(ots) - "Ich hörte Schreie aus unserem Dorf
und rannte zurück. Meine Eltern lagen tot in einer Blutlache. Dann
sah ich, wie Milizionäre auf meine beiden Brüder anlegten und sie
erschossen", berichtet der 13-jährige Nigerianer Salifou aus dem
Flüchtlings-Camp Maine-Soroa in Niger.
Kurz vor den Wahlen in Nigeria am 28. März nehmen die Anschläge
durch die Terror-Gruppe Boko Haram weiter zu. Nach UNICEF Angaben
flüchteten sich 85.000 Mütter und Kinder vor der Gewalt in die
Nachbarländer Niger, Tschad und Kamerun.
"Tausende Männer seien vor den Augen ihrer Frauen und Kinder
getötet worden. Hunderte Frauen und Mädchen seien Opfer sexueller
Übergriffe geworden", berichtet SOS-Programmkoordinator Ousmane
Nayaya nach einer Beobachtungsmission der Hilfsorganisation.
Besonders die Grenzregion Diffa in Niger ist betroffen von der
Flüchtlingswelle. Der 13-jährige Nigerianer Salifou ist nur eines von
über 9000 Kindern, die ohne Eltern in der Diffa Region eintreffen.
"Das durch Hungerkrisen geschüttelte Niger kann den Ansturm der
häufig traumatisierten Menschen kaum bewältigen. Das Land steht
aktuell vor einer komplexen humanitären Krise und braucht dringend
unsere Unterstützung", berichtet SOS-Nothilfeleiter Andreas Papp.
Ab 1. April startet die Kinderhilfsorganisation deshalb ein
sechs-monatiges Nothilfe-Programm mit dem Fokus auf
Flüchtlingskindern. "Wir betreuen traumatisierte Kinder und
Jugendliche und versorgen Familien in Flüchtlingscamps mit Decken,
Hygieneartikeln, Moskitonetzen und Kleidung. Zusammen mit anderen
Organisationen kümmern wir uns um die Zusammenführung auf der Flucht
getrennter Familien. Des Weiteren stellen wir mit Notschulen den
Unterricht für Flüchtlingskinder sicher", erläutert
SOS-Nothilfeleiter Papp die Maßnahmen. "Natürlich kümmern wir uns
auch um die medizinische Betreuung mangelernährter Kinder."
Weitere Informationen unter: www.sos-kinderdoerfer.de
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Louay Yassin
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