PresseKat - Neue Studie: Insolvenzrecht ESUG ist in der Praxis angekommen, doch Verfahren werden komplexer und G

Neue Studie: Insolvenzrecht ESUG ist in der Praxis angekommen, doch Verfahren werden komplexer und GlÀubiger kritischer

ID: 1017597

(ots) -

- Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen steigt in Deutschland leicht,
gleichzeitig werden nur wenige AntrÀge auf Eigenverwaltung
gestellt
- Eigenverwaltungen als Schutzschirmverfahren werden
hÀufiger und schneller erfolgreich beendet
- 90 Prozent der Befragten sehen ihre Erwartungen an das ESUG erfĂŒllt
- Striktere Dokumentationspflichten und unzureichende
Rechtssicherheit erhöhen KomplexitÀt der Antragstellung
- Wichtigste Anforderungen an die Eigenverwaltung: erfahrenes,
unabhÀngiges Management und Sachwalter - Chief Restructuring
Officer gewinnt an Bedeutung
- GlÀubiger werden immer kritischer und lehnen AntrÀge auf
Eigenverwaltung öfter ab
- Schutzschirmverfahren werden gut angenommen

Am 1. MĂ€rz 2012 trat das Gesetz zur Erleichterung der Sanierung
von Unternehmen (ESUG) in Kraft, um die Rahmenbedingungen fĂŒr die
Sanierung von insolvenzbedrohten Unternehmen zu verbessern. Dabei
sollten vor allem GlÀubigerinteressen gestÀrkt, Insolvenzverfahren in
Eigenverwaltung (Schutzschirmverfahren) unterstĂŒtzt und Planverfahren
erleichtert werden. In der aktuellen "ESUG-Studie" von Roland Berger
Strategy Consultants und der Wirtschaftskanzlei Noerr wurden 2.100
Entscheider, darunter GlÀubiger, Insolvenzverwalter, RechtsanwÀlte,
Richter, Investoren und Manager, zu ihren praktischen Erfahrungen im
Umgang mit dem neuen Insolvenzrecht befragt. Fazit: Fast zwei Jahre
nach Inkrafttreten des ESUG werden zwar die Reformen weiterhin
kontrovers diskutiert, dennoch sehen rund 90 Prozent der Befragten
ihre Erwartungen erfĂŒllt.

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland hat 2013
leicht zugenommen. Der Anteil von AntrÀgen auf Eigenverwaltung ist
weiterhin gering, doch die Tendenz ist leicht steigend. Bisher haben
vor allem GlÀubiger (46%) und Insolvenzverwalter/Sachwalter (32%) die




Neuregelungen des ESUG angewendet. Die meisten Erfahrungen wurden
bisher mit der vorlÀufigen Eigenverwaltung (86%), dem
Schutzschirmverfahren sowie dem vorlÀufigen GlÀubigerausschuss
(jeweils 80%) gemacht. Immerhin 63 Prozent der Befragten haben
inzwischen auch mit Debt-to-Equity-Swaps Erfahrungen gesammelt.

GlĂ€ubiger immer kritischer gegenĂŒber der Eigenverwaltung

Obwohl fast 90 Prozent der Befragten die ESUG-Regelungen bereits
angewendet haben, fĂŒhlen sich GlĂ€ubiger, Richter und Investoren ĂŒber
die einzelnen Neuregelungen immer noch schlecht informiert. Vor allem
GlĂ€ubiger sind oft kritisch dem neuen Insolvenzrecht gegenĂŒber und
verweigern nicht selten die Zustimmung zur Eigenverwaltung: So wurden
2013 44 Prozent der AntrÀge auf Eigenverwaltung abgelehnt, im Vorjahr
waren es nur 32 Prozent. "Das liegt in erster Linie an der mangelnden
Erarbeitung eines schlĂŒssigen Sanierungskonzepts", erklĂ€rt Roland
Berger-Partner Oliver RĂ€uscher. "Die meisten Unternehmen schaffen es
einfach nicht, bei der Antragstellung auf Eigenverwaltung ein
vollstÀndiges Sanierungskonzept vorzulegen. Und das verunsichert die
GlÀubiger."

Um die Verfahrenseröffnung nicht zusĂ€tzlich zu gefĂ€hrden, mĂŒssen
die FortfĂŒhrung des GeschĂ€fts sowie die UnterstĂŒtzung durch die
Stakeholder wie etwa Kunden, Lieferanten und Mitarbeiter gesichert
sein. FĂŒr ĂŒber 90 Prozent der Befragten geben die UnabhĂ€ngigkeit des
Sachwalters und des Managements sowie dessen Sanierungserfahrung den
Ausschlag fĂŒr eine erfolgreiche Eigenverwaltung. Außerdem glauben
mehr als 70 Prozent, dass ein verantwortlicher Chief Restructuring
Officer im Unternehmen notwendig ist, um eine erfolgreiche Sanierung
der Firma zu erreichen.

"Verbesserte Rahmenbedingungen alleine reichen nicht aus", sagt
Dr. Thomas Hoffmann, Co-Leiter der Praxisgruppe Restrukturierung &
Insolvenz bei Noerr. "Wenn sich ein Unternehmen in einer solchen
kritischen Phase befindet, mĂŒssen die Verantwortlichkeiten klar
geregelt sein. Nur so sind eine professionelle Steuerung der
einzelnen Prozesse und eine permanente Kommunikation mit dem
Sachwalter und allen Stakeholdern möglich."

Schutzschirmverfahren werden gut angenommen

Unterdessen zeichnet sich ein deutlicher Trend zugunsten von
Schutzschirmverfahren ab: 2013 waren rund ein Drittel der beantragten
Eigenverwaltungen auch gleichzeitig Schutzschirmverfahren.
Eigenverwaltungen, die als Schutzschirmverfahren begonnen wurden,
wurden nach Angaben der Studienteilnehmer hÀufiger und schneller
erfolgreich beendet (41%), im Gegensatz zu vorlÀufigen
Eigenverwaltungen (23%).

Allerdings bemÀngelt mehr als die HÀlfte der Befragten die
KomplexitÀt in der Antragstellung zur Eigenverwaltung - vor allem
durch hohe Rechtsunsicherheit (51%) und umfangreiche
Dokumentationspflichten (43%). Dennoch glauben die Experten, dass das
neue Insolvenzrecht seine Ziele hauptsÀchlich durch eine leichtere
Eigenverwaltung (74%) und eine stĂ€rkere BerĂŒcksichtigung der
GlÀubigerinteressen (59%) erreichen konnte. Besonders positiv
bewerten die Befragten die EinfĂŒhrung eines vorlĂ€ufigen
GlÀubigerausschusses und dessen Einfluss auf die Verwalterauswahl
(44%).

Doch an dem Insolvenzrecht besteht noch Änderungsbedarf. Im Fokus
sollte hier die steuerliche Behandlung von Debt-to-Equity-Swaps
stehen, bei denen die Forderungen von GlÀubigern in
Gesellschaftsanteile umgewandelt werden. "Mit dem ESUG gibt es zwar
erste positive Erfahrungswerte; gleichwohl gelten weiterhin die
klassischen Erfolgsfaktoren der Restrukturierung wie die frĂŒhzeitige
und vertrauensvolle Einbindung der GlĂ€ubiger", resĂŒmiert Roland
Berger-Partner Rainer Bizenberger. "Die Sanierung im Rahmen der
ESUG-Regeln wird in Zukunft nur dann regelmĂ€ĂŸig gelingen, wenn
positive Beispiele die Akzeptanz unter den GlÀubigern stÀrken."

Die Studie können Sie kostenlos herunterladen unter:
www.rolandberger.com/pressreleases
sowie
www.noerr.com

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter unter:
www.rolandberger.com/press-newsletter

Roland Berger Strategy Consultants, 1967 gegrĂŒndet, ist eine der
weltweit fĂŒhrenden Strategieberatungen. Mit rund 2.700 Mitarbeitern
und 51 BĂŒros in 36 LĂ€ndern ist das Unternehmen erfolgreich auf dem
Weltmarkt aktiv. Die Strategieberatung ist eine unabhÀngige
Partnerschaft im ausschließlichen Eigentum von rund 250 Partnern.

Noerr ist eine der fĂŒhrenden europĂ€ischen Wirtschaftskanzleien mit
490 Professionals in Deutschland, Europa und den USA. Mit Lösungen
fĂŒr komplexe und anspruchsvolle rechtliche Fragestellungen schaffen
wir einen echten Mehrwert fĂŒr unsere Mandanten. Das Besondere an
Noerr ist die Verbindung einer breiten fachlichen Exzellenz mit
innovativem Denken, internationaler Erfahrung und Industrieexpertise.
Zusammen mit unseren Steuerberatern, WirtschaftsprĂŒfern und
Unternehmensberatern entwickeln wir zudem nachhaltige und
wertschaffende Lösungen fĂŒr Finanzierung und Management.



Bei RĂŒckfragen wenden Sie sich bitte an:
Claudia Russo
Roland Berger Strategy Consultants
Tel.: +49 89 9230-8190
e-mail: claudia.russo(at)rolandberger.com
www.rolandberger.com

Matthias Schulte
Noerr LLP / Noerr Consulting AG
Tel.: +49 69 971477-418
e-mail: matthias.schulte(at)noerr.com
www.noerr.com


Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  an Freund senden  Experten teilen ihr Wissen beim E-Commerce-Tag am  25. MĂ€rz in Rheinau-Linx Neuer Distributor in der Schweiz fĂŒr ViPNet Technologie
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 11.02.2014 - 09:47 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1017597
Anzahl Zeichen: 7995

Kontakt-Informationen:
Stadt:

MĂŒnchen/Frankfurt



Kategorie:

Wirtschaft (allg.)



Diese Pressemitteilung wurde bisher 0 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Neue Studie: Insolvenzrecht ESUG ist in der Praxis angekommen, doch Verfahren werden komplexer und GlÀubiger kritischer"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Roland Berger Strategy Consultants (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemĂ€ĂŸ TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemĂ€ĂŸ der DSGVO).


Alle Meldungen von Roland Berger Strategy Consultants