(ots) - Zum ersten Todestag von Karlheinz Böhm (verstarb
am 29. Mai 2014), dem Gründer der Organisation Menschen für Menschen,
weist die Hilfsorganisation auf die hohe Bedeutung nachhaltiger
Entwicklung ganzer Regionen in Äthiopien hin. Dabei werden den
Menschen Perspektiven in ihrer Heimat ermöglicht. Diese nachhaltige
Entwicklung umfasst alle Bereiche des täglichen Lebens, angefangen
von Wasserversorgung über Landwirtschaft, Bildung und Gesundheit, bis
hin zu Einkommen schaffenden Maßnahmen. Es werden dabei keine
Einzelprojekte durchgeführt, sondern gemeinsam mit der Bevölkerung
ein umfassendes Programm für eine ganze Region geplant und umgesetzt.
Peter Renner, Vorstand der deutschen Stiftung und zuständig für
die Projektarbeit der Hilfsorganisation in Äthiopien: "Jeder
Lebensbereich übt Einfluss auf den anderen aus. So greifen
Gesundheitsmaßnahmen nur nachhaltig, wenn sauberes Trinkwasser
vorhanden ist und Mädchen können beispielsweise Bildungsangebote nur
dann wahrnehmen, wenn es Brunnen in Dorfnähe gibt." Menschen für
Menschen ist derzeit in 11 Projektgebieten in Äthiopien tätig.
Aktualität der Ansätze von Karlheinz Böhm
Von Beginn an verfolgte Karlheinz Böhm die Idee nachhaltiger
Entwicklung auf Augenhöhe, bei der die tatsächlichen Bedürfnisse der
Bevölkerung im Mittelpunkt stehen, um daraus konkrete Maßnahmen
abzuleiten. Dieser partizipative Ansatz, der heute auch in der
entwicklungspolitischen Debatte propagiert wird, ist nach wie vor
Leitmotiv von Menschen für Menschen. "Die Einbeziehung der Menschen
vor Ort ist ein wichtiger Faktor für den langfristigen Erfolg und
schließt sämtliche Arbeitsebenen der Organisation mit ein", betont
Peter Renner.
Die heute vieldiskutierte Vision, dass die Projektarbeit von den
Menschen in den Nehmerländern umgesetzt werden soll, ist seit
Anbeginn der Organisation Realität: Das Projektkoordinationsbüro hat
seinen Sitz in Addis Abeba. Von den 725 Mitarbeitern in Äthiopien
sind lediglich vier Nicht-Äthiopier. Der überwiegende Großteil der
Mitarbeiter sind sogenannte Development Agents (Entwicklungsberater)
und Sozialarbeiter, die direkt vor Ort mit der Bevölkerung in den
Projektgebieten leben und diesen tagtäglich mit Rat und Tat bei der
Umsetzung der Projekte zur Seite stehen.
Nachhaltigkeit erfordert Wissenstransfer
Ohne entsprechendes Know-how kann kein Projekt bestehen oder
weiter geführt werden. Die Hilfsmaßnahmen von Menschen für Menschen
werden daher gemeinsam mit der Bevölkerung und in enger
Zusammenarbeit mit den regionalen Behörden umgesetzt. Nach Abschluss
werden sie unmittelbar in deren Verantwortung übergeben. Bei Bedarf
kann auf die Unterstützung durch die Projektmitarbeiter
zurückgegriffen werden. Wenn Jahre später ein Projektgebiet
abgeschlossen wird, entwickelt sich dieses dann selbstständig weiter.
Die Menschen haben besonders in den ländlichen Regionen wenig
Möglichkeiten, sich Wissen abseits traditioneller Methoden
anzueignen. Die Vermittlung von Wissen gehört deshalb zu den
zentralen Bestandteilen der integrierten Projektarbeit. Dies gilt für
Kurse im Landwirtschaftsbereich und der Erosionsbekämpfung genauso,
wie die Aufklärung über Hygiene und Krankheitsvermeidung im
Gesundheitsbereich. Die Schulungen bewirken eine nachhaltige
Veränderung im Bewusstsein der Bevölkerung.
Zukunftsperspektiven in Armutsregionen schaffen
"Wenn wir sehen, wie aus ehemaligen Armutsregionen nach einigen
Jahren Gebiete werden, in denen die Menschen ausreichend zu essen
haben und nicht mehr ihr Dorf, die Region, oder im schlimmsten Fall
sogar das Land verlassen müssen, dann haben wir für die Menschen viel
bewirkt," erklärt Peter Renner. Mit der nachhaltigen Entwicklung
werden in ganzen Regionen Äthiopiens Lebensgrundlagen geschaffen, die
auch nach Ende der Projektlaufzeiten, als Basis für ausreichend
Nahrung und Einkommen dienen. Menschen für Menschen ist
durchschnittlich 17 Jahre in einem Projektgebiet tätig.
Um den Anforderungen in den Projektregionen noch besser gerecht zu
werden, erfolgt künftig in der Projektarbeit eine noch stärkere
Ausrichtung auf Einkommen schaffende Maßnahmen. Zu bereits
bestehenden Maßnahmen wie Handwerkskursen oder der Vergabe von
Mikrokrediten werden auch Pilotprojekte wie die Einführung von
Kooperativen umgesetzt, die das Ziel haben, über die
Nahrungsmittelproduktion hinaus auch deren Weiterverarbeitung und
Vermarktung zu forcieren.
Monitoring - Überprüfung der Arbeitsweisen
Im Bereich der Projektplanung, des Monitorings und der
Erfolgskontrolle erfolgt eine präzise Planung und Berichterstattung
der einzelnen Entwicklungsmaßnahmen.
Um die Auswirkungen der Arbeit auf die Lebensbedingungen der
Menschen noch strukturierter zu erheben wurde ein wirkungsbezogenes
Monitoring-System entwickelt, das messbar macht, welche Veränderung
im Leben der Nutznießer durch eine Maßnahme bewirkt wird. Die
Erkenntnisse daraus fließen wiederum in die Planung und
Berichterstattung ein. Menschen für Menschen erwartet sich dadurch
noch bessere Rückschlüsse auf das Zusammenspiel und die Wirkung der
Entwicklungsmaßnahmen.
Die Hilfsorganisation kann zahlreiche Erfolge vorweisen: Bisher
wurden durch Menschen für Menschen in Äthiopien unter anderem 2.009
Wasserstellen (Brunnen), 396 Schulen, 86 Gesundheitsstationen und 14
Polikliniken gebaut; über 300.000 Menschen haben an einer
Alphabetisierungskampagne teilgenommen. An die 70.000 Frauen
erhielten hauswirtschaftliche Weiterbildungsmaßnahmen und 22.000
Frauen haben am Kleinkreditprogramm teilgenommen. Rund 50.000
Kilometer Stein- bzw. Erdwälle wurden im Kampf gegen Erosion gebaut
und 173 Millionen Baumsetzlinge verteilt. Rund 400.000 Schülerinnen
und Schüler werden pro Jahr in den von Menschen für Menschen gebauten
Schulen unterrichtet.
Information Äthiopien
Äthiopien gehört mit seinen rund 97 Millionen Einwohnern nach wie
vor zu den ärmsten Ländern der Welt. Das jährliche Pro-Kopf-Einkommen
liegt nach Angaben der Weltbank bei nur 470 US-Dollar (2013). Weit
über 20 Prozent der Bevölkerung lebt in extremer Armut und muss mit
weniger als 1,25 Dollar pro Tag auskommen. Nahezu jedes vierte Kind
unter fünf Jahren ist mangelernährt. Immer noch kann rund die Hälfte
der Bevölkerung (ab 15 Jahren) weder lesen noch schreiben. Und das
große Bevölkerungswachstum von 2,89 Prozent (zum Vergleich
Deutschland: 0,25 Prozent) lässt erwarten, dass trotz vielfältiger
Bemühungen die Lage in Äthiopien auch in Zukunft noch angespannt
bleibt.
Quellen: Weltbank, The World Factbook (CIA), Auswärtiges Amt,
Human Development Reports (UN)
Über Menschen für Menschen:
Am 16. Mai 1981 legte der damalige Schauspieler Karlheinz Böhm mit
seiner legendären Wette in der Sendung "Wetten, dass..?" den
Grundstein für seine Äthiopienhilfe. Am 13. November 1981 gründete er
die Stiftung Menschen für Menschen. Seitdem leistet die Organisation
Hilfe zur Selbstentwicklung in Äthiopien. Im Rahmen sogenannter
integrierter ländlicher Entwicklungsprojekte verzahnt Menschen für
Menschen gemeinsam mit der Bevölkerung Maßnahmen aus den Bereichen
Landwirtschaft, Wasser, Bildung, Gesundheit und Einkommen. Die
Stiftung trägt das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für
soziale Fragen (DZI). Bei einer Untersuchung von
Spendenorganisationen der Stiftung Warentest für die Ausgabe 11/2014
der Zeitschrift Finanztest schnitt Menschen für Menschen "besonders
gut" ab. Die Wertung "sehr gut" erhielt die Stiftung bei einem
Transparenz-Test (2014), der von der gemeinnützigen und unabhängigen
Phineo AG in Kooperation mit Spiegel online durchgeführt wurde.
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Stiftung Menschen für Menschen
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