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In Leipzig trifft man die Vertreter aller "russischen Seelen": die
Gläubigen, die Kulturschaffenden, die Sportler, die Arbeiter, die
Akademiker. Die Reportage "Der Klang der Heimat" in der ZDF-Reihe
"Mein Land, Dein Land" stellt am Samstag, 23. Juli 2016, 18.00 Uhr,
"Leipzigs russische Seele" vor. Der Film von Detlev Konnerth nimmt
dabei die unterschiedlichen Facetten des russischen Lebens in den
Blick und beschreibt die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen der
Integration.
Leipzig hat 543 000 Einwohner. Über 7000 Einwanderer aus der
Russischen Föderation bilden dabei die größte Bevölkerungsgruppe mit
Migrationshintergrund. Zählt man die Zuwanderer aus den
Satellitenstaaten der ehemaligen Sowjetunion dazu, sind es fast 13
000. Die russische Community in Leipzig ist sehr heterogen.
Konstantin Kozakevich lebt seit elf Jahren mit seiner Frau, einer
Ukrainerin, in Leipzig, fernab seiner russischen Heimat. Seine Heimat
im Herzen ist die Musik: Wenn er seinen Chor dirigiert oder mit
seinem Tenor selbst den Saal füllt, dann leuchten seine Augen, dann
ist er daheim in seiner ganz eigenen Heimat, der Musik. Ansonsten tut
sich der 36-jährige Musiker aus Moskau mit dem Begriff Heimat eher
schwer. "Ich will dazu beitragen", sagt er, "dass die Russen und
Russland nicht nur als aggressiv wahrgenommen werden. Wir sind auch
das Land von Tolstoi, von Pasternak und Tschaikowski." Wenn er "wir"
sagt, meint er alle, die Russen, die Ukrainer, Kasachen, Usbeken oder
Kirgisen.
"Was uns alle eint, ist die gemeinsame Sprache und Kultur, unsere
Wurzeln", sagt Alina Gonscharenko, die 2001 aus der Ukraine nach
Leipzig kam und dort den Tanzverein Joker leitet. Aber auch die Dinge
des alltäglichen Lebens halten das Heimatgefühl wach: Lilli Schumann
leitet den "Lenta-Supermarkt" in Leipzig-Paunsdorf, in dem es alles
zu kaufen gibt, was in der alten Heimat lieb und teuer war - von wild
gemusterten Tischdecken und 18-karätigen Eheringen bis zu Pelmeni,
Eingelegtem und natürlich dem Lieblingsgetränk aller Russen, dem
Wodka.
Integration stand für die russischsprachigen Leipziger nie auf dem
Stundenplan. Die Willkommenskultur hielt sich in Grenzen. Trotzdem
haben die meisten den Sprung in die deutsche Gesellschaft geschafft.
Sie sind in Leipzig angekommen. Doch es gibt auch Verlierer: Drogen,
Kriminalität und sozialer Absturz sind eine weitere Realität. Die
Sozialarbeiterin Katja Kessler, selbst Spätaussiedlerin, begleitet
russischsprachige Drogenabhängige auf ihrem Weg in die deutsche
Gesellschaft, in der sie nie Fuß fassen konnten.
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