(firmenpresse) - Mittelstand fordert weiterhin BĂŒrokratieabbau und SteuerĂ€nderungen
DĂŒsseldorf, 19. Oktober 2009 - Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Das gilt in Krisenzeiten mehr als jemals zuvor. Und die neue Bundesregierung weckt neue Hoffnungen und Erwartungen, WĂŒnsche und Forderungen von Seiten der Wirtschaft. Nach dem Ende der GroĂen Koalition ist nun Schwarz-Gelb am Zug. Nach Ansicht des Bundesverbandes der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) http://www.bvr.de beispielsweise mĂŒssen Union und FDP dringend das Prinzip des Forderns und Förderns stĂ€rken. Auch sollte die Regierung die vom Steuer- und Abgabensystem ausgehenden Anreize zur Arbeitsaufnahme ĂŒberprĂŒfen. âDie neue Bundesregierung muss den Faden der Agenda 2010 wieder aufnehmen und die WachstumskrĂ€fte durch Strukturreformen stĂ€rken. Die Politik hat die Pflicht, hier rasch konkrete VorschlĂ€ge vorzulegenâ, erklĂ€rt BVR-PrĂ€sident Uwe Fröhlich.
Top-Thema fĂŒr den Mittelstand bleibt der BĂŒrokratieabbau. Nach einer Konjunkturumfrage des Bundesverbands mittelstĂ€ndische Wirtschaft (BVMW) http://www.bvmw in Nordrhein-Westfalen wird BĂŒrokratieabbau fĂŒr die Zukunft der Unternehmen noch wichtiger eingeschĂ€tzt als Steuersenkungen: â339 von 477 MittelstĂ€ndlern sprachen sich fĂŒr weniger Gesetze und Vorschriften aus. 288 der Befragten forderten Steuersenkungen. Mehrfachnennungen waren möglich. 245 MittelstĂ€ndler verlangten eine bessere Bankenregulierungâ, berichtet die Rheinische Post http://www.rp-online.de.
Immerhin: âRund zwei Drittel des deutschen Mittelstands erhofften sich vor der Wahl von einem schwarz-gelben RegierungsbĂŒndnis eine mittelstandsfreundlichere Politikâ, sagt BVMW-PrĂ€sident Mario Ohoven, der in Sachen Erbschaftssteuerrecht und bei der Unternehmenssteuerreform dringenden Handlungsbedarf sieht. âMehr Netto vom Brutto, das muss auch fĂŒr die Arbeitnehmer geltenâ, so seine weitere Forderung. âNur so wird sich Leistung wieder lohnen, kommt der seit Jahren dahinsiechende private Verbrauch wieder in Schwung. Diese dauerhafte Steuersenkung mit der Konsolidierung der Staatshaushalte und den leeren Kassen der Sozialversicherung in Einklang zu bringen, gleicht fast einer Quadratur des Kreises. Unmöglich aber ist das nicht. Der Königsweg heiĂt Wachstum.â So verschaffe schon ein Prozent Wachstum beim Bruttoinlandsprodukt dem kĂŒnftigen Finanzminister sieben Milliarden Euro mehr Steuereinnahmen. Dazu mĂŒssten jedoch auch HĂŒrden auf dem Arbeitsmarkt beseitigt und zusĂ€tzliche Neueinstellungen ermöglicht werden. Ohovens Stichworte hierzu lauten unter anderem, âden KĂŒndigungsschutz auf EU-Niveau reduzieren und mehr betriebliche BĂŒndnisse ermöglichen. Mit mehr FlexibilitĂ€t in der Tarifpolitik haben Arbeitgeber und Arbeitnehmer in den vergangenen Jahren bereits gute Erfahrungen gemacht. Diese Politik gilt es jetzt fortzusetzen.â
Mit der langsam erkennbaren Konjunkturaufhellung am Horizont hat unterdessen die Exportwirtschaft wieder Mut gefasst. Viele Beobachter gehen davon aus, dass im Zuge der wirtschaftlichen Erholung die Absatzzahlen der Exportwirtschaft wieder das Niveau vor der Finanzkrise erreichen werden. Ăkonomische Standardmodelle stĂŒtzen weitgehend diesen Optimismus. Olivier Godart, Holger Görg und Dennis Görlich, Experten des Kieler Instituts fĂŒr Weltwirtschaft (IfW) http://www.ifw-kiel.de, warnen im neuen Kiel Policy Brief âBack to Normal? The Future of Global Production Networks after the Crisisâ jedoch vor einem zu groĂen Optimismus. Denn die globalen Produktionsnetzwerke, auf denen die Erfolge der Exportwirtschaft beruhen, sind durch die Finanz- und Wirtschaftskrise in Mitleidenschaft gezogen worden. Auch finden Unternehmen, die einmal die ExportmĂ€rkte verlassen haben, nur unter erheblichen Kosten wieder Zugang zu den globalen Produktionsnetzwerken. âDie Exportwirtschaft wird durch die Finanzkrise langfristiger und nachhaltiger in Mitleidenschaft gezogen, als es ökonomische Standardmodelle suggerieren. Insbesondere mit Blick auf die globalen Produktionsnetzwerke ist es daher eher unwahrscheinlich, dass der Export wieder ânormalâ lĂ€uft, sobald sich die Weltwirtschaft erholt hatâ, betont IfW-Globalisierungsexperte Holger Görg.
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