PresseKat - "Nutzen und Risiken von Nahrungsergänzungsmitteln" - Expertengespräch der DKV

"Nutzen und Risiken von Nahrungsergänzungsmitteln" - Expertengespräch der DKV

ID: 1304133

Wer sie braucht, was sie bringen und wann sie sogar schaden

(firmenpresse) - 970 Millionen Euro geben die Deutschen pro Jahr für Nahrungsergänzungsmittel wie Fischölkapseln, Vitamintabletten oder Ginsengextrakt aus. Dabei leiden die wenigsten Menschen an Nährstoffmangel. Die Pillen sind daher nur in bestimmten Fällen sinnvoll. Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung, klärt über Nutzen und Risiken der Präparate auf.


Einer von drei Menschen in Deutschland fürchtet, nicht genügend Vitamine zu sich zu nehmen. Ist diese Sorge berechtigt - und können Nahrungsergänzungsmittel einem Mangel vorbeugen?

Die meisten Experten sind sich einig: Deutschland ist kein Vitaminmangelland. Zwar hält sich hartnäckig der Mythos, dass unsere Böden an Nährstoffen verarmt seien und Lebensmittel daher nicht mehr so viele Vitamine wie früher beinhalten. Tatsächlich ist aber das Gegenteil der Fall: Weil in der Landwirtschaft so viel Dünger zum Einsatz kommt, ist der Nährstoffwert in den Lebensmitteln sogar noch angestiegen. Vitaminmangel und dadurch bedingte Krankheiten kommen hierzulange folglich nur selten vor. Das bedeutet: In den meisten Fällen sind Ergänzungsprodukte schlicht überflüssig. Andersherum gilt: Eine einseitige Ernährung lässt sich auch durch die Einnahme von Tabletten oder Dragees nicht ausgleichen. Und wer meint, mit dem Verzehr synthetischer Vitamine nichts falsch machen zu können, irrt: Die oft zu hoch dosierten Mittel können durchaus Gesundheitsprobleme verursachen. Bei Überdosierung drohen Vergiftungserscheinungen. Zu viel Vitamin A führt zu Hautveränderungen, Kopfschmerzen und Leberschäden; wer zu viel Vitamin D schluckt, riskiert eine Verkalkung von Herz, Niere und Lunge.


Dennoch ist eine riesige Auswahl verschiedener Nahrungsergänzungsmittel im Handel erhältlich, die glänzende Haare, mehr Konzentrationsfähigkeit oder starke Abwehrkräfte versprechen. Was ist davon zu halten?

Es empfiehlt sich, bei solchen Versprechen skeptisch zu bleiben. Nahrungsergänzungsmittel sind keine Arzneien. Sie bedürfen keiner Zulassung, da sie unter das Lebensmittelgesetz fallen. Es ist auch kein Nachweis für ihre Wirksamkeit erforderlich. Das Coenzym Q10 zum Beispiel ist ein Bestseller unter den Präparaten: Es soll die Haut straffer, das Herz gesünder und die Nerven stärker machen. Einen Beleg dafür gibt es aber nicht - zudem kommt Q10 reichlich in der Nahrung vor, etwa in Geflügel, Soja, Pflanzenölen. Nach wie vor ist ein abwechslungsreicher Speiseplan mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten der beste Weg, den Körper mit Vitaminen und Mineralien zu versorgen. Synthetische Vitamine können nicht dieselben positiven Effekte erzielen wie Vitamine als Bestandteil der natürlichen Ernährung - ihnen fehlt das Zusammenspiel mit anderen Vitalstoffen. Als Faustregel gilt: Mindestens drei Portionen Gemüse oder Salat sollten am Tag auf den Tisch kommen. Allerdings gehen die Vitamine in der Frischkost nach und nach verloren; zudem vertragen sie Hitze, Sauerstoff und Wasser nicht gut. Es empfiehlt sich daher, Karotte und Co. kühl und dunkel zu lagern und möglichst schnell zu verbrauchen.






Bei welchen Personengruppen ist die Gefahr eines Nährstoffmangels besonders groß? Und wann kann eine Einnahme zusätzlicher Vitamine und Spurenelemente erforderlich sein?

Bei Frauen im ersten Schwangerschaftsdrittel ist die Sache völlig klar: Sie sollten unbedingt Folsäure einnehmen - diese senkt das Risiko, dass das Baby mit Spina bifida, dem sogenannten offenen Rücken, zur Welt kommt. Am besten ist, bereits ab Kinderwunsch ein Zusatzpräparat einzunehmen. Auch ältere Menschen sollten auf die Vitaminversorgung achten. Vitamin D zum Beispiel, das für gesunde Knochen wichtig ist, kann der Körper zwar selbst herstellen - aber nur unter Einfluss von Sonnenlicht. Wer nicht mehr so fit ist und sich selten im Freien aufhält, bildet daher möglicherweise zu wenig Vitamin D. Zudem verspüren über 65-Jährige oft weniger Appetit als junge Menschen. Weniger Nahrung birgt aber die Gefahr, dass wichtige Nährstoffe wie Proteine, Mineralstoffe und Vitamine nicht mehr in genügender Menge aufgenommen werden, obwohl Senioren diese in gleicher Menge benötigen wie Jüngere. Auch wer viel Sport treibt, braucht mehr Vitamine - vor allem bei den Vitaminen B1, B2 und B6 steigt der Bedarf. Allerdings können Sportler auch mehr essen und so Mängel vermeiden - Fisch, Milchprodukte oder Weizenkeime liefern auf natürlichem Weg genug B-Vitamine. Prinzipiell ist es nicht ratsam, nur auf Verdacht Tabletten zu schlucken. Wer unsicher ist, sollte vom Arzt anhand seiner Blutwerte prüfen lassen, ob er tatsächlich an einem Mangel leidet. Wenn ja, kann der Mediziner den Patienten beraten, ob er mit der Ernährung Abhilfe schaffen kann - oder ob die Einnahme eines Ergänzungsprodukts sinnvoll ist.
Anzahl der Anschläge (inkl. Leerzeichen): 4.848



Kurzfassung:

Wann sind Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll?
Hinweise von Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung

- Die wenigsten Menschen in Deutschland leiden an Nährstoffmangel. In den meisten Fällen sind Nahrungsergänzungsmittel daher überflüssig.
-Ausnahmen: Schwangere sollten in der Schwangerschaft Folsäure einnehmen. Bei älteren Menschen kann Vitamin D sinnvoll sein, falls sie nicht mehr ausreichend an der frischen Luft sind. Wer intensiv Sport treibt, hat einen erhöhten Bedarf an den Vitaminen B1, B2 und B6.
-Vorsicht bei Überdosierung von Nahrungsergänzungsmitteln: Es können Vergiftungserscheinungen drohen.
-Eine Empfehlung, um den Körper ausreichend mit Vitaminen und Mineralien zu versorgen: Ein abwechslungsreicher Speiseplan mit mindestens drei Portionen Gemüse oder Salat am Tag.
-Wer sich unsicher ist, ob er an einem Nährstoffmangel leidet, sollte dies beim Arzt überprüfen lassen.
Anzahl der Anschläge (inkl. Leerzeichen): 924



Die DKV Expertengespräche und viele weitere Verbrauchertexte stehen für Sie unter www.ergo.com/verbraucher bereit. Weitere Informationen zur Krankenversicherung finden Sie unter www.dkv.de.

Bitte geben Sie bei Verwendung des bereitgestellten Bildmaterials die "ERGO Versicherungsgruppe" als Quelle an.

Bei Veröffentlichung freuen wir uns über Ihr kurzes Signal oder einen Beleg - vielen Dank!

Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:

Ãœber die ERGO Versicherungsgruppe
ERGO ist eine der großen Versicherungsgruppen in Deutschland und Europa. Weltweit ist die Gruppe in mehr als 30 Ländern vertreten und konzentriert sich auf die Regionen Europa und Asien. ERGO bietet ein umfassendes Spektrum an Versicherungen, Vorsorge und Serviceleistungen. Im Heimatmarkt Deutschland gehört ERGO über alle Sparten hinweg zu den führenden Anbietern. Rund 43.000 Menschen arbeiten als angestellte Mitarbeiter oder als hauptberufliche selbstständige Vermittler für die Gruppe. 2014 nahm ERGO 18 Mrd. Euro an Beiträgen ein und erbrachte für ihre Kunden Versicherungsleistungen in annähernd gleicher Höhe. ERGO gehört zu Munich Re, einem der weltweit führenden Rückversicherer und Risikoträger.
Mehr unter www.ergo.com



PresseKontakt / Agentur:

HARTZKOM GmbH
Dr. Sabine Gladkov
Anglerstraße 11
80339 München
ergo(at)hartzkom.de
089 998 461-0
http://www.hartzkom.de



drucken  als PDF  an Freund senden  So leben Sie 2016 stark und enspannt und sagen dem Burnout den Kampf an. Ein Jahr des Umbruchs
Bereitgestellt von Benutzer: Adenion
Datum: 30.12.2015 - 10:35 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1304133
Anzahl Zeichen: 6528

Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Dr. Claudia Wagner
Stadt:

Düsseldorf


Telefon: 0211 477-2980

Kategorie:

Gesundheitswesen - Medizin



Diese Pressemitteilung wurde bisher 0 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
""Nutzen und Risiken von Nahrungsergänzungsmitteln" - Expertengespräch der DKV"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

ERGO Versicherung (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).


Alle Meldungen von ERGO Versicherung