(firmenpresse) - (Mynewsdesk) MĂŒnchen, 15. April 2015 ? Die 1.013 bayerischen Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften haben im Jahr 2014 eine insgesamt solide GeschĂ€ftsentwicklung verzeichnet. Ihren Umsatz steigerten die 750 lĂ€ndlichen und 213 gewerblichen Genossenschaften sowie die vier Zentralen und 67 Kreditgenossenschaften mit WarengeschĂ€ft um 2,7 Prozent auf 12,19 Milliarden Euro. Damit blieben die Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften im Freistaat ? wie die gesamte bayerische Wirtschaft ? auf Wachstumskurs. Das Ergebnis vor Steuern liegt mit 191,68 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert von 220,20 Millionen Euro. Der RĂŒckgang ist unter anderem auf die zum Jahresende hin rĂŒcklĂ€ufigen Margen in der Milchwirtschaft zurĂŒckzufĂŒhren.
?Ungeachtet dessen bleiben die bayerischen Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften eine wichtige Triebfeder der regionalen WirtschaftskreislĂ€ufe?, sagte Alexander BĂŒchel, Vorstandsmitglied beim Genossenschaftsverband Bayern (GVB), bei der Jahrespressekonferenz. Mit rund 18.000 Mitarbeitern und 677.000 Mitgliedern seien sie in nahezu allen wichtigen Branchen wie WarengeschĂ€ft, Handwerk, Handel, Gesundheitswesen oder Energie vertreten. BĂŒchel: ?Damit tragen die Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften wesentlich zur wirtschaftlichen Entwicklung in allen Regionen des Freistaats bei.?
Milchgenossenschaften steigern Umsatz
Die 163 Milchgenossenschaften erwirtschafteten 2014 einen Gesamtumsatz von 3,42 Milliarden Euro (+2,3 Prozent). Davon wurden 2,60 Milliarden Euro in den 21 genossenschaftlichen Molkereien und Sennereien umgesetzt (+3,8 Prozent). Trotz des rĂŒcklĂ€ufigen Spotmarktpreises fĂŒr Milch konnten die Milchgenossenschaften in der ersten JahreshĂ€lfte noch steigende UmsĂ€tze verzeichnen, da sie zu Handelspreisen abrechnen, die dem Spotmarktpreis zeitversetzt folgen. Sie nehmen eine unverĂ€ndert bedeutende Marktposition ein: 60 Prozent der gesamten bayerischen Milchmenge entlang der Wertschöpfungskette geht durch genossenschaftliche HĂ€nde.
Mit dem Ende der EU-weiten Milchquote am 1. April 2015 erwartet der GVB keine gravierenden Marktverwerfungen. Die niedrigen Milchpreise wirkten einer starken Ăberproduktion entgegen, sagte BĂŒchel. Sonderregelungen zur Abrechnung der sogenannten Superabgabe erteilte er eine Absage: ?Die Rahmenbedingungen jetzt zu Ă€ndern, schafft nur Unsicherheit beim Ăbergang von der Milchquote zur freien Marktwirtschaft.? GrundsĂ€tzlich hĂ€lt der GVB die Zukunftsaussichten auf dem Milchmarkt fĂŒr positiv, da der Export in LĂ€nder auĂerhalb der EU weiter zunimmt. Allerdings sei mit stĂ€rkeren Schwankungen des Milchpreises zu rechnen, die ein intensives betriebliches Risikomanagement erfordern.
Raiffeisen-WarengeschÀft ist wesentlicher Bestandteil der Nahversorgung
Im Raiffeisen-WarengeschĂ€ft erreichten die 32 Bezugs- und Absatzgenossenschaften, 67 Kreditgenossenschaften mit WarengeschĂ€ft sowie die 11 sonstigen lĂ€ndlichen Handelsbetriebe 2014 einen Umsatz in Höhe von 1,36 Milliarden Euro (-3,1 Prozent). Der RĂŒckgang im Vergleich zum Vorjahr ist insbesondere auf die marktbedingt gesunkenen Preise fĂŒr Getreide sowie Treib- und Schmierstoffe zurĂŒckzufĂŒhren.
Offensiv sprach GVB-Vorstand BĂŒchel an, dass die Raiffeisen-Warenbetriebe vor der Herausforderung stehen, ?die Mittlerfunktion zwischen Landwirtschaft und Industrie zu bewahren?. Der GVB sieht daher drei Handlungsfelder fĂŒr den genossenschaftlichen Warenhandel: Er mĂŒsse sein Profil als Dienstleister fĂŒr die Landwirtschaft weiter schĂ€rfen, die Digitalisierung vorantreiben und die Marke Raiffeisen durch einen einheitlicheren Markenauftritt stĂ€rken.
Energiegenossenschaften ermöglichen dezentrale Energiewende
Die 255 Energiegenossenschaften im Freistaat blicken auf eine insgesamt solide GeschĂ€ftsentwicklung im Jahr 2014 zurĂŒck. Die UmsĂ€tze stiegen um 1,9 Prozent auf 454 Millionen Euro. Insbesondere die UmsĂ€tze bei den Photovoltaikgenossenschaften legten zu. Dagegen verzeichneten die Energieversorgungsgenossenschaften bedingt durch gesunkene Gaspreise einen leichten UmsatzrĂŒckgang. Mit rund 31.000 Mitgliedern sind die Energiegenossenschaften bayernweit der bedeutendste Akteur einer von den BĂŒrgern getragenen und dezentralen Energiewende.
BĂŒchel forderte von der Politik Planungssicherheit, damit die Genossenschaften dauerhaft zu einer funktionierenden Energieversorgung im Freistaat beitragen können. Er begrĂŒĂe es, dass mittlerweile die Frage im Vordergrund stehe, wie sich der Zubau an erneuerbaren Energien in den Strommarkt integrieren lĂ€sst. Politische Zusagen aus der Vergangenheit, auf deren Basis Investitionsentscheidungen getroffen wurden, mĂŒssten jedoch eingehalten werden. Zugleich bekrĂ€ftigte BĂŒchel, dass sich der GVB weiterhin fĂŒr eine dezentrale, lastzentren- und bĂŒrgernahe Energie- und WĂ€rmeversorgung einsetzen werde.
GVB nimmt 31 neugegrĂŒndete Mitglieder auf
Die Rechtsform der Genossenschaft war auch 2014 fĂŒr GrĂŒnder attraktiv: Der GVB nahm 31 neue Genossenschaften als Mitglieder auf. Davon grĂŒndeten sich 16 im Energiebereich, die weiteren in den Bereichen Marketing und Beratung, Handel sowie Soziales und Kultur. Zehn Genossenschaften nahmen ihre Arbeit in Oberbayern auf, sechs in Mittelfranken, fĂŒnf in Schwaben, jeweils drei in der Oberpfalz und in Unterfranken, jeweils zwei in Oberfranken und in Niederbayern. Unter dem Strich stieg die Zahl der im GVB vertretenen Mitglieder zum Jahresende 2014 auf 1.294 (2013: 1.283). Darin enthalten sind auch die 281 Volksbanken und Raiffeisenbanken im Freistaat.
HGB fĂŒr kleine und mittlere Unternehmen erhalten
Ablehnend setzte sich BĂŒchel mit AnsĂ€tzen des Londoner International Accounting Standard Board (IASB) auseinander, den internationalen Rechnungslegungsstandard IFRS in abgewandelter Form auch auf kleine und mittelstĂ€ndische Unternehmen auszuweiten. ?Einer schleichenden Ausweitung der IFRS-Rechnungslegung im deutschen Mittelstand muss frĂŒhzeitig entgegengewirkt werden?, stellte der GVB-Vorstand klar. Der kapitalmarktorientierte IFRS-Standard biete keinerlei Vorteile fĂŒr kleine und mittlere Unternehmen, die bisher in der Regel die Vorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) anwenden. Er berĂŒcksichtige auch nicht Besonderheiten von Rechtsformen wie der Genossenschaft und bedrohe damit ?die genossenschaftliche Bilanzierungswelt und letztlich die genossenschaftlichen GeschĂ€ftsmodelle?. BĂŒchel sprach sich dafĂŒr aus, weiterhin am bewĂ€hrten HGB-Standard festzuhalten, der auf dem Prinzip der kaufmĂ€nnischen Vorsicht basiert.
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Der Genossenschaftsverband Bayern e.V. (GVB) vereint unter seinem Dach 1.294 genossenschaftliche Unternehmen. Dazu zĂ€hlen 281 Volksbanken und Raiffeisenbanken sowie 1.013 lĂ€ndliche und gewerbliche Unternehmen mit insgesamt 53.000 BeschĂ€ftigten und 2,9 Millionen Mitgliedern. Damit bilden die bayerischen Genossenschaften eine der gröĂten mittelstĂ€ndischen Wirtschaftsorganisationen im Freistaat. (Stand 01.01.2015)
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