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Damals Feinde - heute Freunde / Internationales Gedenken an die Skagerrakschlacht vor 100 Jahren mit Seiner Königlichen Hoheit, dem Duke of Kent, sowie Staatsminister Michael Roth

ID: 1362844

(ots) -
Vor einhundert Jahren, in der Nacht vom 31. Mai auf den 1.Juni
1916, fand in der Nordsee vor der norwegischen S√ľd- und der d√§nischen
Nordwestk√ľste die gr√∂√üte Seeschlacht des Ersten Weltkrieges statt,
die Skagerrakschlacht. Es standen sich die deutsche Hochseeflotte und
die britische "Grand Fleet" der Royal Navy gegen√ľber.

Zum Gedenken an die auf beiden Seiten √ľber 8.500 in der Nordsee
umgekommenen Soldaten fand heute auf Einladung des Volksbundes
Deutsche Kriegsgr√§berf√ľrsorge und des Deutschen Marinebundes eine
internationale Gedenkveranstaltung am Marine-Ehrenmal in Laboe statt.
Dabei wurden insgesamt 850 Gedenkkreuze aufgestellt. Sie sollen die
8.500 Toten der Skagerrak-Schlacht sichtbar machen, denn viele
blieben ohne Grab. Zudem wurden zwei Biographie-Stelen eingeweiht,
angefertigt von der Commonwealth War Graves Commission und dem
Deutschen Marinebund. Sie erinnern an einen britischen und einen
deutschen Marinesoldaten - beide starben in der Skagerrak-Schlacht.

In seiner Begr√ľ√üung betonte Karl Heid, Pr√§sident des Deutschen
Marinebundes, die Bedeutung des Ehrenmals - auch f√ľr die
Skagerrakschlacht: "Das Marine Ehrenmal ist nicht nur eine nationale
Gedenkstätte mit internationaler Bedeutung, sondern in vielfältiger
Weise auch ein Ort insbesondere des gemeinsamen deutsch-britischen
Gedenkens. Dies wird durch die heutige Veranstaltung zum Gedenken an
den 100. Jahrestag der Skagerrakschlacht eindr√ľcklich best√§tigt." Das
Ehrenmal sei internationaler Erinnerungsort und Mahnmal f√ľr den
Frieden und Symbol f√ľr die bitteren Lehren der Geschichte des 20.
Jahrhunderts. Ebenso stehe es f√ľr die Friedensordnung, die wir in
Europa nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffen hätten. Heid appellierte
an die G√§ste: "Lassen Sie uns gemeinsam daf√ľr einstehen, dass diese
Lehren nicht vergessen werden und das gemeinsam Erreichte nicht




leichtfertig verspielt wird."

Markus Meckel, Präsident des Volksbundes, unterstrich in seinem
Grußwort die internationale Bedeutung dieses Tages: "Dass wir heute
√ľber nationale Grenzen hinweg unserer Toten gedenken, verstehe ich
als einen Schritt in Richtung einer gemeinsamen Gedenkkultur in
Europa. Ich bin √ľberzeugt, dass wir eine gemeinsame Perspektive auf
unsere Vergangenheit gewinnen können, wenn wir die unterschiedlichen
Erinnerungen unserer Nachbarn an- und ernstnehmen. Wir alle wissen im
Grunde unserer Herzen: Der Dialog und die Kooperation mit unseren
Nachbarn - auch und gerade im Hinblick auf unsere gewiss
unterschiedlichen, aber in der Trauer vereinten Erinnerungen -
ermöglichen es erst, die großen Herausforderungen unserer Gegenwart
zu meistern und eine gemeinsame europäische Zukunft zu gestalten."

Konteradmiral Thorsten Kähler unterstrich in die Bedeutung des
Tages aus der Perspektive der Soldaten: "Wenn wir es heute als
selbstverständlich empfinden, dass niederländische, deutsche oder
skandinavische Kriegsschiffe in Großbritannien ausgebildet werden,
wenn wir die gemeinsame Arbeit in operativen Kommandostäben und auf
See als feste Größe militärischen Handels begreifen, sind wir auf
einem guten Weg. Dann haben wir die Gedanken von Bitterkeit und
Vergeltung √ľberwunden, deren Gefangene die Generationen vor uns noch
waren. Ich w√ľnsche uns, dass wir uns bewusst machen, wie wichtig und
wie alternativlos der Weg des Friedens und der Freundschaft getragen
von gemeinsamen Werten f√ľr uns alle ist."

Welche herausragende Wichtigkeit das gemeinsame Gedenken von
Deutschen und Briten hat, zeigt sich auch an der Teilnahme von Seiner
Königlichen Hoheit, dem Duke of Kent, sowie von Staatsminister
Michael Roth.

In seiner Gedenkrede betonte der Duke of Kent, der auch Präsident
der Commonwealth War Graves Commission ist, die Wichtigkeit solcher
Gedenkveranstaltungen. "Sie sind eine Gelegenheit f√ľr uns,
innezuhalten und nachzudenken, eine Gelegenheit, um als Freunde
zusammenzukommen und denen Respekt zu zollen, die im Dienst ihres
Landes standen und die gestorben sind, ganz gleich, ob auf britischen
oder auf deutschen Schiffen. Sie sind eine Gelegenheit f√ľr uns, um zu
lernen und den Namen und Zahlen in unseren Geschichtsb√ľchern ein
menschliches Gesicht zu geben. Damit sich unsere Jugend der
Wichtigkeit der steten Erinnerung an unsere Kriegstoten bewusst und
die "Fackel der Erinnerung" an sie weitergegeben wird." Nur so könne
man sich sicher sein, dass Veranstaltungen wie diese auch √ľber das
reine Gedenken hinweg eine Bedeutung haben, so der Duke of Kent.

Als Vertreter der Bundesrepublik Deutschland hielt der
Staatsminister f√ľr Europa im Ausw√§rtigen Amt, Michael Roth, die
Gedenkrede. In seiner Ansprache skizzierte er die europäische
Dimension: "Mit der Distanz von hundert Jahren erkennt man manchmal
kaum noch eine Parallele zwischen dem Europa von 1916 und der
Europäischen Union des Jahres 2016. An die Stelle des fragilen
Gleichgewichts der Mächte von damals ist heute eine europäische
Rechts- und Wertegemeinschaft getreten. Heute zielen wir nicht mehr
mit Waffen aufeinander, sondern wir diskutieren in den Br√ľsseler
Verhandlungsr√§umen √ľber politische Kompromisse - manchmal hart, aber
stets gemäß den Regeln, die wir miteinander vereinbart haben. Die EU
ist das erfolgreichste Friedens- und Demokratieprojekt der Welt.
"Hundert Jahre danach d√ľrfen wir aber auch feststellen, aus Feinden
wurden Partner, ja Freunde. Vereint in Europa. Das ist die vielleicht
wichtigste Botschaft des heutigen Tages", so der Staatsminister
abschließend.



Pressekontakt:
Hilke Vollmer
Presse- und √Ėffentlichkeitsarbeit
Volksbund Deutsche Kriegsgr√§berf√ľrsorge e.V.
Hauptstadtb√ľro
L√ľtzowufer 1
10785 Berlin
Telefon: 030/ 230936 57
Mobil: 0152/ 33830114
Email: hilke.vollmer(at)volksbund.de
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Datum: 31.05.2016 - 14:30 Uhr
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