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"Der Einsatz von explosiven Waffen in Syrien: eine Zeitbombe im Entstehen" - Studie von Handicap International

ID: 1211184

(ots) - Handicap International veröffentlicht heute den
Bericht "Der Einsatz von explosiven Waffen in Syrien: eine Zeitbombe
im Entstehen". Der Bericht warnt vor der hohen Kontamination mit
diesen Waffen in Syrien. Durch sie sind 5,1 Millionen Menschen in
Syrien, darunter 2 Millionen Kinder, hohen Risiken ausgesetzt.
Handicap International ruft die Konfliktparteien dazu auf, ihren
Verpflichtungen aus dem humanitären Völkerrecht nachzukommen und den
Einsatz von explosiven Waffen in dicht bevölkerten Gebieten
unverzüglich zu beenden. Handicap International fordert die
internationale Gemeinschaft auf, dringend auf die Folgen dieser
Waffen für die Zivilgesellschaft zu reagieren.

Basierend auf der Analyse von 77.645 Unfällen, zeigt die von
Handicap International durchgeführte Studie, deren Daten von Dezember
2012 bis März 2015 erhoben wurden, dass explosive Waffen im
Syrienkonflikt die am häufigsten eingesetzten Waffen sind. Mehr als
vier von fünf Unfällen sind auf diese Waffen zurückzuführen. Das
Leben der Zivilbevölkerung ist ernsthaft bedroht, denn 75 % der
Unfälle ereignen sich in bevölkerten Gebieten. Allein im
Regierungsbezirk von Damaskus wurden 5.353 Unfälle verzeichnet, also
durchschnittlich sieben Unfälle pro Tag. Insgesamt leben 5,1
Millionen Menschen, darunter 2 Millionen Kinder, in Gebieten, die
stark vom Einsatz explosiver Waffen betroffen sind, so dass sie
direkt und langfristig in Gefahr leben.

Da alle Konfliktparteien explosive Waffen intensiv benutzen, sind
die Konsequenzen für die Zivilbevölkerung entsetzlich. "Wegen ihrer
explosiven und Splitterwirkung verursachen explosive Waffen
gravierende Verletzungen oder töten. Der verbreitete Einsatz von
explosiven Waffen, kombiniert mit fehlender geeigneter chirurgischer
Versorgung in Syrien, hat eine verheerende Wirkung auf das Leben der




Menschen. Wenn Verletzungen nicht ordnungsgemäß behandelt werden
können, ist es wahrscheinlich, dass die Patientinnen und Patienten
nicht vollständig genesen und langfristige Beeinträchtigungen
davontragen. Mehr als eine Million Kriegsverletzte in Syrien, also
eine ganze Generation, muss unter den Konsequenzen dieser Waffen
leiden", sagte Anne Garella, Regionalkoordinatorin von Handicap
International.

Neben der unmittelbaren Bedrohung, die von explosiven Waffen
ausgeht, beleuchtet der Bericht das tödliche Vermächtnis der
explosiven Kriegsreste (ERW). Wenn Straßen bombardiert oder
beschossen wurden, verhindert die Kontamination, dass Menschen vor
den Gefechten flüchten oder das nächste Krankenhaus erreichen können.
Eine Kontamination durch ERW zerstört Lebensunterhalte, da sich
Bauern und Hirten nicht mehr um ihr Land und Vieh kümmern können.
Längerfristig behindern explosive Kriegsreste die Rückkehr der
vertriebenen Menschen und den allgemeinen Wiederaufbau des Landes.

"Syrien wird das tödliche Vermächtnis noch über Jahre tragen
müssen", erklärt Anne Garella, "Unverzügliche
Risiko-Aufklärungsprojekte müssen die höchste Priorität haben, um
weitere Unfälle zu vermeiden. Außerdem müssen Schulungen auf
kommunaler Ebene stattfinden, um die Aufmerksamkeit von lokalen,
vertriebenen und zurückkehrenden Menschen für die Risiken zu erhöhen.
Die internationale Gemeinschaft sollte die volle Tragweite des
Problems begreifen und die zukünftige Räumung und Trümmerbeseitigung
der stark kontaminierten Gegenden einplanen."

Der Bericht unterstreicht die Notwendigkeit sofortiger Aktivitäten
zum Schutz der Zivilbevölkerung vor explosiven Waffen. Die
Konfliktparteien müssen unverzüglich ihren Verpflichtungen aus dem
Humanitären Völkerrecht nachkommen und den Einsatz von explosiven
Waffen in bevölkerten Gebieten stoppen. Handicap International ruft
alle Staaten dazu auf, den Einsatz dieser Waffen zu verurteilen und
sämtliche Möglichkeiten auszuschöpfen, ihren Einsatz durch die
Konfliktparteien zu stoppen. Außerdem fordern wir die Staaten auf,
sich gemeinsam politisch zu verpflichten, den Einsatz von explosiven
Waffen in bevölkerten Gebieten zu beenden.

Handicap International ist seit 2012 in Syrien und den
Nachbarländern aktiv, um den Opfern des syrischen Bürgerkriegs zu
helfen. 360.000 Menschen konnte die Organisation mit ihren
Aktivitäten bereits helfen, darunter 71.500 Menschen direkt in
Syrien. Die Organisation bietet physische Rehabilitation,
psychologische Unterstützung und Nothilfe-Verteilungen an, um die
wichtigsten Bedürfnisse der Menschen mit Behinderung, Menschen mit
Verletzungen und den besonders Schutzbedürftigen decken zu können.
Zusätzlich klärt Handicap International die lokale Bevölkerung auf
und gibt Sicherheits-Ratschläge, um sie vor Unfällen mit explosiven
Kriegsresten zu schützen.

Den vollständigen Bericht können Sie hier herunterladen:
http://bit.ly/1F8Wd9d

Bildmaterial finden Sie hier: http://bit.ly/1H9JCC5

Methodik: Der Bericht bezieht sich in seinen Analysen auf eine
Zusammenstellung sekundärer Daten, darunter Datensätze von
UN-Agenturen und internationalen Nichtregierungsorganisationen,
open-source Medien und Berichten aus sozialen Medien. Es wurde ein
fundierter Datenbestand aus 77.645 Unfällen, die zwischen Dezember
2012 und März 2015 gesammelt wurden, geschaffen. Die zur Verfügung
stehenden Daten wurden dann dazu benutzt, die Häufigkeit und die
Schwere der Unfälle zu kartieren, um so die Kontamination mit diesen
Waffen zu evaluieren, die die Zivilbevölkerung in Syrien aktuell
beeinträchtigt und weiter beeinträchtigen wird.

Zur Organisation: Handicap International ist eine unabhängige
gemeinnützige Organisation, die in Situationen von Armut und sozialer
Ausgrenzung, von Konflikten und Katastrophen interveniert. Sie
unterstützt Menschen mit Behinderung und andere besonders
hilfsbedürftige Menschen, damit ihre grundlegenden Bedürfnisse
gedeckt werden, sich ihre Lebensbedingungen verbessern und ihre
Grundrechte besser respektiert werden. Insgesamt ist die Organisation
in ca. 60 Ländern aktiv. Handicap International ist eines der sechs
Gründungsmitglieder der Internationalen Kampagne zum Verbot von
Landminen (ICBL), die 1997 den Friedensnobelpreis erhalten hat, und
aktives Mitglied der internationalen Koalition gegen Streubomben
(CMC). 2011 wurde Handicap International mit dem Conrad N. Hilton
Humanitarian Prize ausgezeichnet.



Pressekontakt:
Ruppert Grund, Referent Öffentlichkeitsarbeit
089/54 76 06 29, 0176/96 33 83 71, www.handicap-international.de


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