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VDF und NABU: Streuobst-Apfelernte 2009 sehr niedrig Bundesweite Streuobsterhebung ist dringend erforderlich

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VDF und NABU: Streuobst-Apfelernte 2009 sehr niedrig Bundesweite Streuobsterhebung ist dringend erforderlich

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Berlin/Bonn - Nach SchĂ€tzungen des NABU-Bundesfachausschusses Streuobst und des Verbandes der deutschen Fruchtsaft-Industrie (VdF) wird die deutsche Apfelernte im Streuobstbau in diesem Jahr nur rund 500.000 Tonnen betragen. Damit wĂŒrde sie deutlich unter dem Durchschnitt der Jahre 1999 bis 2008 in Höhe von knapp 900.000 Tonnen und der Jahre 1980 bis 1994 in Höhe von 1,1 Millionen Tonnen liegen. Ursachen fĂŒr den geringen Ertrag sind laut NABU und VdF der RĂŒckgang der Streuobstwiesen aufgrund von Bebauung, mangelnder Pflege und der meist schwierigen ökonomischen Situation bei der Streuobstbewirtschaftung.

Die letzte bundesweite Erhebung des Streuobstanbaus fand in der Bundesrepublik 1965 und auf dem Gebiet der neuen LĂ€nder 1938 statt.
Damit fehlen verlĂ€ssliche Daten fĂŒr einen Wirtschaftszweig mit QualitĂ€tsprodukten und Milliarden-UmsĂ€tzen und herausragender Bedeutung fĂŒr die biologische Vielfalt. NABU und VdF fordern daher von Bundesagrarministerin Aigner (CSU) und Bundesumweltminister Gabriel (SPD), sich fĂŒr eine bundesweite FlĂ€chenerhebung des Streuobstanbaus einzusetzen.

Erstmals hatten VdF und NABU im Juli 2009 gemeinsam zu einer bundesweiten ErnteschĂ€tzung im Streuobstbau aufgerufen. "FĂŒr viele unserer ĂŒber 400 Mitgliedsbetriebe stellt die Ablieferung der Äpfel und Birnen aus dem Streuobstbau eine wichtige Existenzgrundlage dar", so VdF-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Klaus Heitlinger. "Nach der Auflösung der Zentralen
Markt- und Preisberichtsstelle (ZMP) stehen weniger obstbaurelevante Daten zur VerfĂŒgung. Daher ist es fĂŒr uns umso wichtiger, abschĂ€tzen zu können, wie die stark schwankende Streuobsternte ausfĂ€llt", sagte Heitlinger. Laut Markus Rösler, Sprecher des NABU-Bundesfachausschusses Streuobst, leistet die Verarbeitung der Ernte einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Streuobstwiesen: "In rund 120 Regionen Deutschlands kooperieren Naturschutz, Keltereien und Landwirte in der sogenannten Streuobst-Aufpreisvermarktung - daher fĂŒhren wir diesen Aufruf zur ErnteschĂ€tzung sehr gerne in Kooperation mit dem VdF durch." Bundesweit wurden 30 neue ZĂ€hler gewonnen, so dass die SchĂ€tzung eine höhere QualitĂ€t als in den vergangenen Jahren aufweise, so VdF und NABU.





FĂŒr alle BundeslĂ€nder sei eine sehr mĂ€ĂŸige Apfelernte im Streuobstbau zu erwarten, wĂ€hrend bei den Birnen im Streuobstbau voraussichtlich eine gute Erntemenge zu verzeichnen sei. Aufgrund der voraussichtlich niedrigen Streuobst-Apfelernte rufen NABU und VdF die Keltereien auf, besonders auf gute QualitĂ€t zu achten: Da die Oechslewerte und damit die QualitĂ€t des Obstes im Verlauf des Herbstes ansteigen, sei es zu begrĂŒĂŸen, wenn die Auszahlungspreise fĂŒr das Streuobst im Verlauf der Ernte ebenfalls ansteigen.

Die Verwertung der Äpfel im Streuobstbau in Deutschland erfolgt regional sehr unterschiedlich. Bundesweit 40 bis 50 Prozent werden durch Keltereien erfasst und zu GetrĂ€nken verarbeitet - das ergibt im Durchschnitt rund 400 Millionen Liter im Jahr, ergĂ€nzt um SĂ€fte, deren Obst aus Niederstamm-Anlagen und HausgĂ€rten stammt. 30 bis 40 Prozent gehen in die Eigenverwertung von Privathaushalten. Rund zehn Prozent werden als Tafelobst vermarktet, je fĂŒnf Prozent werden zu ObstbrĂ€nden beziehungsweise zu Sonderprodukten wie Mus und Dörrobst verarbeitet.
UnabhĂ€ngig davon wird bei starken Ernten und niedrigen Preisen ein weiterer Anteil von teils ĂŒber zehn Prozent gar nicht abgeerntet.


FĂŒr RĂŒckfragen:

Dr. Markus Rösler, NABU-Bundesfachausschuss Streuobst, mobil 0151-53755861, Streuobst(at)web.deKlaus Heitlinger, VdF-GeschĂ€ftsfĂŒhrer, 0228-954600, mobil:
0171-7701246, heitlinger(at)fruchtsaft.org

Im Internet zu finden unter www.NABU.de, www.Streuobst.deund www.Fruchtsaft.net

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Datum: 13.08.2009 - 20:18 Uhr
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