Aktuelle IHK-Umfrage "Going International"
(PresseBox) - Die Wirtschaft im Bezirk der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg erwartet von der Transatlantischen Handels- und Investitionspartnerschaft TTIP positive Auswirkungen. Das hat eine aktuelle Umfrage der IHK "Going International" unter den Unternehmen mit AuslandsgeschĂ€ften ergeben. Circa zwei Drittel der Unternehmen bezeichnen die Entwicklung einheitlicher transatlantischer Standards als wichtig oder sehr wichtig. "Die Angleichung der Standards unter Wahrung europĂ€ischer Interessen eröffnet unseren Mitgliedsunternehmen neue Chancen im riesigen amerikanischen Markt", sagt IHK-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Dr. Hubertus Hille, "und kann ohne Zweifel die Bedeutung der USA im LĂ€nderranking fĂŒr unsere Region vom aktuell zwölften Platz steigen lassen." Die besondere Beziehung zu den USA spiegelt sich auch darin wider, dass zwölf Prozent aller auslĂ€ndischen Unternehmen mit Eintrag im Handelsregister mehrheitlich im Besitz von Amerikanern sind - und damit noch vor Unternehmen aus der Schweiz und den Niederlanden den ersten Platz in der Region Bonn/Rhein-Sieg belegen.
Viele der in TTIP anvisierten Vereinbarungen werden von den Unternehmern regionsunabhĂ€ngig gefordert. 85 Prozent erachten eine Vereinfachung der Zollabwicklung fĂŒr wichtig/sehr wichtig, 70 Prozent den Abbau von Zöllen und 55 Prozent den Investorenschutz. "Dies muss als eindeutiger Arbeitsauftrag fĂŒr die EU bei den Verhandlungen mit den USA zu TTIP verstanden werden", bekrĂ€ftigt Hille.
Obwohl knapp die HĂ€lfte aller befragten Unternehmen eine Zunahme von Handelshemmnissen bei internationalen GeschĂ€ften verspĂŒrte, ist die wirtschaftliche Verflechtung so stark wie selten zuvor. 87 Prozent der mit dem Ausland tĂ€tigen Unternehmen agieren im Euroraum, ĂŒber 50 Prozent mit den restlichen EU-Staaten, knapp 40 Prozent mit Osteuropa/Russland/GUS als auch Asien/Pazifik und knapp ein Drittel mit Nordamerika. "Die MĂ€rkte Afrikas und Lateinamerikas liegen mit Anteilen zwischen 13 und 15 Prozent am unteren Ende der Skala, halten aber ein vergleichsweises hohes Wachstumspotential fĂŒr kĂŒnftige GeschĂ€fte", so IHK-AuĂenwirtschaftsexperte Armin Heider. Die hohe Bedeutung des Auslands fĂŒr die heimische Wirtschaft verdeutlicht sich weiterhin darin, dass knapp ein Drittel der befragten Unternehmen nahezu zwei Drittel ihres Umsatzes auĂerhalb Deutschlands generieren. Die Exportquote der IHK-Unternehmen in Bonn/Rhein-Sieg liegt laut IT NRW mit 43,5 Prozent aller Industriebetriebe mit mehr als 20 Mitarbeitern dabei etwas höher als der Durchschnitt in NRW.
"Die Handelshemmnisse werden ĂŒberwiegend der Eurasischen Zollunion (Russland, Belarus, Kasachstan), der Ukraine und China zugesprochen", sagt Heider: "Insbesondere lokale Zertifizierungsanforderungen, höhere Zölle und verstĂ€rkte Sicherheitsanforderungen stellen die gröĂten Barrieren dar. Dies ist umso bedenklicher, da fast jeder zweite Befragte die GeschĂ€fte mit Russland als wichtig oder sogar sehr wichtig erachtet und China sowohl zu den wichtigsten Im- wie ExportlĂ€ndern fĂŒr Unternehmen unserer Region zĂ€hlt."
Weitere Informationen zur Umfrage gibt es in der neuen IHK-BroschĂŒre "AuĂenwirtschaft in der Region Bonn/Rhein-Sieg", die bei NilĂŒfer Ăzdemir, Telefon 0228/2284-174, E-Mail oezdemir(at)bonn.ihk.de, angefordert werden kann.