PresseKat - Marktreife Produkte statt Industriepolitik

Marktreife Produkte statt Industriepolitik

ID: 1315057

Wie die E-Mobilität auf die Erfolgsspur wechseln kann

(firmenpresse) - Von Ansgar Lange +++ Die Elektromobilit√§t kommt in Deutschland nicht richtig in Fahrt. Die SPD entdeckt nun die Industriepolitik als vermeintliches Allheilmittel, um die Stromer auf die Erfolgsspur zu setzen. FAZ-Redakteur Andreas Mihm meint allerdings, das Autoherz der SPD sei aus dem Takt geraten. Statt Vorschl√§ge f√ľr einen "automobilen Nationalismus" zu unterbreiten, sollten die Genossen die Autobranche anspornen, bessere Produkte herzustellen. Wer sich f√ľr den Kauf eines E-Autos entscheidet, soll nach den Vorstellungen der Sozialdemokraten einen Zuschuss von rund 5.000 Euro erhalten (Privatleute). Steuerliche Sonderabschreibungen f√ľr Firmenwagen, Quoten f√ľr die Anschaffung von Elektrofahrzeugen in √∂ffentlichen Fuhrparks und eine Selbstverpflichtung der Autoindustrie, Batterien von deutschen Herstellern zu kaufen, geh√∂ren au√üerdem ins "W√ľnsch-Dir-Was-Programm" des kleineren Regierungspartners.

Dass mit Industriepolitik alter Schule die Wende erreicht werden kann, bezweifelt der Chef der Beratungsgesellschaft centomo http://www.centomo.de, Michael Zondler. "Wir haben viele Kunden in der Automobilindustrie. Sie ist eine sehr starke Branche in unserem Land, und ich glaube nicht, dass sie den Staat als Retter braucht. Wegen verschiedener Faktoren, zu denen auch der derzeit niedrige √Ėlpreis geh√∂rt, hat es die Autoindustrie momentan schlicht nicht n√∂tig, st√§rker auf E-Mobilit√§t zu setzen. Die Probleme liegen eher bei der Politik, die wieder einmal die selbst gesteckten Ziele nicht erreicht", sagt Zondler.

Merkel bleibt stur bei ihrem "Wir schaffen das"

2014 wurden 13.000 Stromer in Deutschland abgesetzt, 2015 immerhin 23.500. Trotz dieser ern√ľchternden Zahlen h√§lt Bundeskanzlerin Angela Merkel stur an dem Ziel fest, dass es in Deutschland bis 2020 eine Million Elektroautos geben wird.

"Dieses ambitionierte Ziel ist nicht erreichbar. Die Politik sollte sich endlich von diesem Fetisch l√∂sen. Es bringt nichts, wenn man unbeirrbar nach der Devise "Wir schaffen das" an Zielen festh√§lt, die illusion√§r sind. Dies erzeugt nur unn√∂tigen Druck. Wir brauchen mehr Zeit. Zeit, die die Autoindustrie unter anderem dazu nutzen sollte, Elektroautos zu bauen, die von den Kunden angenommen werden. Nat√ľrlich k√∂nnen finanzielle Anreize das Kaufverhalten positiv beeinflussen. Doch zur Wahrheit geh√∂rt auch, dass elektrisches Fahren zurzeit nur leichte Umweltvorteile bietet", sagt der centomo-Chef. Dies liegt unter anderem an der Energiemenge, die f√ľr die Herstellung der Batterien ben√∂tigt wird.





Vom Kunden her denken

Zurzeit fahren E-Autos erst nach √ľber 20.000 Kilometern die schwarze Umweltnull ein. Nach Prognosen werden die Emissionen bei der Batterieproduktion bis 2020 auf die H√§lfte und bis 2030 auf ein Drittel des heutigen Wertes sinken.
"Wir m√ľssen vom Kunden her denken und nicht aus Sicht der Konzerne oder Parteizentralen. Mit marktreifen Produkten werden Begehrlichkeiten geweckt. Zurzeit sind E-Fahrzeuge noch ein Nischenmarkt, weil ihre Umweltbilanz und Reichweite noch nicht optimal ausfallen und die Autos im Schnitt rund 5.000 Euro teurer sind als herk√∂mmliche Autos. Ein E-Auto, das marktreif ist, muss besser sein als herk√∂mmliche Autos. Erst dann ist es f√ľr den Massenmarkt geeignet. Das Gesamtpaket muss stimmen, auch beim Preis, denn gerade die Deutschen sind √§u√üerst preissensible Konsumenten", so der centomo-Gesch√§ftsf√ľhrer.

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Datum: 31.01.2016 - 12:40 Uhr
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