(ots) -
Der zweieinhalbjährige Sujal sitzt auf einem Feldbett im
SOS-Nothilfe-Camp in Kavre östlich von Kathmandu. Herabfallende
Steine seines Elternhauses haben sein Bein zerschmettert. Sujals
Mutter starb neben ihm unter den Trümmern. Sujals Vater war zum
Zeitpunkt des Erdbebens in Saudi Arabien.
So wie Babitas Mutter. Sie arbeitete in Kuwait als ihre 10-jährige
Tochter im Hause der Großmutter von Trümmern verletzt wurde. Auch die
Großmutter wurde verletzt und liegt nun im Krankenhaus. Babitas Vater
war schon vor Jahren gestorben.
Viele Nepalesen arbeiten am Golf. Meist unter schwierigen
Bedingungen, wie auf den Baustellen in Katar, und oft für wenig Geld.
Aber auch wenig Geld ist mehr als gar keine Verdienstmöglichkeit in
der Heimat.
Sujal, seine Brüder und Babita werden jetzt von den
SOS-Kinderdörfern in Nepal betreut. "Wir rechnen damit, dass wir noch
viele solcher Kinder aufnehmen werden", sagt Shankar Pradhananga,
Leiter der zehn SOS-Kinderdörfer in Nepal. Die SOS-Kinderdörfer waren
schon vor dem Erdbeben in Nepal, bauten Kinderdörfer und
unterstützten mit Schulen, Berufsausbildungszentren und
großangelegter Familienhilfe für insgesamt 17.000 nepalesische Kinder
und Angehörige die Entwicklung des Landes.
"Nepal ist eines der 20 ärmsten Länder der Welt. Die
Arbeitslosigkeit liegt bei 49 Prozent", erklärt Pradhananga. "Aber in
den vergangenen Jahren hat die Wirtschaft sich gut entwickelt mit
Wachstumsraten von vier bis fünf Prozent. Das Erdbeben hat uns jetzt
leider zurückgeworfen."
Aber Pradhananga hat auch Hoffnung: "Wenn die Menschen jetzt auf
Nepal aufmerksam werden, seine Schwächen und seine Stärken, wenn sie
uns jetzt helfen, könnte sich Nepal langfristig gut entwickeln. Ich
wünsche mir, dass irgendwann die Eltern von Kindern wie Sujal oder
Babita nicht mehr außer Landes müssen, um Arbeit zu finden."
Pressekontakt:
Weitere Informationen:
Louay Yassin
Pressesprecher
SOS-Kinderdörfer weltweit
Tel.: 089/179 14-259
E-Mail: louay.yassin(at)sos-kd.org
www.sos-kinderdoerfer.de