PresseKat - ZDF: Deutscher Islamist beteiligte sich doch an IS-Morden (FOTO)

ZDF: Deutscher Islamist beteiligte sich doch an IS-Morden (FOTO)

ID: 1408042

(ots) -
Der deutsche Islamist Harry S. hat vor Gericht und in zahlreichen
Interviews offenbar gelogen. Nach gemeinsamen Recherchen der
ZDF-Sendung "Frontal 21" und der Washington Post war er an mehreren
Gräueltaten des IS aktiv beteiligt. In einem bisher
unveröffentlichten Video mit der Ermordung von sieben Gefangenen auf
dem Marktplatz der Stadt Palmyra ist deutlich zu sehen, wie der
Deutsche seine Pistole zieht, durchlädt und auf die Opfer zielt.
Obwohl der eigentliche Schuss von einer anderen Person verdeckt wird,
gehen Waffenexperten davon aus, dass S. gefeuert hat. Als der Blick
auf den IS-Kämpfer aus Deutschland wieder frei wird, steckt er die
Pistole wieder zurück in sein Schulterholster.

Das Video, das das ZDF und die Washington Post von einer Quelle
mit Verbindungen zum IS erhielten, zeigt auch, wie Harry S. kurz vor
der Erschießung eines der Opfer in die Reihe mit den anderen zwingt.
Bisher hatte der 28-jährige Bremer in Vernehmungen und Interviews
eine unmittelbare Tatbeteiligung bestritten. Er sei nur dabei
gewesen, habe für einen Propagandafilm eine Fahne getragen, sich aber
ansonsten völlig passiv verhalten. Diese Aussagen sind durch das
Video widerlegt, in dem S. auch gemeinsam mit anderen Kämpfern den
Treueeid auf den selbsternannten Kalifen Abu Bakr al-Baghdadi ablegt
und bei der Fahrt durch Palmyra IS-Parolen skandiert.

Der Anwalt von S. zeigte sich von den neuen Vorwürfen überrascht.
Er konfrontierte seinen Mandanten am heutigen Dienstag mit einem
Standbild aus dem Video. Danach sagte Udo Würtz in einem Interview
mit dem ZDF und der Washington Post: "Ich bin nicht autorisiert, eine
Erklärung abzugeben." Auf die Nachfrage, ob Harry S. weiterhin sein
Mandant sei, antwortete Würtz: "Ich bin nach wie vor der Anwalt von
Harry S."

Harry S. wurde im Juli 2016 für die Mitgliedschaft in einer




ausländischen terroristischen Vereinigung zu drei Jahren Haft
verurteilt. In seinem Verfahren und in zahlreichen Interviews,
darunter auch mit dem ZDF, hatte er behauptet, der IS habe Hunderte
von Terroristen nach Westeuropa eingeschleust, damit sie dort
Terroranschläge verüben. Weil der Syrien-Rückkehrer umfassend
ausgesagt hatte, bekam er eine geringere Freiheitsstrafe als die vier
bis sechs Jahre, die in solchen Fällen eigentlich vorgesehen sind.
Die neuen Erkenntnisse wecken nun Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit.
Nach Angaben deutscher Behörden, denen das Videomaterial nicht
vorliegt, zeige der Fall S., wie schwierig es sei, möglichen
Heimkehrern des IS eine unmittelbare Beteiligung an Gräueltaten
nachzuweisen. Sollten die Vorwürfe belegbar sein, müsse der Islamist
mit einem weiteren Prozess rechnen.

Darüber hinaus will die amerikanische Bundespolizei FBI Harry S.
als Zeugen vernehmen, wie ZDF und Washington Post erfuhren. Ein
entsprechendes Rechtshilfeersuchen ist bereits in Deutschland
eingetroffen.

Das ZDF berichtet am Dienstag, 4. Oktober 2016, in seinen
Nachrichtenformaten über das nun aufgetauchte Videomaterial und
veröffentlicht es in Gänze auf heute.de.

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Ansprechpartner: Thomas Hagedorn, Telefon: 06131 - 70-13802;
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Datum: 04.10.2016 - 16:11 Uhr
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