(ots) -
Betriebssystem und Apps fragen viel mehr Nutzerdaten ab als nötig
/ Persönliche Infos werden unverschlüsselt an Werbenetzwerke
weitergeleitet / Apps machen Nutzer zur Zielscheibe für
personalisierte Werbung
Noch nie wurden so viele Apps auf Smartphones installiert wie
heute. Dass die meisten von ihnen den Nutzer auch ausforschen und
gesammelte Informationen verschicken, nehmen wir meist in Kauf. Aber
wo landen die Daten eigentlich und was wird damit gemacht? COMPUTER
BILD hat für seine aktuelle Ausgabe 14/2015 (EVT: 20. Juni 2015) in
einem großen Test untersucht, wie Werbenetzwerke, App-Hersteller und
Konzerne unsere persönlichen Nutzerdaten von Android-Handys
abgreifen. Die Redaktion stattete dafür mehrere fabrikneue Samsung
Galaxy S5 mit spezieller Software aus, um die übermittelten Daten zu
protokollieren. "Aus den Daten der Smartphone-Besitzer lassen sich
sehr genaue Persönlichkeitsprofile basteln. Nach einer Woche ist der
Nutzer praktisch gläsern", sagt COMPUTER BILD-Redakteur Christian
Just. "Die treibende Kraft hinter der Datensammelei ist die Hoffnung
auf Werbeeinnahmen."
Der Test von COMPUTER BILD zeigt: Bereits die vorinstallierten
Apps auf den Mobilgeräten schickten sofort relevante
Erkennungsmerkmale nach draußen. So zum Beispiel die Android-ID, mit
der man jedes Gerät wiedererkennt oder die eindeutige Seriennummer
des Handys (IMEI) und des eingebauten WLAN-Moduls (MAC). Diese Infos
sind die Basis für die spätere Datensammlung der App-Hersteller oder
Werbenetzwerke.
Bei der App-Nutzung lauern für die User dabei diverse Fallen, weil
dem Datenzugriff von Apps nur einmal bei der Installation als Ganzes
zugestimmt werden muss, damit sich die App überhaupt nutzen lässt.
Später lässt sich der Zugriff nicht mehr beschränken. Eine weitere
Falle: "Stammen mehrere Apps vom selben Entwickler, gelten die
Berechtigungen auch für alle folgenden Apps", so Just.
Wie zu erwarten, dokumentierten die Laborprotokolle den
Datenhunger von Google und Facebook, schockiert allerdings zeigten
sich die Tester vom massenhaften Abgreifen persönlicher Daten durch
Gratis-Apps. So schickte das beliebte Gratis-Spiel "Crossy Roads"
Daten an 15 verschiedene Server, die mit Werbenetzwerken zu tun
haben.
Hintergrund: Die App-Hersteller werden von den Branchenriesen der
Werbeindustrie für Datenlieferungen bezahlt. Rund 80 Prozent der
beliebtesten Apps im "Play Store" senden Daten an mindestens ein
Werbenetzwerk weiter, selbst wenn die App im Hintergrund läuft.
Bedenklich: Es handelt sich dabei häufig um detailliertere Infos, als
nur um die von Google offiziell zugelassene Werbe-ID. In Kombination
mit abgegriffenen GPS- oder WLAN-Daten von Android-Smartphones lässt
sich so leicht lokalisierte Werbung erstellen. Just resümiert:
"Datensparsamkeit ist die einzig wirkungsvolle Strategie gegen
neugierige Firmen."
Radio-O-Töne zum Thema von COMPUTER BILD-Redakteur Christian Just
finden Sie unter: http://ots.de/EEmlQ
Der Android-Datenspionagetest erscheint in der aktuellen Ausgabe
14/2015 von COMPUTER BILD, die ab dem 20. Juni 2015 im
Zeitschriftenhandel erhältlich ist. COMPUTER BILD im Internet:
www.computerbild.de
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