PresseKat - Deutsches Kinderhilfswerk: Flüchtlingskinder sind keine "Verschiebemasse"

Deutsches Kinderhilfswerk: Flüchtlingskinder sind keine "Verschiebemasse"

ID: 1146552

(firmenpresse) - Das Deutsche Kinderhilfswerk wendet sich anlässlich des morgigen "Flüchtlingsgipfels" der Ministerpräsidenten der Länder mit Bundeskanzlerin Merkel gegen Pläne der Bundesländer, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aus finanziellen Gründen innerhalb Deutschlands umzuverteilen. Stattdessen braucht es eine bundesweite Strategie zur Aufnahme dieser Flüchtlingskinder, die finanzielle Ausgleichszahlungen zwischen Kommunen und Bundesländern vorsieht. Das Deutsche Kinderhilfswerk mahnt bei der Aufnahme von Flüchtlingskindern eindringlich die Einhaltung der UN-Kinderrechtskonvention an, die den Vorrang des Kindeswohls festschreibt.

"Bei der Aufnahme unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge hat das Kindeswohl Vorrang, nicht die finanzielle Situation von Ländern und Kommunen. Daher sind die Forderungen abzulehnen, aus Kostengründen eine Verteilung über das gesamte Bundesgebiet vorzunehmen. Flüchtlingskinder sind keine Verschiebemasse, sondern Kinder, die unseren besonderen Schutz brauchen. In vielen Großstädten gibt es bereits spezielle Angebote für diese Kinder. Eine Verteilung nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel würde für viele der bestehenden guten Strukturen das Aus bedeuten. Das darf nicht sein", betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.

Eine erfolgreiche Aufnahme von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen hängt entscheidend ab von der unmittelbaren Inobhutnahme durch die Jugendämter und einem Clearingverfahren ohne Druck. Hier können Bedürfnisse, Meinung und Aufenthaltsperspektive des Kindes geklärt werden, wie es der Vorrang des Kindeswohls laut UN-Kinderrechtskonvention verlangt. Diese erfolgreiche Praxis würde durch eine Verteilung nach monetären Gesichtspunkten zunichte gemacht.

Aus Sicht des Deutschen Kinderhilfswerkes kann die Erarbeitung einer bundesweiten Strategie zur Aufnahme von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen im Rahmen der Jugendhilfe nur in einem gemeinsamen Dialog aller beteiligten Akteure gelingen. Unterschiedliche Aufnahmebedingungen in den Kommunen, weiterhin bestehende Unsicherheiten im Verhältnis von Jugendhilfe- und Ordnungsrecht sind Hindernisse, die derzeit die Arbeit erschweren. Basis für ein gemeinsames Agieren könnten die im Mai 2014 veröffentlichten "Handlungsempfehlungen der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter" sein, die ausgehend von den rechtlichen Rahmenbedingungen Vorgangsweisen für einen kindeswohlorientierten Umgang entwerfen.



Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:

Das Deutsche Kinderhilfswerk e.V., Interessenvertreter für ein kinderfreundliches Deutschland, wurde 1972 in München gegründet. Als Initiator und Förderer setzt sich der gemeinnützige Verein seit mehr als 40 Jahren für Kinderrechte, Beteiligung und die Überwindung von Kinderarmut in Deutschland ein.



PresseKontakt / Agentur:

Deutsches Kinderhilfswerk e.V.
Uwe Kamp
Leipziger Straße 116-118
10117 Berlin
presse(at)dkhw.de
030-308693-11
http://www.dkhw.de



drucken  als PDF  an Freund senden  Jochen Schweizer verdoppelt POS-Präsenz in Österreich Mit 5 Klicks zur professionellen Landing-Page
Bereitgestellt von Benutzer: Adenion
Datum: 10.12.2014 - 10:35 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1146552
Anzahl Zeichen: 2521

Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Uwe Kamp
Stadt:

Berlin


Telefon: 030-308693-11

Kategorie:

Sonstiges



Diese Pressemitteilung wurde bisher 0 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Deutsches Kinderhilfswerk: Flüchtlingskinder sind keine "Verschiebemasse""
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Deutsches Kinderhilfswerk e.V. (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Mobile Aktion Ernährung und Bewegung ...

An der Uhland-Grundschule in Dortmund startet heute das Projekt "Mobile Aktion Ernährung und Bewegung" (MAEB) des Deutschen Kinderhilfswerkes, gefördert durch die ALDI Nord Stiftungs GmbH. Dabei erlernen Kinder und Jugendliche spielerisch ...

Alle Meldungen von Deutsches Kinderhilfswerk e.V.