(ots) - Für die nächste Ausgabe von "Druckfrisch" am
Sonntag, 28. August 2016, um 0:05 Uhr im Ersten reist Denis Scheck
nach Los Angeles. Dort lebt zurzeit der viel diskutierte deutsche
Erfolgsautor Christian Kracht, dessen neuer Roman "Die Toten" die
ereignisreichen Jahre der Weimarer Republik auferstehen lässt - und
mit ihnen die Filmkultur, die damals als kulturelle Revolution
weltweit erblühte. Im Mittelpunkt: Der Schweizer Filmregisseur Emil
Nägeli, der mit seinen Plänen für einen Horrorfilm zwischen Berlin,
Tokio und Hollywood agiert. Vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges
begegnet er Menschen, die in der seinerzeit boomenden Filmbranche
einen Namen haben: in Hollywood Charly Chaplin, in Berlin dem
deutschen Leinwandstar Heinz Rühmann und Alfred Hugenberg, dem ersten
wirklichen Medienmogul. "Noch nie hat er die Geisteskrankheit und
den Größenwahn der Deutschen so anschaulich serviert bekommen",
konstatiert der Protagonist des Romans. "Die Toten" von Christian
Kracht ist eine lustvoll komponierte Groteske über eine Branche, die
- "Kino ist Krieg" - in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit
dem Aufkommen des Tonfilms an gnadenloser Selbstüberschätzung leidet.
Von Los Angeles reist Denis Scheck weiter nach Missoula. Dort, in
den Bergen Montanas, entstehen die meistgelesenen Krimis der USA.
Auch in Deutschland landete der vielfach ausgezeichnete Krimiautor
James Lee Burke mit "Regengötter" (2014) ganz oben auf den
Bestsellerlisten. Einige seiner rund 40 Bücher wurden verfilmt.
Burkes immer wiederkehrende Hauptfiguren, Detektiv Dave Robicheaux,
Anwalt Billy Bob Holland oder Sheriff Hackberry Holland, sind das
Alter Ego ihres Schöpfers: vom Leben und dem Alkohol gezeichnete
Männer mit einem hohem moralischen Anspruch, immer auf der Seite der
Gerechtigkeit und der Entrechteten. In "Sturm über New Orleans"
(2015) beklagte Burke das Versagen der Bush-Regierung bei der
Nothilfe für die Bevölkerung nach dem verheerenden Sturm Katrina im
August 2005. Jetzt gerade neu in den Buchhandlungen: "Fremdes Land"
und demnächst, kurz vor James Lee Burkes 80. Geburtstag, wird der
Roman "Vater und Sohn" erscheinen.
Denis Schecks persönliche Empfehlung in diesem Sommer: "Gestatten,
Jack Vance!" und "Der azurne Planet" von Jack Vance. Dieser Autor
ist wegen seiner unerschöpflichen Phantasie und seines extrem
trockenen Humors einer von Schecks Lieblingsautoren im Bereich
Fantasy und Science Fiction. Am 28. August wäre er 100 Jahre alt
geworden. Im Eintrag der deutschen Wikipedia wird Jack Vance als
"Erfinder des intergalaktischen Heimatromans" gewürdigt. Denis
Scheck: "Wenn das keine treffende Bezeichnung für das ist, was ich
gern lese, weiß ich's auch nicht."
Und wie immer der verlässlich kritische Kommentar Schecks zur
aktuellen "Spiegel"-Bestsellerliste ( diesmal: Belletristik).
Moderation: Denis Scheck; Realisation: Andreas Ammer. Redaktion:
Susanne Schettler (WDR), Christoph Bungartz (NDR), Armin Kratzert
(BR) und Matthias Morgenthaler (MDR).
"Druckfrisch" im Internet: DasErste.de/druckfrisch
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