PresseKat - Kartellamtsmaßnahmen in der Kritik

Kartellamtsmaßnahmen in der Kritik

ID: 1340230

Ermittlungen ohne effektive Kontrollinstanz

(firmenpresse) - sup.- Jahr für Jahr zieht das Bundeskartellamt eine erfolgreiche Bilanz seiner Arbeit und verweist als Beleg für die amtliche Durchschlagskraft auf verhängte Bußgelder im hohen Millionenbereich. Im bisherigen Rekordjahr 2014 wurde dabei sogar die Milliarden-Marke überschritten. Diese empfindlichen Strafen für Hersteller oder Handelsunternehmen stammen fast ausschließlich aus dem Behördenschwerpunkt "Kartellverfolgung". Gemeint ist die Aufdeckung von wettbewerbsverzerrenden Marktaufteilungen oder von unzulässigen Preis- oder Quotenabsprachen. Ob Edelstahl- oder Lebensmittelproduzent, ob Energieversorger oder Sportausrüster - haben die Kartellwächter erst einmal eine Branche im Visier, fällt den betroffenen Unternehmen der Unschuldsnachweis schwer. Denn meistens ist das Kartellamt bei seinen Ermittlungen Fahnder, Ankläger und Richter in Personalunion. Selbst eine Preisgestaltung, die auf umfangreicher Kundenorientierung, auf Rohstoffverteuerungen oder einfach auf hochwertigen Zutaten beruht, kann unter diesen Vorzeichen bereits als Kartellverstoß geahndet werden. Als Maßstab für Gesetzestreue gelten dann lediglich die Verfechter eines "Discountry", also die jeweils günstigsten Anbieter ohne weitere Serviceleistungen. Und damit können die Eingriffe der Behörde in Markenpflege und Vertriebswege eines Herstellers der Öffentlichkeit sogar als Preisregulativ für den Verbraucherschutz verkauft werden. Dass in erster Linie die Konsumenten und die Beschäftigten unter den Folgen der oft existenzbedrohenden Bußgelder zu leiden haben, blieb bisher in der Berichterstattung der Medien fast immer unerwähnt.

In letzter Zeit mischen sich allerdings zunehmend kritische Stimmen in den jährlichen Jubel über Sanktionen und Spitzen-Bußgelder. Bemängelt wird vor allem die lückenhafte Kontrolle der Kartellamtsmaßnahmen durch politische oder juristische Instanzen, wodurch reichlich Raum für Willkür entsteht. Manchmal greifen die Wettbewerbshüter schon ein, wenn lediglich die Möglichkeit für einen kartellrechtlichen Verstoß unterstellt wird. Strafen, die allein auf diesem Verdacht beruhen, werden trotzdem von vielen Unternehmen akzeptiert. Sie befürchten die Prangerwirkung eines juristischen Verfahrens, so die Vermutung des Wirtschaftspublizisten Detlef Brendel (http://www.pressebuero-brendel.com). Er hat für das Buch "Wirtschaft im Würgegriff / Wie das Kartellamt Unternehmen blockiert" (Campus Verlag, ISBN 978-3-593-50150-5) mehrere Gespräche mit betroffenen Unternehmern geführt. Sein Fazit: "Die Furcht vor der inquisitorischen Behörde und vor den in der Öffentlichkeit inszenierten rufschädigenden Anschuldigungen ist so groß, dass vom Recht auf Meinungsäußerung nur hinter verschlossenen Türen Gebrauch gemacht wird." Leider ist diese Furcht nicht unbegründet: So manches mittelständische Unternehmen ist wirtschaftlich längst ruiniert, bevor sich nach einem jahrelangen Prozessmarathon die Vorwürfe der Kartellbehörde als haltlos erwiesen haben.



Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:

Supress
Redaktion Ilona Kruchen



PresseKontakt / Agentur:

Supress
Ilona Kruchen
Alt-Heerdt 22
40549 Düsseldorf
redaktion(at)supress-redaktion.de
0211/555548
http://www.supress-redaktion.de



drucken  als PDF  an Freund senden  Perspektiven für Flüchtlinge durch Wirtschafts-Initiative PRIIPs: cleversoft und SmartTrade kooperieren bei Erstellung der Basisinformationsblätter (KID)
Bereitgestellt von Benutzer: Adenion
Datum: 04.04.2016 - 11:30 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1340230
Anzahl Zeichen: 3036

Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Ilona Kruchen
Stadt:

Düsseldorf


Telefon: 0211/555548

Kategorie:

Wirtschaft (allg.)



Diese Pressemitteilung wurde bisher 0 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Kartellamtsmaßnahmen in der Kritik"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Supress (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Mahlzeiten positiv besetzen ...

sup.- Viele Eltern sind heute verunsichert, wenn es um die Ernährung ihrer Kinder geht. Die Berichterstattung darüber, welche Nahrungsmittel gesund und empfehlenswert sind, ist je nach Ausrichtung der Ideologie äußerst widersprüchlich und änder ...

Klimaschutzplan 2050 braucht die Industrie ...

sup.- Ein weitgehend treibhausgasfreies Deutschland bis zur Mitte des Jahrhunderts: Das ist das anspruchsvolle Ziel des "Klimaschutzplans 2050", mit dem die Bundesregierung Initiativen zur Vermeidung klimaschädlicher Emissionen forcieren m ...

Hinweise auf Sicherheitsmängel bei Heizöltanks ...

sup.- Mit dem Thema Gewässerschutz müssen sich nicht nur Gewerbebetriebe beschäftigen, die ihren Standort in unmittelbarer Nähe eines Sees, eines Flusses oder einer Küste haben. Sobald auf einem Firmengelände wassergefährdende Stoffe in Behäl ...

Alle Meldungen von Supress