Durch die Abschaffung der Milchquote können Landwirte nun die Chance zu mehr Unternehmertum nutzen.
(firmenpresse) - Mehr als 30 Jahre haben die Milchviehbetriebe in einem planwirtschaftlichen Korsett gesteckt. Die vorgegebene Quote regelte, wie viel Milch der Landwirt an die Molkereien liefern durfte. Damit waren der wirtschaftlichen und betrieblichen Expansion enge Grenzen gesetzt. Die Abschaffung der Quote bietet den Milcherzeugern nun die Möglichkeit, eigenverantwortlich Mengen zu produzieren und diese gegebenenfalls auch selbst zu vermarkten. âDie Quote hat in den vergangenen Jahrzehnten nicht das gebracht, was die damaligen Initiatoren erwartet habenâ, resuÌmiert Udo Folgart, MilchprĂ€sident und DBV VizeprĂ€sident, kuÌrzlich gegenuÌber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Richtig so, denn die Zahl der Milchbauern ist bundesweit seit EinfuÌhrung der Quote um fast 80 Prozent auf inzwischen noch 78.000 Betriebe zuruÌckgegangen. Die Ende MĂ€rz ausgelaufene Milchquotenregelung sollte helfen, die Preise fuÌr Milchprodukte zu stabilisieren. Preisschwankungen von bis zu 25 Cent je Kilogramm Milch waren jedoch phasenweise die Praxis. Mit dem Wegfall der Quotenregelung kann jetzt jeder selbst entscheiden, welche Menge er produziert. Angebot und Nachfrage regeln den Preis â die uÌbliche Praxis in der freien Marktwirtschaft. Damit die Preisrisiken nicht zu unerwarteten Einkommensverlusten fuÌr die Milcherzeuger fuÌhren, gibt es Möglichkeiten, die VolatilitĂ€t entsprechend einzugrenzen.
UnabhÀngig von den Schwankungen des Milchpreises
Mithilfe von Futures lĂ€sst sich ein fester Preis formulieren, zu dem ein Kontrakt von den jeweiligen Marktteilnehmern zu erfuÌllen ist. Dabei geht es de facto darum, dass man sich die VerfuÌgbarkeit von Milch sowie den entsprechenden Preis absichert. Und das geschieht unabhĂ€ngig von der zukuÌnftigen Preisentwicklung der Milch. Man will so volatile Marktgegebenheiten unterbinden. Der KĂ€ufer, etwa eine Molkerei, erwirbt in der Praxis eine bestimmte Menge Milch zu einem fixen, von den Vertragspartnern vereinbarten Preis. Damit lĂ€sst sich der Preis von der Marktentwicklung abkoppeln.
Im Gegenzug kann der VerkĂ€ufer des Kontrakts, also der Milcherzeuger, bereits zum aktuellen Zeitpunkt fuÌr seine noch zu produzierende Milch einen Festpreis erzielen. Er kann also ab sofort mit einer fest zugesagten Kapitalsumme rechnen und kalkulieren. Der Vorteil: Die Vertragsparteien machen sich von den Schwankungen des Milchpreises unabhĂ€ngig und können mit sicheren Preisen kalkulieren. Ob der Milchlieferant dabei seine gesamte zur VerfuÌgung stehende Milchmenge bereits anbietet oder lediglich einen Anteil daran, bestimmt er selbst.
Wertverluste bei LagerbestÀnden durch Terminkontrakte vermeiden
Die Vorteile von Futures und Optionen liegen auf der Hand, und trotzdem dauert es nun schon verhĂ€ltnismĂ€Ăig lange, bis sie sich auf breiter Basis durchsetzen. Unsicherheit, gepaart mit alten Verhaltensmustern, scheint hier noch die Oberhand zu haben. Aber ist es nicht im Grunde die Idealvorstellung vieler Milcherzeuger, selbststĂ€ndig und eigenverantwortlich Marktpreisrisiken einschrĂ€nken und Verlustgefahren begegnen zu können? In der Praxis kann das so aussehen: Eine Molkerei hat als Absicherung Milchfutures gekauft, um ihre Einkaufspreise abzusichern. Steigt nun im Nachgang der Marktpreis der Milch, werden die Kontrakte von den Molkereien verkauft. Durch den Verkauf der Futures entsteht ein Gewinn, der die höheren Milchpreise am Spotmarkt ausgleichen bzw. uÌbersteigen soll. Sollte der Preis im Nachgang jedoch fallen, kann der KĂ€ufer diesen Vorteil im Einkauf monetĂ€r nicht umsetzen. Hier gibt es eine weitere Möglichkeit. Mithilfe von Optionen kann die Chance fuÌr einen billigen Milcheinkauf erhalten bleiben. Allerdings ist hier eine entsprechende OptionsprĂ€mie zu bezahlen. Diese Kosten (OptionsprĂ€mie) senken den Gewinn. Die Milch wird zu den guÌnstigeren Einstandspreisen verĂ€uĂert, aber sowohl fuÌr den Erzeuger als auch fuÌr den Verarbeiter ergibt sich eine sicherere Ertragssituation. Dieses Ziel, das Risiko entsprechend einzudĂ€mmen, ist am Markt entsprechend zu bezahlen. Aber nochmals zum VerstĂ€ndnis: Ăber den Zeitpunkt, ob und wie viel gekauft oder verkauft wird, entscheiden die Marktteilnehmer. Terminkontrakte und Optionen auf Terminkontrakte sind ideale Werkzeuge, um das Preisrisiko zu verringern. Produzenten, HĂ€ndler oder Lebensmittelverarbeiter können damit Wertverluste bei LagerbestĂ€nden durch den Verkauf von Terminkontrakten vermeiden. Sehr fruÌh können Preise fuÌr kuÌnftige Erzeugungen fixiert werden, der physische Warenfluss bleibt davon unverĂ€ndert. Mit Optionen lassen sich Mindestpreise (Landwirte) bzw. Höchstpreise (AufkĂ€ufer) an der Warenterminbörse absichern. An den Terminbörsen werden zu zukuÌnftigen Terminen Waren in Form von Kontrakten gehandelt. Zweck der Warenterminbörse ist unter anderem die Preisabsicherung fuÌr die Erzeuger, denn durch die verĂ€nderten Marktbedingungen treten oft Preisschwankungen auf. Tritt der Landwirt/ Milcherzeuger mit abgesicherten Preisen bei den nĂ€chsten Kreditverhandlungen gegenuÌber seiner Bank auf, kann diese von einer abgesicherten Einkommenssituation ausgehen. Der gewuÌnschte Kreditrahmen lĂ€sst sich hĂ€ufig schneller und problemloser durchsetzen. Ist die anfĂ€ngliche Vorsicht und Skepsis erst abgelegt, bieten sich unternehmerisch denkenden Landwirten und Verarbeitern neue Chancen mit einem hohen Potenzial an Eigenverantwortung und Gestaltungsmöglichkeiten.
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