IG BAU lädt Bundesbänker zum Baustellenbesuch ein
(pressrelations) - >Frankfurt am Main - Die Bundesbank will die Rente reformieren und das Renteneintrittsalter künftig an die Lebenserwartung koppeln. Nach ihrer Rechnung müssten Menschen ab dem Jahr 2060 bis zum Alter von 69 arbeiten. Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) kritisiert diese Forderung als absurd. "Wir laden die verantwortlichen Bundesbänker auf die Baustelle zum Zementsäcke heben und Steine schleppen ein. Am Schreibtisch in der Bundesbank kann man es vielleicht bis 69 aushalten, auf der Baustelle ist die Vorstellung grotesk" sagt IG BAU-Vorsitzender Klaus Wiesehügel.
"Schon die bereits verabschiedete Rente mit 67 bedeutet für Arbeitnehmer, deren Gesundheit nicht bis 67 mitmacht, oft zwei Jahre länger "Hartz IV" oder heftige Abschläge bei der Altersrente. Das gilt gerade für die Kollegen am Bau, in der Gebäudereinigung sowie in allen anderen Branchen mit harter körperlicher Arbeit", sagt der Gewerkschaftsvorsitzende. Nicht einmal zehn Prozent der Bauarbeiter erreichten das Renteneintrittsalter von 65 Jahren.
Wiesehügel erneuerte in diesem Zusammenhang die Forderung nach einer Reform der Erwerbsminderungsrente: "Schon heute sind Arbeitnehmer massiv von Armut bedroht, die aus gesundheitlichen Gründen nicht bis zur Rentenaltersgrenze arbeiten können. Erwerbsminderung bedeutet oft Armut " für ältere Arbeitnehmer und für jüngere. Die Erwerbsminderungsrente, die dann eigentlich vor Armut schützen sollte, ist zu niedrig. Zudem sind die Zugangskriterien realitätsfern eng. Sie berücksichtigen in keiner Weise die Realität auf dem Arbeitsmarkt", sagt der IG BAU-Vorsitzende. Viele, die wegen Gesundheitsproblemen den Arbeitsplatz verlieren, bekämen keine Erwerbsminderungsrente bewilligt. Für sie habe die Politik keine Lösung parat.
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