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Helaba: Deutlicher Ergebniszuwachs trotz stark steigender Risikovorsorge

ID: 136940

Helaba: Deutlicher Ergebniszuwachs trotz stark steigender Risikovorsorge

- Konzernergebnis vor Steuern steigt auf 352 Mio. Euro
- Kreditrisikovorsorge auf 375 Mio. Euro erhöht
- Bilanzsumme sinkt - Kundenforderungen bleiben stabil
- Mittel-und langfristiges KundenneugeschÀft von 8,6 Mrd. Euro
- Zufriedenstellendes Konzernergebnis 2009 erwartet
- Kernkapitalquote bei 8,5 Prozent

(pressrelations) - >Frankfurt am Main ? Die Helaba Landesbank Hessen-ThĂŒringen hat ihr Konzernergebnis nach IFRS in den ersten neun Monaten des GeschĂ€ftsjahres 2009 deutlich verbessert. Das Konzernergebnis vor Steuern belĂ€uft sich auf 352 Mio. Euro nach 64 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis nach Steuern erreicht 237 Mio. Euro nach 41 Mio. Euro im Vorjahr. Das Ergebnis wird geprĂ€gt durch eine positive Entwicklung der operativen ErtrĂ€ge, einen konjunkturbedingt starken Anstieg der Risikovorsorge im KreditgeschĂ€ft sowie marktbedingt krĂ€ftige Wertaufholungen bei Wertpapieren und Derivaten. Hans Dieter Brenner, Vorsitzender des Vorstandes, ist mit der Entwicklung zufrieden: "Mit dem dritten deutlich positiven Quartalsergebnis in Folge sind wir trotz des schwierigen Marktumfeldes in die Erfolgsspur zurĂŒckgekehrt. Wir haben in diesem Jahr unser NeugeschĂ€ft im Dreiklang von Risiko, Refinanzierung und Eigenkapital gut gesteuert und stehen unseren Kunden weiterhin aktiv zur VerfĂŒgung. FĂŒr das Gesamtjahr 2009 erwarten wir einen weiteren Anstieg des Vorsorgebedarfs. Gleichwohl gehen wir davon aus, dass wir ein zufriedenstellendes IFRS-Konzernergebnis erzielen werden."

Steigende Risikovorsorge und Wertaufholungen prÀgen die Gewinn- und Verlustrechnung

Mit 733 Mio. Euro lag der ZinsĂŒberschuss knapp unter dem Vorjahreswert von 748 Mio. Euro. Die positiven ErgebnisbeitrĂ€ge des operativen KundengeschĂ€ftes wurden durch das niedrige Zinsniveau und die Abwertung des US-Dollar den ZinsĂŒberschuss kompensiert. Der ProvisionsĂŒberschuss liegt mit 157 Mio. Euro rund 8 Prozent unter dem Vorjahreswert. Das Handelsergebnis verzeichnete einen positiven Swing um 429 Mio. Euro auf 255 Mio. Euro. Das Ergebnis aus SicherungszusammenhĂ€ngen und Derivaten einschließlich der Ergebnisse aus Finanzanlagen (inkl. At Equity-Bewertung) stieg von ?215 Mio. Euro auf 87 Mio. Euro. Beide Positionen profitierten von dem bereits im zweiten Quartal einsetzenden Stimmungsumschwung an den KapitalmĂ€rkten, der von markanten RĂŒckgĂ€ngen der RisikoaufschlĂ€ge und entsprechenden Wertaufholungen bei Wertpapieren und Derivaten begleitet wird. Das sonstige betriebliche Ergebnis reduzierte sich um 28 Mio. Euro auf 237 Mio. Euro. Hier macht sich der gezielte Abbau des Mobilien-LeasinggeschĂ€ftes bemerkbar. Der Verwaltungsaufwand hat sich um 14 Mio. Euro auf 742 Mio. Euro verringert. Das Konzernergebnis vor Risikovorsorge stieg um 688 Mio. Euro auf 727 Mio. Euro. Die Risikovorsorge im KreditgeschĂ€ft erhöhte sich auf 375 Mio. Euro. Im Vorjahr waren noch Auflösungen von 25 Mio. Euro zu verzeichnen. Unter Anwendung konservativer Risikostandards wurden im dritten Quartal per Saldo rund 200 Mio. Euro neu zugefĂŒhrt. Im Gesamtbetrag der 375 Mio. Euro sind neben Einzelwertberichtigungen auch 110 Mio. Euro an Portfolio-Wertberichtigungen enthalten ? davon entfallen 59 Mio. Euro auf das dritte Quartal. Sie wurden nicht fĂŒr ausfallgefĂ€hrdete Kreditengagements gebildet, sondern sind auf die Verschlechterung interner Ratings zurĂŒckzufĂŒhren (sog. Ratingmigration). Brenner warnt: "Bekanntlich nehmen Unternehmensinsolvenzen wĂ€hrend eines Konjunkturzyklus erst zeitlich verzögert zu. Und auch die ImmobilienmĂ€rkte reagieren mit einem entsprechenden Time-lag. FĂŒr eine Entwarnung ist es noch zu frĂŒh."





Bilanzsumme sinkt ? Kundenforderungen bleiben stabil

Die Bilanzsumme des Helaba-Konzerns belief sich zum 30.9.2009 auf 176,9 Mrd. Euro gegenĂŒber 184,6 Mrd. Euro zum 31.12.2008. Die Forderungen an Kreditinstitute wurden um 11 Prozent auf 15,9 Mrd. Euro zurĂŒckgefĂŒhrt und die Handelsaktiva ebenso planmĂ€ĂŸig um 10 Prozent auf 46,3 Mrd. Euro abgebaut. Die Forderungen an Kunden blieben unter BerĂŒcksichtigung von WĂ€hrungseffekten mit 90,3 Mrd. Euro auf hohem Niveau stabil und stehen fĂŒr mehr als 50 Prozent der Bilanzsumme. Dies zeigt, dass die Helaba im KundengeschĂ€ft nach wie vor aktiv und risikobewusst agiert. Das mittel- und langfristige NeugeschĂ€ft in den ersten neun Monaten belief sich konzernweit auf 8,6 Mrd. Euro. Davon entfielen auf das ImmobilienkreditgeschĂ€ft 4,2 Mrd. Euro, auf Corporate Finance 3 Mrd. Euro sowie auf das Privatkunden- und MittelstandsgeschĂ€ft 0,5 Mrd. Euro. Hinzu kommt die Platzierung von Schuldscheinen fĂŒr Unternehmenskunden und die öffentliche Hand in Höhe von 6,4 Mrd. Euro sowie ein fĂŒr verschiedene BundeslĂ€nder platziertes Anleihevolumen von 6,5 Mrd. Euro. Auf der Passivseite stiegen die Verbindlichkeiten gegenĂŒber Kunden leicht um 1,7 Prozent auf 42,6 Mrd. Euro. Die verbrieften Verbindlichkeiten reduzierten sich um 2,5 Prozent auf 39,6 Mrd. Euro. Die Handelspassiva und die Verbindlichkeiten gegenĂŒber Kreditinstituten wurden um 7,0 Mrd. Euro abgebaut.

Die Helaba hat bis zum 30.9.2009 am Kapitalmarkt mittel- und langfristige Refinanzierungsmittel in Höhe von 10 Mrd. Euro aufgenommen. Davon entfielen auf ungedeckte Emissionen 5,7 Mrd. Euro und auf Pfandbriefe 4,1 Mrd. Euro. Dies dokumentiert das unverĂ€ndert gute Emissionsstanding des Konzerns. Die Ratingagentur Fitch hat im Oktober 2009 fĂŒr die Sparkassen Finanzgruppe Hessen ThĂŒringen und damit auch fĂŒr die Helaba die Ratings fĂŒr kurz- und langfristige Verbindlichkeiten mit "F1+" und "A+" (stabiler Ausblick) bestĂ€tigt. Mit ihren Ratings (siehe Tabelle) liegt die Bank in der Spitzengruppe der deutschen Kreditinstitute. Mit einer Kernkapitalquote von 8,5 Prozent nach 8,0 Prozent zum Vorjahresstichtag und einer Gesamtkennziffer von 13,2 (13,9) Prozent verfĂŒgt der Konzern ĂŒber eine solide Ausstattung mit haftenden Eigenmitteln. Die EK-Rendite vor Steuern betrĂ€gt 9,8 (i.V. 1,8) Prozent. Die Cost-Income-Ratio betrĂ€gt 67,8 (92,2) Prozent. Ausblick Die Helaba erwartet auch im vierten Quartal 2009 eine Fortsetzung des soliden KundengeschĂ€ftes und dementsprechend stabile operative ErgebnisbeitrĂ€ge. Das mittel- und langfristige NeugeschĂ€ft wird bei rund 11 Mrd. Euro erwartet, was in etwa dem langjĂ€hrigen Mittelwert entspricht. Konjunkturbedingt könnte eine weitere Aufstockung der Kreditrisikovorsorge notwendig werden. Brenner: "Wir werden das GeschĂ€ftsjahr 2009 dennoch mit einem zufriedenstellenden Konzernergebnis abschließen."

Der Helaba-Chef sieht seine Bank fĂŒr die Zukunft gut aufgestellt: "Die Weiterentwicklung des GeschĂ€ftsmodells hat absolute PrioritĂ€t. Basis ist dabei auch zukĂŒnftig das Modell einer konzernweiten Universalbank. Im Wholesale-GeschĂ€ft heißt dies, dass wir in dem von uns definierten KerngeschĂ€ft national und in ausgewĂ€hlten MĂ€rkten international aktiv sind. Wenn sich hier OpportunitĂ€ten aufgrund der Restrukturierung anderer HĂ€user ergeben, werden wir diese eingehend prĂŒfen." Zum GeschĂ€ftsmodell gehört als zentraler Baustein, dass die Helaba als Landesbank Partner und nicht Konkurrent von Sparkassen ist. Dies gilt in der Region Hessen-ThĂŒringen und bundesweit. Die Bank will die Zusammenarbeit mit den Sparkassen weiter intensivieren. Ein Schritt in diese Richtung ist die Integration und Neuausrichtung der LB(Swiss) Privatbank AG, die bisher als gemeinsame Tochtergesellschaft der Helaba und der Bayern LB gefĂŒhrt wurde. Die Helaba stĂ€rkt damit ihre Kernkompetenz im Asset-Management. Die LB (Swiss) Privatbank AG hat sich in den letzten Jahren als Internationale Private Banking und Wealth Mangement Division incl. Family Office positioniert. Mit der vollstĂ€ndigen Übernahme der LB(Swiss) erweitert die Helaba ihr Verbundangebot in diesem GeschĂ€ftssegment. Die deutschen Sparkassen verfĂŒgen damit ĂŒber eine adĂ€quate Alternative zu den Angeboten der Privat- und GeschĂ€ftsbanken. Das Förder- und InfrastrukturgeschĂ€ft als dritte SĂ€ule des strategischen GeschĂ€ftsmodells wurde gestĂ€rkt. Aus der Verschmelzung der bislang selbstĂ€ndigen IBH Investitionsbank Hessen mit der LTH-Bank fĂŒr Infrastruktur ist Ende August 2009 die WI Bank entstanden. Sie ist zukĂŒnftig das zentrale Förderinstitut des Landes Hessen. Die Helaba ist damit die einzige Landesbank in Deutschland, die als Förderbank fĂŒr die Wirtschafts-, die Wohnungsbau- und die sonstige Infrastrukturförderung tĂ€tig ist.

ZukĂŒnftige Eigenkapitalklemme bei deutschen Banken befĂŒrchtet

Kritisch setzte sich Brenner mit den sich abzeichnenden neuen internationalen aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen auseinander, in denen er auch Risiken fĂŒr die deutschen Banken sieht: "Zwar habe ich viel VerstĂ€ndnis dafĂŒr, dass regulatorisch die Anforderungen an das Eigenkapital steigen. Nach den G 20-BeschlĂŒssen von Pittsburgh hege ich jedoch die BefĂŒrchtung, dass in Deutschland die Diskussion um die ?Kreditklemme fĂŒr Unternehmen? durch eine Diskussion um eine ?Kapitalklemme fĂŒr Banken? abgelöst wird. Die Kombination aus Verdopplung der Eigenkapitalanforderungen, Streichung von Stillen Einlagen als Kernkapital und EinfĂŒhrung einer undifferenzierten Leverage Ratio droht selbst die Kreditinstitute zu ĂŒberfordern, die bisher relativ gut durch Finanzmarktkrise und Rezession der Realwirtschaft gekommen sind. Insbesondere erfĂŒllen Stille Einlagen ? ausgestattet mit der unbegrenzten Verlustabsorption ? alle QualitĂ€tskriterien, die auch international an harte Kernkapitals gestellt werden. Hier sehe ich die deutsche Politik in der Pflicht, fĂŒr ein Common Level Playing Field zu sorgen."


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Datum: 17.11.2009 - 15:06 Uhr
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