(ots) -
- Leiter des Virunga Nationalparks im Kongo, Emmanuel de Merode,
verbindet Schutz der Artenvielfalt mit Armutsbekämpfung,
Friedenssicherung und der Verbesserung der Lebensbedingungen von
Mitarbeitern und Bevölkerung
- Wissenschaftler und Ökonom Pavan Sukhdev entwickelte bahnbrechenden
Ansatz für die Bewertung von Biodiversität und ist Vordenker einer
Neuordnung des existierenden Wirtschaftssystems
Die KfW Stiftung hat den mit insgesamt 50.000 Euro dotierten
KfW-Bernhard-Grzimek-Preis 2015 je zur Hälfte an den Leiter des zum
UNESCO-Weltnaturerbe zählenden Virunga Nationalparks im Kongo,
Emmanuel de Merode, und den Wissenschaftler und Ökonomen Pavan
Sukhdev verliehen. Emmanuel de Merode erhielt den Preis für seinen
herausragenden Einsatz im ältesten Nationalpark Afrikas sowie für den
Schutz der bedrohten Berggorillas und der einmaligen Biodiversität.
Darüber hinaus hat er wichtige wirtschaftliche Initiativen im Bereich
des Nationalparks angestoßen, die den Menschen eine nachhaltige
Lebensgrundlage sichern sollen. So hat er wesentlich dazu
beigetragen, die Wilderei einzudämmen, den illegalen Holzeinschlag zu
verringern und mit Rebellenführern der Grenzregion
Friedensvereinbarungen zu schließen.
Pavan Sukhdev wurde für seinen federführenden Beitrag zur Studie
"The Economics of Ecosystems and Biodiversity" (TEEB) ausgezeichnet.
Sie bietet einen bahnbrechenden Ansatz für die Bewertung von
Biodiversität. Hierdurch können erstmals die steigenden Kosten durch
den Verlust von Biodiversität ermittelt werden. Der Ansatz wurde
inzwischen für unterschiedliche Sektoren weiterentwickelt und für
Entscheidungsträger nutzbar gemacht.
Das Vorstandmitglied der KfW Stiftung, Dr. Edeltraud Leibrock,
sagte: "Mit dem KfW-Bernhard-Grzimek-Preis möchte die KfW Stiftung
die breite Öffentlichkeit für das Thema Artenvielfalt sensibilisieren
und das Bewusstsein von Führungspersönlichkeiten aus Wirtschaft,
Politik, Wissenschaft und der Zivilgesellschaft dafür schärfen, dass
schnelles und nachhaltiges Handeln von herausragender Bedeutung für
unsere gemeinsame Zukunft ist. Die vielen positiven Rückmeldungen und
Einreichungen bestätigen uns darin, dass der
KfW-Bernhard-Grzimek-Preis auch international eine immer stärkere
Wahrnehmung erzielt. So erhielten wir Einreichungen aus Europa,
Afrika, Asien, Lateinamerika und dem Nahen Osten."
In der Begründung der mit renommierten Fachleuten besetzten Jury
zur Preisverleihung an Emmanuel de Merode heißt es: "Für seine
Mitarbeiter und die lokale Bevölkerung ist Emmanuel de Merode der
Held Virungas und "moralischer Kompass". Sein Engagement reicht weit
über die üblichen Aufgaben eines Nationalparkleiters hinaus.
Armutsbekämpfung, Friedenssicherung und die Verbesserung der
Lebensbedingungen seiner Mitarbeiter und der lokalen Bevölkerung sind
neben dem Natur- und Artenschutz Aufgaben, denen er sich mit ganzer
Kraft widmet. Dabei übernimmt de Merode eine Vorbildfunktion für die
erfolgreiche Einbindung lokaler Kräfte, der Bewohner, seiner
Mitarbeiter und Politiker der Region, in den Artenschutz und eine
nachhaltige Bewirtschaftung dieses einmaligen Naturraums." Zum Preis
an Pavan Sukhdev sagte die Jury: "Pavan Sukhdev hat gezeigt, dass
eine umweltverträgliche Entwicklung kein Hindernis für Wachstum,
sondern vielmehr ein neuer Motor für wachsenden Wohlstand, die
Schaffung von Arbeitsplätzen und Armutsreduzierung ist. Seine
bahnbrechende Studie "The Economics of Ecosystems and Biodiversity"
bestärkt Regierungen, Unternehmen und die Zivilgesellschaft darin,
den Wert des natürlichen Reichtums neben den traditionellen
Finanzmaßeinheiten zu messen, um eine nachhaltige
Wirtschaftsentwicklung zu verwirklichen. Sukhdev ist der Vordenker
einer Neuordnung des existierenden Wirtschaftssystems, die angesichts
globaler Herausforderungen, wie dem Klimawandel, anhaltender Armut
und Ressourcenverknappung, unumgänglich ist."
Die KfW Stiftung in Frankfurt verleiht alle zwei Jahre den
KfW-Bernhard-Grzimek-Preis an Persönlichkeiten oder Institutionen,
die sich in herausragender Weise mit ihrer Kreativität und
Innovationskraft für die Erhaltung der Artenvielfalt einsetzen.
Namenspatron des Preises ist der Pionier des Umwelt- und
Tierschutzes, früherer Direktor des Frankfurter Zoos und langjähiger
Präsident der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt, Professor Bernhard
Grzimek. Der Preis wurde in diesem Jahr zum zweiten Mal vergeben.
Erste Preisträgerin 2013 war die Zoologische Gesellschaft Frankfurt.
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