(ots) -
- Mexikanische Pkw-Produktion wächst rasant: 9 Prozent pro Jahr;
2020 fast 5 Millionen Fahrzeuge; Mexiko wird zum weltweit
sechstgrößten Pkw-Produzenten
- Automobilhersteller investieren: bis 2020 erlauben sechs neue Werke
und erweiterte Kapazitäten in bestehenden Anlagen die Produktion
von 1,7 Millionen zusätzlichen Pkw pro Jahr
- Zulieferer können nicht mit dem Wachstum der Autobauer Schritt
halten: Lokale Angebotslücke bei Autoteilen wird bis 2020 auf
20-25 Milliarden USD anwachsen
Mexikos Automobilindustrie ist in den vergangenen fünf Jahren mit
durchschnittlich 8 Prozent pro Jahr beeindruckend gewachsen. Wie die
Automotive-Experten von Roland Berger in ihrer neuen Studie "Being
prepared for the next Mexican automotive boom" prognostizieren, wird
das Wachstum auch im Zeitraum 2016 bis 2020 weitergehen. Sie erwarten
um die 9 Prozent jährlichen Zuwachs und einen Anstieg auf fast 5
Millionen Fahrzeuge im Jahr 2020. Damit wird Mexiko zum sechstgrößten
Automobilproduzenten der Welt.
"Haupttreiber dafür sind die Exporte in globale Märkte außerhalb
der NAFTA-Region", sagt Stephan Keese, Partner von Roland Berger und
Experte für die nord- und südamerikanische Automobilindustrie.
"Außerdem nimmt der Anteil an Premiumfahrzeugen zu - 40 Prozent aller
neuen Programme entfallen auf dieses Segment." Mehrere Massen- und
Premiumhersteller haben vor kurzem ihre ersten großen Werke in Mexiko
in Betrieb genommen. Insgesamt wollen die Autobauer in Mexiko
mindestens 17 Milliarden US-Dollar investieren. Mit dem Geld werden
sechs komplett neue Werke entstehen und weitere Kapazitäten bei
bestehenden Werken geschaffen. Die Produktionskapazität wird sich
infolge dieser Investitionen um weitere 1,7 Millionen Pkw pro Jahr
erhöhen.
Der Fokus dieser Investitionen ist eindeutig auf den Export
gerichtet: Mexiko entwickelt sich immer mehr zu einem Zentrum der
globalen Automobilherstellung und hat seinen Fokus längst über die
NAFTA-Region hinaus erweitert. Günstige Löhne, eine gute logistische
Anbindung an viele Regionen der Welt, unternehmensfreundliche Gesetze
und Freihandelsabkommen mit über 60 Ländern machen das Land
interessant.
Flaschenhals Zulieferer
Während die Automobilhersteller derzeit mit Volldampf investieren,
hinken jedoch die Teile- und Komponentenlieferanten weit hinterher.
Stephan Keese befürchtet, dass sich 2020 eine lokale Angebotslücke
von 20-25 Milliarden US-Dollar auftun wird: "Vielen lokalen Firmen,
vor allem Tier-2- und Tier-3-Zulieferern, fehlt die finanzielle
Flexibilität, das technologische Know-how und die Produktexpertise,
die moderne globale Fahrzeugplattformen erfordern. Ohne Unterstützung
werden sie nicht in der Lage sein, einen Gang zuzulegen und die Lücke
selbst zu schließen."
Die steigende Nachfrage nach Teilen in Mexiko müsste dann
stattdessen durch Importe abgedeckt werden, was wiederum aufgrund des
größeren Logistikaufwands, höherer Löhne, Zölle etc. die Kosten in
die Höhe treibt. "Deshalb sollte die Automobilindustrie, Hersteller
wie große, global agierende Zulieferer, die Wachstumschancen nutzen
und den mexikanischen Zulieferern unter die Arme greifen", sagt
Christian Böhler, Co-Autor der Studie. Es fehle insbesondere an
moderner Verarbeitungstechnik. Hier müssten Autohersteller und große
Tier-1-Zulieferer helfen, um eine möglichst starke Lokalisierung
ihrer Produkte zu erreichen. "Gerade für global aktive Zulieferer ist
die mexikanische Angebotslücke auch eine Chance, ihr dortiges
Produktions-Engagement über ihre traditionelle Produktpalette hinaus
zu erweitern", sagt Böhler.
Dennoch wird es Jahre dauern, eine vollständige lokale Lieferkette
in Mexiko aufzubauen, und alle Beteiligten der Wertschöpfungskette
werden viel dafür tun müssen. Dennoch: "Gerade Unternehmen, die jetzt
handeln, haben große Chancen, am meisten von den interessanten
Wachstumschancen zu profitieren", schließt Keese.
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