(ots) - Reporter ohne Grenzen ist erleichtert über die
Freilassung der in Syrien entführten deutschen Journalistin und ihres
in Gefangenschaft geborenen Kindes.
"Wir freuen uns mit den Angehörigen und Kollegen der Entführten,
dass diese tragische Entführung zu Ende ist. Der Fall macht erneut
bewusst, welchen unkalkulierbaren Gefahren Journalisten im syrischen
Bürgerkrieg ständig ausgesetzt sind", sagte ROG-Geschäftsführer
Christian Mihr. "Unser Dank und unsere Anerkennung gilt den deutschen
Behörden, denen es gelungen ist zu verhindern, dass diese Entführung
mit einer Hinrichtung endet wie für James Foley und andere
Journalisten. Wichtig war auch, dass die deutschen Medien zum Schutz
der Kollegin fast einhellig darauf verzichtet haben, den Fall für
sensationsheischende Berichte auszuschlachten." (http://t1p.de/5ou7)
Mihr fügte hinzu: "Unsere Hoffnung ist, dass die Verantwortlichen
für solche Taten eher früher als später zur Rechenschaft gezogen
werden. Nur so kann der Kreislauf der Straflosigkeit durchbrochen
werden, der Nachahmer zu immer neuen Verbrechen an Journalisten
ermutigt." Das Auswärtige Amt hatte die Freilassung der seit rund
einem Jahr in Syrien entführten Journalistin am Mittwochabend
bekanntgegeben (http://t1p.de/u1o8).
INTERNATIONALEN STRAFGERICHTSHOF EINSCHALTEN
Reporter ohne Grenzen hat den UN-Sicherheitsrat wiederholt
aufgefordert, die Kriegsverbrechen an Journalisten in Syrien und im
Irak dem internationalen Strafgerichtshof vorzulegen
(http://t1p.de/l7zc). Bei den Vereinten Nationen wirbt ROG außerdem
für die Einsetzung eines UN-Sonderbeauftragten für die Sicherheit von
Journalisten, um die diversen UN-Resolutionen gegen die
Straflosigkeit für Verbrechen an Medienschaffenden endlich
durchzusetzen (http://t1p.de/f6i3).
Syrien steht auf Platz 177 von 180 Staaten auf der jährlichen
Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen. Derzeit sind
in dem Bürgerkriegsland rund 50 Journalisten im Gefängnis, entführt
oder vermisst. Seit Beginn des Aufstands gegen das Regime von
Präsident Baschar al-Assad im Jahr 2011 sind in Syrien rund 200
Medienschaffende getötet worden, die meisten von ihnen einheimische
Bürgerjournalisten. Mehr als 300 syrische Journalisten sind ins
Ausland geflohen.
Weitere Informationen zur Lage der Journalisten in Syrien sind
unter www.reporter-ohne-grenzen.de/syrien erhältlich. Unter
http://t1p.de/48so finden Sie einen ausführlichen ROG-Bericht über
den systematischen "Dschihad gegen Journalisten", mit dem
Islamistengruppen wie der "Islamische Staat" versuchen, jede
unabhängige Berichterstattung aus den Gebieten unter ihrer Kontrolle
zu verhindern.
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