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Bischof: ?Starke Familien sind der beste Kinderschutz? - Bistum Limburg startet Kampagne gegen Kinderarmut

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Bischof: "Starke Familien sind der beste Kinderschutz" - Bistum Limburg eröffnete Kampagne gegen Kinderarmut

(pressrelations) - >WIESBADEN / LIMBURG. Das Bistum Limburg hat heute (2. 9.) in Wiesbaden eine Kampagne gegen Kinderarmut gestartet. Das Ziel der Kampagne ist nach den Worten von Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst (Limburg) "gemeinsam nach Verbesserungen zum Schutz und zur Förderung aller Kinder zu suchen." Das Bistum wolle das Problem der Kinderarmut zum Thema in der Öffentlichkeit machen und darüber auch mit den politisch Verantwortlichen ins Gespräch kommen: "Das klare Bekenntnis zu unseren christlichen Grundwerten und der Kirche gibt uns dabei entscheidende Orientierung." Der Bischof wünschte den Beteiligten "Kraft und Motivation aus dem Glauben" und der Kampagne "einen großen Erfolg um unserer Kinder und Zukunft willen".

Die Kampagne gegen Kinderarmut entsteht nach Angaben von Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst "zuerst und zunächst aus der Verantwortung unseres Glaubens". Der Bischof von Limburg sagte: "Es ist unser Glaube, der uns Position und Perspektive ermöglicht." Schon das Alte Testament skizziere die Grundsituation des Menschen. "Kinder und Nachkommen werden von Anfang an als Segen, als Geschenk und Gabe Gottes verstanden ? ein enorm hoher Stellenwert, den es so in den übrigen historischen Formen menschlichen Zusammenlebens nicht gab", erklärte der Bischof mit Blick in die Bibel (Gen 24,60; 30,1; Ps 127,3-5; 128,3-6; Spr 17,6) bei der Kampagneneröffnung in Wiesbaden. Im Neuen Testament sei nachzulesen, "wie Jesus Christus selbst die Kinder immer wieder in die Mitte stellt, sie den Aposteln und allen anderen Menschen vor Augen führt und sie ihnen in besonderer Weise ans Herz legt." Daraus erwachse für Christen "die Verpflichtung zu Solidarität und zur besonderen Sorge um die Kinder".

Wer gesellschaftliches Zusammenleben in Freiheit und Liebe gerecht gestalten und dies vor allem für die Kinder verwirklichen will, muss nach Überzeugung des Bischofs die Familie in besonderer Weise schützen und fördern. Franz-Peter Tebartz-van Elst erklärte: "Die Familien bilden den Kern unserer Gesellschaft. Sie ? im Unterscheid zu allen anderen Formen menschlicher Gemeinschaft oder menschlichen Zusammenlebens ? in besonderer Weise zu schützen, ist im Grundgesetz Art. 6 verankert. Hier wird auch eine enge Bindung von Ehe und Familie formuliert, wie sie heute von Zeit zu Zeit all zu schnell aus dem Blick zu geraten droht." In verschiedenen wissenschaftlichen Studien werde erkennbar, dass die Zuwendung der Eltern für Kinder, "auch und gerade über die ersten vier Lebensjahre hinaus entscheidend ist - sowohl für die geistige, seelische, ebenso aber auch für die körperliche Entwicklung der Kinder." Deshalb müsse "die Sorge um die Kinder bei der Stärkung der Familien beginnen". Der Bischof sagte: "Starke Familien sind der beste Kinderschutz." Bei aller notwendigen und immer früher und umfangreicher ansetzenden Ganztagsbetreuung der Kinder müsse die Politik Anreize schaffen, "die die Familie in ihrer Bedeutung als Lebens- und Lernort der Kinder stützen". Auch Bildung dürfe keine Frage des Einkommens sein. Deshalb müsse es der Bildungspolitik um Gerechtigkeit und Chancengleichheit gehen.





Jedes sechste Kind in Deutschland ist von Armut betroffen (UNICEF-Bericht 2008). Mit der Kampagne "Kinderarmut bekämpfen" will das Bistum Limburg ein Zeichen gegen die Armut von Kindern setzen. Für die Kampagne wird auch im Internet (www.kinderarmutbekaempfen.de) geworben. Der Internetauftritt bietet aktuelle Informationen und Materialien zur Kampagne ? vom Hintergrundbericht bis zur Aktionspostkarte. Als zentrale Informationsplattform soll sie die Ziele der Initiative unterstützen: Die Hintergründe und Folgen von Kinderarmut aufzeigen sowie auf die Verantwortung von Kirche und Gesellschaft aufmerksam machen.

Bistum erarbeitet "Kinderpolitische Ratschläge" bis Sommer 2010

Die Kampagne wird ein Jahr dauern. In dieser Zeit sind kirchliche Einrichtungen, wie Pfarrgemeinden und Verbände, eingeladen, Kinderarmut vor Ort zu thematisieren. Dabei sollen sie Ideen entwickeln, was gegen die Armut in ihrer unmittelbaren Umgebung getan werden kann ? ob ein Kleiderbasar beim Pfarrfest, das kostenlose Mittagessen im Kindergarten oder eine organisierte Hausaufgabenbetreuung. Anschließend sollen die verschiedenen Projekte im Internetportal von "Kinderarmut bekämpfen" zu finden sein. Unterstützt werden die Aktivitäten durch bistumsweite Aktionen zu einzelnen Anlässen im Kirchenjahr ? wie Erntedank, St. Martin oder Weihnachten. Darüber hinaus sollen an zentralen Orten im Bistum Vorschläge zur Bekämpfung von Kinderarmut in der Politik vorgestellt und diskutiert werden. Die Ergebnisse dieser so genannten "Kinderpolitischen Ratschläge" werden im Sommer 2010 zusammengefasst und den politischen Akteuren übermittelt. Der Diözesansynodalrat des Bistums hatte Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst empfohlen, diese Kampagne zu starten. "Die steigende Kinderarmut in einem der reichsten Länder der Erde stellt einen Skandal dar. Wenn es uns nicht gelingt, die Armut unter Kindern und Jugendlichen wirksam zu bekämpfen, verspielen wir die Zukunft der kommenden Generation", beschreibt Beatrix Schlausch, Präsidentin der Diözesanversammlung im Bistum Limburg, den Hintergrund der Initiative.

"Kinderarmut bekämpfen" ist eine Kampagne des Bistums Limburg in Kooperation mit dem Diözesancaritasverband. Weitere Informationen zur Kampagne gibt es auf www.kinderarmutbekaempfen.de und www.bistumlimburg.de .


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Robert G. Eberle
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Tel.: 06431-295277
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Datum: 02.09.2009 - 17:05 Uhr
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