Deutsche Unternehmen arbeiten zu wenig mit Lob und Leistungsanreizen

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(pressekat) - Bonn/Köln - Laut Lenin ist bekanntlich Vertrauen gut, Kontrolle jedoch besser. Nicht nur in dieser Hinsicht dürfte sich der russische Revolutionsführer aber geirrt haben. Eine neue Studie von Armin Falk, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Bonn http://www.bgse.uni-bonn.de und Forschungsdirektor am Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) http://www.iza.org in der Bundesstadt, belegt: Die meisten Menschen bringen mehr Leistung, als von ihnen erwartet wird. Voraussetzung ist allerdings, dass ihnen der Vorgesetzte nicht zu sehr auf die Finger schaut. Gemeinsam mit seinem Kollegen Dr. Michael Kosfeld von der Universität Zürich hatte Falk dies bei einem als Spiel angelegten Experiment mit 144 Schweizer Studenten festgestellt. Wer seinen Mitarbeitern nichts zutraue, werde auch mit schlechter Leistung "belohnt". Wer jedoch einen Vertrauensvorschuss leiste und eine Politik der langen Leine betreibe, könne mit überdurchschnittlichen Leistungen rechnen. Die Ausnahme: Wer ganz harte und effiziente Kontrollen durchführt, kann mit ähnlich guten Leistungen rechnen, als wenn er den Mitarbeitern völlig freie Hand lässt.

Doch in Deutschland mangelt es angeblich an einer ausgeprägten "Lobkultur". "Mit Wertschätzung, Lob und Anerkennung allerdings wird in deutschen Unternehmen sparsam umgegangen", schreibt der Karriereteil der Welt http://www.welt.de. Die Tageszeitung verweist auf eine europaweite Umfrage der Stellenbörse StepStone http://www.stepstone.de. Mehr als die Hälfte der deutschen Beschäftigten haben nämlich den Eindruck, dass ihre Leistung vom Chef nicht geschätzt werde. StepStone-Vorstand Ralf Baumann hält dies für ein rein deutsches Phänomen. "Wie man in den Wald ruft, so schallt es auch heraus. Dieses Sprichwort lässt sich auch auf die unterdurchschnittlich entwickelte Lobkultur in manchen deutschen Unternehmen beziehen", meint Marc Emde, Mitglied der Geschäftsleitung der Kirch Personalberatung http://www.kirchconsult.de in Köln. Emde hat unter anderem eine Studie über Führungsmanagement in Call Center vorgelegt. Der Geschäftserfolg dieser Sparte - so ein Ergebnis der Studie der Kirch Personalberatung - hänge davon ab, wie motiviert, kompetent und leistungsbereit die Agenten auf die Anfragen von Kunden eingehen.



"Die Studie von Professor Falk zeigt, dass Vertrauen in das Potenzial der Mitarbeiter deren Motivation stärkt. Meine Untersuchungen haben darüber hinaus ergeben, dass es sinnvoll ist, mit vielfältigen Leistungsanreizen zu arbeiten", so Emde. Der Kölner Personalberater bezieht sich dabei auf den von Professor Scholz geprägte Begriff "Darwiportunismus". Dieses Kunstwort beschreibt die Notwendigkeit, die Ziele des Mitarbeiters mit denen des Unternehmens in Einklang zu bringen. Nur wenn der Produktionsfaktor Mitarbeiter optimiert wird, können die Human Resources vollständig ausgeschöpft werden. Call Center-Manager sind nach dieser Lesart Darwinisten: Sie müssen ihr tägliches Handeln nach der Lehre Darwins ausrichten. Nur derjenige Mitarbeiter "überlebt", der besser ist als sein Kollege. Neben dieser "Peitsche" setzt das Prinzip Darwiportumismus jedoch auch das "Zuckerbrot" ein.

"Ein Resultat meiner Studie war, dass Leistung eng an Leistungsanreize gekoppelt ist. Mitarbeiterbindung muss ganz gross geschrieben werden. Indem der studentischen Hilfskraft in einem Call Center - man kann das ja auch auf andere Branchen übertragen - die Teilnahme an unterschiedlichen Qualifikationsprogrammen angeboten wird, steigert man die Mitarbeiterzufriedenheit. Die darwiportunistische Personalentwicklung hat den Mut zur Auswahl. Neue Angestellte werden direkt bei ihrer Aufnahme in Entwicklungs- und Förderprogramme in A-, B- oder C-Mitarbeiter eingeteilt. Damit wird ein bisheriges Tabu gebrochen. Es gibt auch Verlierer, und die deutliche Botschaft, dass nur Leistung sich lohnt", so die Einschätzung von Emde. Eine Kombination von Lob und Leistungsanreizen kann - fasst man die Ergebnisse von Falk und Emde zusammen - also durchaus motivations- und leistungssteigernd wirken.



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Datum: 02.05.2005 - 11:45
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