Ankündigungsweltmeisterschaften reichen nicht aus
(pressrelations) - >Zum Abschluss des G8-Gipfels in L´Aquila erklärt Claudia Roth, Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:
"Der G8-Gipfel in den Abruzzen darf im Ergebnis nicht schon wieder eine Ankündigungswelt-meisterschaft nach Art der vergangenen Gipfeltreffen werden: Die G8-Staats- und Regierungschefs formulieren lobenswerte Ziele, aber die Wege dorthin werden entweder nicht benannt oder nicht entschlossen genug eingeschlagen.
Die Einigung auf das Zwei-Grad-Klimaziel ist begrüßenswert. Vollkommen ungenügend bleibt sie jedoch, wenn sie keine konkrete Handlungsverpflichtung für den Klimaschutz hier und heute und mittelfristig bis 2020 umfasst. Luftige Empfehlungen für das, was die Nachfolgeregierungen erreichen sollen, sind wohlfeil, wenn die konkrete Politik von heute bereits vier bis sechs Grad Erderwärmung riskiert.
Auch mit Blick auf Afrika darf es nicht bei bloßen Versprechungen bleiben. Welch trauriges Bild die G8-Staaten hier abgeben, zeigt der One-Data-Bericht von Kofi Annan und Bob Geldof: Von den auf G7- bzw. G8-Gipfeln bis ins Jahr 2010 zugesagten Erhöhungen für die Entwicklungszusammenarbeit hat das G8-Präsidentschaftsland Italien bis einschließlich 2008 klägliche 3% realisiert, Frankreich lediglich 7% und Deutschland nur unzureichende 31%.
Es ist gut, wenn G8 sich dem Thema Ressourcenknappheit und Wasser annimmt. Konflikte, die aus der Ressourcenknappheit resultieren, bedrohen die Welt immer mehr. Aber Afrika und die anderen Entwicklungsländer brauchen nicht bloß neue Versprechungen, sondern auch die tatsächliche Einhaltung der gegebenen Zusagen. Und sie brauchen ein Ende der Agrarexportsubventionen, denn diese zerstören die eigenständige Produktion und die Märkte Afrikas."
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