Je weiter entfernt vomĂquator, desto lĂ€nger die wahrscheinliche Laufzeit.
(firmenpresse) - Miesbach, 1. April 2010 - Die Lebensdauer von Festplatten wird von unterschiedlichen Kriterien beeinflusst. Eher unbekannt ist der Standorteinfluss: Je weiter entfernt vom Ăquator, desto lĂ€nger die wahrscheinliche Laufzeit.
Die wöchentliche Leserfrage des Blogs von Doc. tec. Storage lautete
Lieber Dr. tec. Storage,
ich bin zwar ein altgedienter IT-Hase. Trotzdem finde ich in Ihrer Kolumne immer wieder neue Erkenntnisse. Heute möchte ich selbst eine Frage stellen, die mich schon lange beschÀftigt.
HĂ€ngt die Lebensdauer einer Festplatte nicht auch wesentlich davon ab, ob diese rechts- oder linksdrehend ist? WĂ€re es nicht sogar optimal, wenn man fĂŒr die Nord- und SĂŒdhalbkugel unterschiedliche Typen einsetzen könnte und so die Corioliskraft der Erddrehung ausnĂŒtzt. SchlieĂlich ist es doch in der Summe ein erheblicher Kraftaufwand, wenn die Magnetpartikel stĂ€ndig gegen die Corioliskraft ausgerichtet werden mĂŒssen.
Auf Ihre Antwort wartet gespannt
Jens Stein, MĂŒnchen
Worauf Doc. tec. Storage antwortet:
Hallo, Herr Stein!
Eine sehr interessante und im allgemeinen DV-Leben immer wieder strÀflich vernachlÀssigte Frage. Die Corioliskraft wirkt auf jedes sich bewegende Medium auf der Erde, so auch auf das Medium von Festplatten und die darauf befindlichen Elementarmagneten.
Betrachten wir horizontal, also liegend verbaute Platten, so kommt es nicht darauf an, ob das Medium links- oder rechtsdrehend ist, sondern in welchem Abstand zum Ăquator bzw. zu den Polen sie installiert sind. Die Corioliskraft nimmt aufgrund der immer geringer werdenden Winkelgeschwindigkeit zu den Polen hin ab. Also wirken umso weniger KrĂ€fte auf die Elementarmagneten, je weiter nördlich bzw. sĂŒdlich sie eingebaut werden.
In der Praxis lassen sich tatsĂ€chlich bei horizontal verbauten Platten in PolnĂ€he lĂ€ngere Laufzeiten der Medien feststellen als am Ăquator. Ein weiterer Faktor ist natĂŒrlich die Drehgeschwindigkeit der Platten. Da bei SATA-Platten mit 5.400 oder 7.200 U/min auch nur ein Drittel bzw. höchstens die HĂ€lfte der AusrichtvorgĂ€nge im Vergleich zu den 10.000er- oder gar 15.000er-FC- oder SAS-Platten stattfinden, »leben« die langsamen Medien ein wenig lĂ€nger. Sie mĂŒssen schlichtweg nicht stĂ€ndig gegen eine höhere Kraft ankĂ€mpfen.
FĂŒr vertikal, also senkrecht »stehend« eingebaute Platten gilt dies alles nicht. Die Corioliskraft wirkt im aufsteigenden Teil der Platte nach Westen, im abfallenden Teil nach Osten auf die Elementarmagneten. Hierdurch werden alle KrĂ€fte ausgeglichen. Lediglich die StĂ€rke der wirkenden KrĂ€fte nimmt durch die Winkelgeschwindigkeit zu den Polen hin ab, so dass die mechanische ZuverlĂ€ssigkeit auch hier nach Norden und SĂŒden hin zunimmt.
GrĂŒĂe
Doc Storage
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