier zu verwenden. 40 Prozent betreiben bereits aktiven Umweltschutz im eigenen Heim und mehr als jeder dritte Europäer hat schon öfters ins Bioregal gegriffen.
Geht es jedoch um Komfortverzicht oder größere Investitionen zugunsten der Umwelt, lässt die Begeisterung der Konsumenten nach. Nur jeder dritte europäische Befragte gibt an, schon einmal aus ökologischen Aspekten den Zug genommen zu haben, anstatt mit Auto oder Flugzeug zum Ziel zu gelangen.

Fairtrade-Produkte: Nachholbedarf bei der Vermarktung
Fairer Handel verzeichnet in Europa seit einigen Jahren deutliche Zuwachsraten. Der Befragung zufolge greifen allerdings bislang nur 44 Prozent der Europäer gelegentlich zu Waren aus fairem Handel. Als Hauptgründe gegen den Kauf nennen die Verbraucher zu hohe Preise (69 Prozent) sowie ein unzureichendes Angebot im "Non-Food-Bereich" (64 Prozent). Mehr als jeder dritte Befragte empfindet Fairtrade lediglich als ein weiteres Marketinginstrument.
Im Gegensatz zu Bioprodukten fehlt im Fairtrade-Segment außerdem der Anreiz des persönlichen Vorteils. Der Kauf von fair gehandelten Gütern hilft den kleinbäuerlichen Erzeugern. Bioware hingegen kommt nicht nur der Umwelt zugute, sondern auch der eigenen Gesundheit. So nehmen Verbraucher bei Biowaren höhere Preise in Kauf, während sie sich dies bei Fairtrade-Erzeugnissen nicht gefallen lassen. Der faire Handel wird erst dann weitere Marktanteile gewinnen, wenn der Verbraucher intensiver informiert, die Glaubwürdigkeit gestärkt und die Attraktivität der Produkte gesteigert wird.

Gebraucht-Waren: Inbegriff einer neuen Konsummentalität
Der Gebraucht-Waren-Handel gewinnt stärker an Bedeutung. Secondhand-Produkte befriedigen die neuen Kundenbedürfnisse: Sie versprechen gute Qualität zu kleinen Preisen. Besonders gefragt sind Fahrzeuge: Rund zwei Drittel der befragten Europäer haben schon einmal einen Gebrauchtwagen erworben. Auf Platz zwei der Beliebtheitsskala rangieren mit 60 Prozent Bücher, CDs und Videospiele.

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Datum: 30.04.2010 - 11:47
Sprache: Deutsch
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